Ausbauflaute Weiter kein Rückenwind für Windkraft in Sachsen

Sachsen kommt beim Ausbau der Windkraft kaum voran. Wie die "Leipziger Volkszeitung" schreibt, wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur vier neue Anlagen mit einer Leistung von 10,1 Megawatt in Betrieb genommen. Im gesamten Vorjahr waren es acht Anlagen mit einer Gesamtleistung von 17,8 Megawatt. 2018 waren noch Windräder mit insgesamt 53,2 Megawatt Leistung ans Netz gegangen. Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des sächsischen Grünen-Abgeordneten Stephan Kühn.

Kritik von Linken und Grünen

Stephan Kühn (B´90/Grüne), Sprecher für Verkehrspolitik
Stephan Kühn vertritt Sachsens Grüne im Bundestag. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kühn bezeichnet diese Entwicklung im Freistaat in der LVZ als dramatisch und inakzeptabel. Schließlich sei die Windkraft angesichts des Kohleausstiegs ein wichtiges Standbein für die klimaneutrale Stromversorgung und damit die Zukunftsfähigkeit Sachsens. Der Klimaschutzexperte der sächsischen Linken, Marco Böhme, warf der schwarz-rot-grünen Landesregierung in dem Blatt Konzeptlosigkeit beim Thema Windenergie vor. Noch immer gebe es kein aktuelles Energie- und Klimaprogramm.

Günthers Pläne in Gefahr?

Bereits im Februar hatte Sachsens grüner Energieminister Wolfram Günther erklärt, das von 2012 stammende Programm noch in diesem Jahr durch ein neues ersetzen zu wollen. Zuvor hatte er im Interview mit MDR SACHSEN den Bau von 200 bis 250 neuen Windrädern bis 2024 angekündigt. Das wären 40 bis 50 Anlagen pro Jahr. Diese Größenordnung wird 2020 höchstwahrscheinlich nicht erreicht.

Streit um Mindestabstand schwelt weiter

Linken-Politiker Böhme forderte angesichts der aktuellen Lage in der LVZ, die geplanten neuen Abstandsregeln aufzuweichen. Sie sehen vor, dass Windkraftanlagen mindestens 1.000 Meter von bebauten Wohnlagen entfernt sein müssen. Die CDU beharrt auf diesem Abstand. Landtagsfraktionsvize Georg-Ludwig von Breitenbuch sagte dem Blatt, neue Windräder seien erheblich größer. Die Bürger müssten stärker vor Lärm und Schattenwurf geschützt werden.

Energieminister Günther hatte erklärt, es gebe trotz des geplanten Mindestabstands genug Flächen im Freistaat, wo Windkraftanlagen errichtet werden könnten. Auch an Investoren mangele es nicht.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 15.09.2020 | 07:00 Uhr in den Nachrichten

7 Kommentare

Eulenspiegel vor 2 Tagen

Und dann gibt es unter anderem auch noch dieses Riesenprojekt Power-to-gas.
Wenn sie also behaupten die Versorgungssicherheit sei noch völlig ungeklärt so muss ich ihnen sagen das sie in den letzten 20 Jahren so einiges nicht mit bekommen haben.

Eulenspiegel vor 2 Tagen

Hallo nasowasaberauch
„Der Strom muss bezahlbar bleiben“
Sonne-Wind-und Wasserstrom werden langfristig der billigste Strom sein weil die Energieträger mit null Euro zu Buche schlagen. Was kostet ist nur die Umstellung.
„Gesundheit der Anrainer hat Vorrang“
Es gibt keine andere Art der Stromerzeugung die die Gesundheit der Anrainer so wenig beeinträchtigt als Sonne-Wind-und Wasserstrom.
„Tierschutz, den grünen sonst sehr wichtig, sollte beachtet werden“
Es gibt keine andere Art der Stromerzeugung die den Tierschutz so ernst nimmt als Sonne-Wind-und Wasserstrom. Und die Frage der Versorgungssicherheit? Sie haben Beispielsweise noch nicht von den zwei Unterseekabeln nach Norwegen gehört. Norwegen erzeugt sein Strom zu 95 % aus Wasserkraft. Mit diesem Unterseekabeln stellt uns Norwegen eine sehr große Kapazität an Wasserspeicherkraftwerken zur Verfügung. Das erste Kabel ist bereits im Probelauf.

Harka2 vor 2 Tagen

Da wir den Atomstrom abschalten bist du dann also für die einzige Alternative: Kohleverstromung. Die Verschandelung der Landschaft mit Kohlegruben findest du dann wohl auch besser?

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