Fahrzeug mit der Aufschrift "VOVONIA"
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

16.05.2019 | 15:00 Uhr Wohngarantie der Vonovia: Mieterverein Dresden ist skeptisch

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Deutschland größter Immobilienkonzern Vonovia antwortet mit einer Wohngarantie für ältere Mieter auf die wachsende Kritik an der Branche. Vorstandschef Buch sagte vor der Hauptversammlung am Donnerstag, dass er Mietern ab 70 die Garantie gebe, ihre Wohnungen nicht verlassen müssen. Vonovia sichere ihnen zu, dass ihre Wohnung auch bei Veränderung der ortsüblichen Vergleichsmiete bezahlbar bleibe.

Was ist bezahlbar?

Der Mieterverein Dresden und Umgebung äußerte sich nach der Ankündigung des Wohnungskonzerns zurückhaltend. "In der Presse wurde pauschal darauf hingewiesen, dass die Vonovia bei Veränderungen der ortsüblichen Vergleichsmiete versuchen möchte, dass die Wohnung weiter bezahlbar bleibt. Da stellt sich aber die Frage: Was ist bezahlbar und wie definiere ich das?", sagte Sprecherin Katrin Kroupová.  Es handele sich um eine gut klingende Absichtserklärung. Allerdings bleibe es abzuwarten, was am Ende tatsächlich passiere.

Müssen Mieter ihr Einkommen offenlegen?

Auf die Frage, wie das Unternehmen das Vorhaben umsetzen will und ob die Mieter dafür ihr Einkommen offenlegen müssen, sagte Vonovia-Sprecherin Nina Henckel: "Natürlich brauchen wir eine gewisse Transparenz, um die Gewissheit zu haben, dass alles seine Richtigkeit hat". Darüber hinaus sei es auch denkbar, dass man eine andere Wohnung anbieten könne, die im gleichen Quartier liege, aber bereits altersgerecht umgebaut sei. "Es gibt da viele verschiedene Möglichkeiten", sagte Henckel.

Kein Zugeständnis der Vonovia, sondern Gesetz

Neben der Wohngarantie kündigte Vonovia an, dass es künftig maximal Mietaufschläge von zwei Euro pro Quadratmeter geben soll, wenn eine Wohnung saniert wurde. Katrin Kroupová weist darauf hin, dass es sich dabei nicht um ein Entgegenkommen des Wohnungskonzerns handelt. "Das ist kein Alleinstellungsmerkmal der Vonovia. Vielmehr ist diese Kappungsgrenze für Mieterhöhungen nach einer Modernisierung seit dem 1.1.2019 gesetzlich festgeschrieben." Der Immobilienkonzern betreibt in Dresden rund 38.000 Wohnungen und in Leipzig 9.000.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.05.2019 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

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