28.10.2019 | 12:00 Uhr E-Scooter-Verleiher im Test

Man sieht sie überall stehen, zumindest in größeren Städten: E-Scooter. Rund 40.000 gibt es mittlerweile in den deutschen Metropolen, in ganz verschiedenen Varianten von unterschiedlichen Anbietern. Stiftung Warentest hat jetzt vier der größten Verleiher Circ, Lime, Tier und Voi getestet. MDR SACHSEN hat bei Claudia Till von Stiftung Warentest nachgefragt: Was muss man bei der Ausleihe eines E-Scooters beachten und klappt die Sache so, wie gewünscht?

App runterladen, registrieren, Roller entsperren und losdüsen. Funktioniert das Ganze tatsächlich so unkompliziert?

Claudia Till: Ja, es ist tatsächlich ganz einfach, die Apps herunterzuladen und die Scooter auszuleihen. Dennoch gab es mit allen Apps im Praxistest immer wieder Probleme. Mal war zum Beispiel der Scooter nicht da, wo er sein sollte. Mal klappte das Entsperren nicht oder die Rückgabe. In einem Fall entstanden uns auch Kosten, obwohl wir den Scooter gar nicht ausleihen konnten.

Wie sieht es mit dem Fahrgefühl und der Sicherheit aus? Muss man das nicht vorher wenigstens mal kurz geübt haben?

Ja, es macht auf jeden Fall Sinn, erstmal mit einem E-Scooter zu üben, bevor man losdüst, denn das Fahrgefühl ist anfangs ungewohnt, vor allem bei engen Kurven und beim Abbiegen. Wir haben festgestellt, dass auf ebenem Untergrund das Fahren mit den E-Scootern problemlos funktioniert. Auf Kopfsteinpflaster oder auf anderen holprigen Wegen ist der Fahrspaß jedoch schnell vorbei. Unsere Tester wurden teilweise so sehr durchgeschüttelt, dass sie die Fahrt wegen Sicherheitsbedenken abbrechen mussten und die E-Scooter auf dem Gehweg geschoben haben.

Um einhändig zu fahren, also um das Abbiegen per Handzeichen anzuzeigen, sind die Scooter viel zu wackelig. Man muss sehr langsam fahren und darf den Schulterblick nicht vergessen.

Claudia Till | Stiftung Warentest

Sind die Roller für jeden Körpertyp geeignet - also auch für größere und schwere Menschen?

Beim Gewicht gibt es Beschränkungen. Man darf maximal 100 Kilogramm wiegen. Für sehr große Menschen ist der Roller von "Circ" zu klein, da der Lenker vergleichsweise niedrig ist. Gut geeignet für Große ist beispielsweise der Roller von "Tier".

Wie teuer ist die Ausleihe eines E-Scooters?

Der Spaß ist teuer. Zehn Minuten kosten mindestens 2,50 Euro. Am teuersten ist der Anbieter "Lime". Eine zehnminütige Fahrt mit dem "Lime"-Roller kostet zum Beispiel in Hamburg 3,50 Euro. Mietfahrräder, der öffentliche Nahverkehr und sogar teilweise Carsharing-Autos sind günstiger.

Muss ich mir eigentlich Sorgen um meine Daten machen, wenn ich mich bei den Apps registriere?

Man sollte als Nutzer wissen, dass man neben dem Geld auch mit seinen Daten bezahlt. Unsere IT-Experten haben festgestellt, dass alle Apps mehr Nutzerdaten einsammeln, als eigentlich für die Nutzung der App erforderlich wäre. Wir sehen das kritisch, weil es einfach überflüssig ist.

Quelle: MDR/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.10.2019 | 10-12 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2019, 12:00 Uhr

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