MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Ratgeber Ausmisten - das seelische Sortieren

Geht es Ihnen auch oft so? Ratlosigkeit, wenn es um das Ausmisten oder Wegschmeißen alter Kleidung oder alten Krempels geht. Wer sich durchringt und im Schrank klar Schiff machen will, tut sich zum Jahresanfang Gutes.

Es gibt Menschen, die haben zahllose Hosen, Blusen und Gürtel im Schrank und könnten NIE etwas wegschmeißen. Wer sich durchringt und im Schrank klar Schiff machen will, sollte mit System vorgehen. Gut ist es, den Schrank in Winter- und Sommerkollektion zu teilen und die warmen Sachen bis zur kühlen Jahreszeit in eine Kiste zu packen, in denen vorher die dünnen Kleider waren. Die Behältnisse sollten gut beschriftet und im Abstellraum oder Keller gelagert werden. Es gibt viele Methoden beim Ausmisten strukturiert vorzugehen.

Normalerweise sagt man, was man ein bis zwei Jahre nicht getragen hat, kommt weg.

Einkaufsberaterin Simone Piskol

Bewährt hat sich das Sortieren auf drei Haufen: Wegschmeißen, Aufheben oder "Weiß ich noch nicht". Der Psychologe von der Leipziger Uni, Kurt Seikowski, meint: "Wenn man zu viel zum Entrümpeln hat, kann man einen Plus-Minus-Zettel machen und sich die Frage stellen: Was brauche ich wirklich nicht mehr? Das bekommt ein Minus. Was ich doch noch brauche, bekommt ein Plus."

Bringen Sie Ihre Bedürfnisse in eine Rangfolge

Kurt Seikowski empfiehlt eine Bedürfnishierarchie zu erstellen, die nicht nur beim Sortieren und Wegschmeißen alter Klamotten oder Gegenstände anwendbar ist. Ausmisten habe auch immer etwas mit seelischem Sortieren zu tun: "Schreiben Sie mal zehn Punkte auf, was Sie gern machen möchten. Dann bringen Sie die Bedürfnisse in eine Rangfolge der Machbarkeit. Ziffer eins bekommt das, was am ehesten umsetzbar ist", rät der Psychologe. Ein Beispiel: Fallen Ihnen beim Ausmisten Schuhe in die Hand, die Sie früher gern beim Tanzen getragen haben und Sie erinnern sich daran, welchen Spaß sie hatten, könnte dies ein Punkt auf der Bedürfnishierarchie sein.

Wem das Herz blutet, wenn er gebrauchsfähiges, aber für ihn nicht mehr passendes, wegwerfen muss, weil der Platz dafür nicht mehr reicht, der kann Dinge bei Onlineportalen, wie zum Beispiel Ebay einstellen. In vielen Städten gibt es inzwischen auch "Läden für nichts", die Kleider und zum Beispiel Spielzeug annehmen. Dies tut natürlich auch der gute alte A&V-Laden um die Ecke.

Über das Thema berichtete MDR SACHSEN im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.12.2017 | 10:46 Uhr