21.07.2020 | 16:44 Uhr Wolfsmonitoring: In Sachsen sendet nur noch Peter

Ein Wolf
Symbolbild Bildrechte: dpa

Künftig gibt es weniger Informationen über die Wanderbewegungen von Sachsens Wölfen. Aktuell senden nur noch zwei von ursprünglich vier besenderten Tieren Daten für das Wolfsmonitoring. Das teilte die Fachstelle Wolf des Landesumweltamtes Sachsen mit.

Halsband hat sich gelöst

So wurde nach Angaben der Fachstelle Wolf das Funkhalsband des Rüden Hans in der schwer zugänglichen Königsbrücker Heide gefunden, nachdem es bereits 20 Tage keine Daten mehr über GPS geschickt hatte. Die Experten im Landesumweltamt gehen davon aus, dass sich die Muttern an dem Halsband gelöst haben. Fremdeinwirkung durch Menschen werde ausgeschlossen, hieß es. Wolf Hans scheint unterdessen wohlauf, er war in die Fotofalle einer Wildkamera getappt - mit erkennbarem Abdruck des verlorenen Sendehalsbandes, wie das Landesumweltamt informierte. Im April dieses Jahres wurde die ebenfalls mit einem Sender ausgestattete Wölfin Lotta in der Lausitz tot aufgefunden. Experten zufolge starb sie an schweren Bissverletzungen als Folge von Revierkämpfen.

Begibt sich ein besenderter Jungwolf auf Abwanderung, können Erkenntnisse über die Wahl der Wanderroute, bevorzugte Aufenthaltsorte, mögliche Barrieren und Gefahren für wandernde Wölfe gewonnen werden.

Vanessa Ludwig Landesumweltamt, Fachstelle Wolf

Wölfe verschiedener Territorien waren im Rahmen eines speziellen Landesprogramms mit Sendern versehen worden, um besser nachvollziehen zu können, wie ausgreifend sich die Tiere in ihren Revieren bewegen, wann sie beispielsweise besonders aktiv sind und wann sie ruhen. "Die so gewonnenen Daten sind eine wertvolle Ergänzung zum herkömmlichen Wolfsmonitoring. Besonders in einer Region wie der Oberlausitz, in der der Wolfsbestand in den letzten Jahren nicht nur gewachsen ist, sondern sich auch weiter verdichtet hat", erklärt Vanessa Ludwig von der Fachstelle Wolf.

Ortung mittels Satelliten

Die modernen Halsbandsender besitzen in der Regel einen GPS-GSM- oder einen Iridium-Sender, der den Aufenthaltsort des Tieres mittels Satelliten ortet. "Bei GPS-GSM-Sendern werden die Ortungsdaten zunächst im Halsband gespeichert und dann als SMS an die Bodenstation der Forscher geschickt. Iridium-Sender verschicken ihre Daten dagegen über einen Satelliten an die Bodenstation", führt Ludwig aus.

Weitergezogen nach Mecklenburg-Vorpommern

Daten bekommen die Forscher noch von einer jungen Wölfin mit dem Namen Juli. Das Tier war im Frühjahr aus Sachsen abgewandert und streift nun durch Mecklenburg-Vorpommern. Aus dem Freistaat sendet derzeit nur Peter: Der Rüde wurde im April mit einem Halsband versehen und ist wahrscheinlich der Vater des Mulkwitzer Rudels. Die Experten des sächsischen Wolfsmonitorings wollen versuchen, Anfang nächsten Jahres weitere Wölfe mit Halsbandsendern zu versehen.

Quelle: MDR/dpa/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.07.2020 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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