Zwei Neubaublocks aus den 70-er Jahren mit sanierten Fassaden und Balkonen
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

21.05.2019 | 14:55 Uhr Mehr Leerstand bei Wohnungsgenossenschaften in Sachsen

Zwei Neubaublocks aus den 70-er Jahren mit sanierten Fassaden und Balkonen
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Der Leerstand bei den sächsischen Wohnungsgenossenschaften hat sich erstmals seit Jahren wieder erhöht. Wie der Verband mitteilte, standen zum Ende des Jahres 2018 mehr als 22.000 Wohnungen (8 Prozent) leer. "Es bleibt zu befürchten, dass die Quote mit erhöhter Geschwindigkeit zunehmen wird", so der Vorstand. Das liege vor allem an der Altersstruktur. In nicht wenigen Genossenschaften sei ein Viertel der Bewohner älter als 80 Jahre. Die zu erwarteten Kündigungen in den nächsten Jahren könnten kaum durch Neueinzüge kompensiert werden.

Wir sehen für Sachsen keine Wohnungsnot [...] Wir haben in den Großstädten sanierte Wohnungen zur Verfügung und wenn ich dann noch ein wenig ins Umland gehe, dort habe ich den Leerstand. Ich halte es für volkswirtschaftlich absolut unsinnig, in 20 Kilometer Entfernung Wohnungen mit Steuergeld abzureißen und in der Innenstadt mit Steuergeld neu zu bauen, das ist unsinnig.

Axel Viehweger Verbandsvorsitzender der sächsischen Wohnungsgenossenschaften

Die Leerstands-Quote fällt je nach Region unterschiedlich aus: Während in den drei großen Städten etwa fünf Prozent der Wohnungen leer stehen, sind es im Landkreis Zwickau rund 15 Prozent.

Genossenschaften investieren in altersgerechte Sanierung

Die Wohnungsgenossenschaften wollen in diesem Jahr vor allem in die Modernisierung von Wohnungen und in den altersgerechten Umbau investieren. Dazu gehören etwa die Nachrüstung mit Fahrstühlen, die Sanierung von Bädern und die Entfernung von Schwellen. Aber auch mehr große Wohnungen für Familien sind geplant. 456 Wohneinheiten sollen in diesem Jahr neu gebaut werden. Die Projekte seien mit jeweils 10 bis 50 Wohnungen eher kleinteilig. Damit soll das Risiko von Leerständen im Neubau mit entsprechend hohen Mietpreisen vermieden werden, hieß es.

Insgesamt sollen in diesem Jahr rund 510 Millionen Euro verbaut werden, 63 Millionen Euro mehr als 2018. Im Verband sind 209 sächsische Wohnungsgenossenschaften organisiert. Sie bewirtschaften rund 270.000 Wohnungen. Das entspricht 18,1 Prozent aller Mietwohnungen in Sachsen.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL| 21.05.2019 | 19:00 Uhr

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