Die Tanten kümmern sich Elefantenbaby zeigt sich Besuchern im Zoo Leipzig

Das angenehme Wochenendwetter haben viele Sachsen für einen Zoobesuch genutzt. Im Zoo Leipzig war Elefanten-Gucken angesagt. Der jüngste Nachwuchs durfte am Freitag zum ersten Mal raus - und lässt unseren Zooreporter Dirk Hentze einfach nur staunen.

Fast wie bei einem Popkonzert, nur ohne Kreischen. Mehr als 100 Schaulustige hatten sich am Freitag am Holzzaun vor der Anlage versammelt, dicht gedrängt, die Handys überm Kopf - und schnappschussbereit. Langsam schob sich die überdimensionale Tür des Elefantenhauses beiseite. Erst kamen zwei große Rüssel zum Vorschein, dann der kleine. Ohne großes Zögern ging das Elefantenbaby hinaus ins Freie. Sichtbar neugierig stapfte es von links nach rechts. Durchs Heu, zum Wasser - alles war neu.

Ich bleibe optimistisch, obwohl mir sehr bewusst ist, dass wir noch nicht über den Berg sind.

Prof. Jörg Junhold | Direktor Zoo Leipzig

Der kleine Bulle war mit seinen beiden Tanten draußen im Freien, nicht mit Hoa (33), seiner Mutter. Die hat nach wie vor kein Interesse an ihrem Nachwuchs und gibt auch keine Milch mehr. Der Kleine wird mit Ersatzmilch ernährt. Die Tierpfleger hoffen, dass er in den ersten vier Wochen genügend Erstmilch aufgenommen hat, so dass er eine Chance hat, dauerhaft zu überleben.

Zoo Leipzig erwartet weiteren Nachwuchs

Der optische Eindruck ist vielversprechend. Das kleine Elefantenkalb scheint fit. "Es geht ihm gut. Er könnte etwas mehr wiegen. Er genießt sichtlich die Sonnenstrahlen", sagt der Zoodirektor Jörg Junhold. Nun soll Tantenliebe die Mutterliebe ersetzen. Insbesondere Don Chung (36), die ältere Kuh, nimmt ihn gut an. Rani (9), die jüngere Tante des Minielefanten, ist manchmal etwas schreckhaft. "Aber auch dort sind wir guten Mutes", sagt Jörg Junhold. Rani ist zudem trächtig. In etwa einem Jahr wird ihr Elefantenbaby erwartet. "Deshalb sollte sie von dem Kleinen auch lernen, mit einem Jungtier klarzukommen", sagt der Zoo-Chef.

Der Elefant ist so süß. Ich geh' kaputt.

Eine Zoo-Besucherin am Freitag

Elefantenbaby muss in OP-Saal

Ein Mann neben einem Elefantenkalb
Das Elefantenkalb erkundete Ende März zum ersten Mal die Außenanlage - in Obhut eines Pflegers. Bildrechte: Zoo Leipzig

Um das Ende Januar geborene Elefantenkalb nicht zu überanstrengen, bleibt die Zeit, in denen die Fans das Kleine beobachten können, begrenzt. Das Elefantenhaus bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Es wird als Rückzugsort gebraucht, wo auch das Tränken des Elefanten stattfindet, erklärt der Zoo-Direktor. In den Außenanlagen werden aber immer Tiere zu sehen sein. "Wir können keine Garantie abgeben, zu welchen Uhrzeiten der Kleine zu sehen sein wird", erklärt Jörg Junhold. Das hängt von den Witterungsverhältnissen ab und von der Gruppensituation der Elefanten. Und in erster Linie vom Gesundheitszustand des Kleinen selbst.

In Kürze steht dem kleinen Elefanten eine Operation bevor. "Es wurde ein nicht lebensbedrohlicher Nabelbruch diagnostiziert, der innerhalb der nächsten Wochen eine Operation erforderlich macht. Insofern können wir noch nicht von einer stabilen Situation sprechen", so der Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard.

Quelle: MDR SACHSEN/dh/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.03.2019 | 13-18 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2019, 15:52 Uhr