Eine Pflegerin gießt einer Frau Milch in den Kaffee
Altenpflegerinnen ambulanter Pflegedienste helfen bei ganz alltäglichen Dingen wie Essen oder Kaffee trinken. Viele Mitarbeiter und Pflegebedürftige wünschen sich mehr Zeit füreinander, damit auch freundliche Gespräche möglich sind. Bildrechte: colourbox.com

Ambulant, stationär oder häuslich Zahlen und Fakten: So wird in Sachsen gepflegt

In der Pflege gibt es so viele Fachbegriffe, dass man schnell durcheinander kommen kann. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen ambulanter und stationärer Pflege. Die Mitarbeiter der einzelnen Bereiche haben Aufgaben, die gesetzlich festgelegt sind. Welche das sind und wie viele Menschen in Sachsen tagtäglich Pflege überhaupt erst ermöglichen, zeigt die Übersicht von MDR SACHSEN in kompakter Form.

Eine Pflegerin gießt einer Frau Milch in den Kaffee
Altenpflegerinnen ambulanter Pflegedienste helfen bei ganz alltäglichen Dingen wie Essen oder Kaffee trinken. Viele Mitarbeiter und Pflegebedürftige wünschen sich mehr Zeit füreinander, damit auch freundliche Gespräche möglich sind. Bildrechte: colourbox.com

In Sachsen unterscheidet man zwischen ambulanter Pflege, häuslicher Pflege mit 24 Stunden Betreuung und stationärer Pflege. Ambulante Pflege findet in der eigenen Wohnung statt. Meist kommt der Pflegedienst zu festgelegten Zeiten zum Pflegebedürftigen. Die Pflegekräfte helfen bei alltäglichen Aufgaben, die nicht mehr allein zu Hause bewältigt werden können. Bei der häuslichen Pflege mit 24 Stunden Betreuung findet die Pflege ganztags in der Wohnung statt. Wer auch medizinische Pflege braucht, sollte einen ambulanten Pflegedienst mit der häuslichen Pflege mit 24 Stunden Betreuung verbinden.

Kann gar nicht mehr zu Hause gepflegt werden, gibt es die stationäre Pflege, die sich in zwei Bereiche teilt. Brauchen Menschen nur leichte medizinische Pflege, können sie in ein Seniorenheim oder Seniorenwohnheim ziehen, wo sie in einem eigenen Appartement oder Zimmer wohnen und medizinische Hilfe nach Bedarf bekommen. Steigt der Pflegebedarf, ist der Umzug in ein Pflegeheim notwendig. Das Pflegepersonal übernimmt im Schichtbetrieb ganztags die medizinische und pflegerische Betreuung.

Grafik Pflege in Sachsen
Bildrechte: MDR SACHSEN

Immer mehr Sachsen arbeiten in der Pflege

Ende 2015 haben in Sachsen in den Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege rund 62.700 Menschen gearbeitet. Der Großteil der Pflegekräfte arbeitete in den stationären Einrichtungen. Dort waren rund 38.500 Mitarbeiter beschäftigt.

Bei ambulanten Pflegediensten arbeiteten etwa 24.200 Mitarbeiter. Das entspricht einem Anteil von 38,5 Prozent. Laut Statistischem Landesamt Sachsen ist die Zahl der Beschäftigten im Pflegebereich seit 1999 um 112,1 Prozent gestiegen.

Grafik Pflege in Sachsen
Bildrechte: MDR SACHSEN

Immer mehr Pflegebedürftige werden ambulant betreut

In Sachsen sind knapp 167.000 Menschen pflegebedürftig. Die Zahl der ambulant betreuten Pflegebedürftigen nimmt immer mehr zu. In der Zeit von 1999 bis 2015 stieg ihr Anteil um zwei Drittel.

Die Zahl der stationär betreuten Pflegebedürftigen nahm im gleichen Zeitraum um 59,7 Prozent zu. Das zeigt sich auch in der Zahl der Pflegeeinrichtungen.

Grafik Pflege in Sachsen
Bildrechte: MDR SACHSEN

Das Personal in der Stationären Pflege

Im stationären Bereich waren 2015 in Sachsen fast zwei Drittel (65,9 Prozent) der Beschäftigten mit der Pflege und Betreuung der Pflegebedürftigen beschäftigt. Gegenüber 1999 hat sich die Mitarbeiterzahl verdoppelt.

Berücksichtigt man noch die Beschäftigten, die für die soziale Betreuung zuständig waren, so machten diese Beschäftigten insgesamt 78,3 Prozent des gesamten Personalstamms aus. Zählt man den Hauswirtschaftsbereich noch zur Pflege und Betreuung in stationären Einrichtungen, waren es sogar 91 Prozent.

Grafik Pflege in Sachsen
Bildrechte: MDR SACHSEN

Grundpflege bei ambulanten Pflegediensten

In ambulanten Pflegediensten waren Ende 2015 mehr als zwei Drittel der Beschäftigten (68,6 Prozent) in der Grundpflege tätig. Sie haben den Betroffenen zum Beispiel beim An- und Auskleiden, Waschen und Essen geholfen.

Fast ein Zehntel der Beschäftigten war Ende 2015 in der hauswirtschaftlichen Versorgung tätig, hat also Wohnungen gereinigt, Essen zubereitet, Bettwäsche gewechselt und Alltagsbesorgungen gemacht. Das waren 23,3 Prozent mehr als noch Ende der 1990er-Jahre.

Was bedeutet eigentlich Grundpflege? Grundpflege meint grundlegende und regelmäßig wiederkehrende Pflegeleistungen wie Körperpflege, Ernährung und Aktivitäten im Alltag.

Ärztlich verordnete Behandlungen wie Medikamentengabe, Spritzen oder Verbandswechsel werden als Behandlungspflege bezeichnet.

Allerdings: Beide Begriffe gelten seit etwa zehn Jahren als veraltet. Trotzdem werden sie immer noch im Sozialgesetzbuch verwendet.

Quelle: MDR/sth/kk/Landesamt für Statistik Sachsen

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.03.2018 | 13:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 15:19 Uhr

Aus dem Pflegealltag