Mythos oder Wahrheit? Hat Frostgemüse mehr Vitamine als frische Ware aus dem Supermarkt?

In der Lommatzscher Pflege werden derzeit Erbsen geerntet und erntefrisch eingefroren. Die Erbse ist ein kritisches Gemüse. Sie muss schnell verarbeitet werden, damit sie nicht schlecht wird. Angeblich sollen durch das Einfrieren ohnehin mehr Vitamine erhalten bleiben, als uns die frische Ware aus dem Supermarkt bieten kann. Stimmt das tatsächlich oder ist das ein Mythos? Im Gespräch ist Ernährungsberaterin Tessa Rehberg.

Erbsen auf einem Holztisch
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Hat gefrostetes Gemüse mehr Vitamine als die frische Ware aus dem Supermarkt?

Tessa Rehberg: Definitiv. Vor allem, wenn das Einfrieren mit hochleistungsfähigen Gefrier-Maschinen passieren kann. Dann werden die Zellen so schnell runtergekühlt, dass sie keine Stoffwechselaktivität mehr betreiben. Damit bleibt das Gemüse wirklich in dem Zustand, indem es ist. Dann hat dieses Tiefkühlgemüse einen sehr hohen Nährwert. Die Vitamine sind dann noch sehr gut erhalten. Sodass das eine günstige Alternative, auch für die Vorratshaltung, ist.

Die Erbse ist eine junge Hülsenfrucht. Wir rechnen sie aber zum Gemüse.

Klappt das auch Zuhause mit dem Einfrieren?

Zuhause im eigenen Kühlschrank sollte man darauf achten, dass man die Gefrierpäckchen nicht zu groß packt, sprich nicht zwei Kilo Frostgut in einen Beutel packen. Das dauert ewig, bis das, was in der Mitte liegt, runtergekühlt ist. Es sollte schnell durchgefrostet sein.

Um beim Beispiel Erbsen zu bleiben: Wie gesund sind Erbsen?

Die Erbse ist schon etwas Besonderes unter den Gemüsen. Da sie neben reichlich Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen auch noch etwas mehr Stärke enthält. Die Erbse hat ein paar Kilokalorien mehr als zum Beispiel Wirsing oder Rosenkohl. Allerdings macht sie dadurch auch gut satt. Sie ist sehr mineralienreich und das macht sie zu einem hochwertigen Gemüse.

Welches Erbsengericht mögen Sie am meisten?

Ich liebe Erbsen, vor allem mit Salz und Butter. Ich gestehe es.

Tiefgefrorenes ist besser als abgestandenes Gemüse. Vor allem bei langen Transportwegen gehen Inhaltsstoffe verloren.

Bildergalerie Bei der Erbsenernte in der Lommatzscher Pflege

Sie blickt nur zu gerne hinter die Kulissen: Reporterin Monika Werner hat es auf die Felder der Lommatzscher Pflege verschlagen. Dort ist die Erbsenernte in vollem Gange.

Monika Werner bei der Erbsenernte
Reporterin Monika Werner im Einsatz: In der Lommatzscher Pflege sind die Erbsen reif. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Monika Werner bei der Erbsenernte
Reporterin Monika Werner im Einsatz: In der Lommatzscher Pflege sind die Erbsen reif. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Monika Werner bei der Erbsenernte
Zehn Tage am Stück wird jetzt hier geerntet. Nur so kommen die Erbsen in guter Qualität in den Handel. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Erbsenernte
Den perfekten Erntezeitpunkt hat Anbauberater Bernd Schmiedgen bestimmt. Er prüft, ob die Erbsen reif sind. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Monika Werner bei der Erbsenernte
Je zarter die Erbse, desto besser ist sie im Geschmack. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Monika Werner bei der Erbsenernte
Vom Feld weg geht es in die Qualitätskontrolle. Jede Ladung wird hier geprüft. Unter anderem werden dabei Größe und Härte der Erbsen gemessen. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Erbsenernte
Die nächste Station: Hier nehmen die Erbsen erstmal ein Bad in der Menge. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Monika Werner bei der Erbsenernte
Nach dem Waschen werden die Erbsen blanchiert, das heißt auf 95 Grad Celsius erhitzt und dann ganz schnell wieder abgekühlt. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Monika Werner bei der Erbsenernte
Auch für die Maschinen gilt: Die empfindlichen Erbsen müssen immer vorsichtig behandelt werden. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Monika Werner bei der Erbsenernte
Der Froster versetzt die Erbsen dann in den Kälteschlaf - neben der Konsvervierung in der Dose ist das eine der beliebtesten Methoden, um Gemüse haltbar zu machen. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Monika Werner bei der Erbsenernte
Zu guter Letzt kommen die Erbsen in die Verpackungsstraße. Insgesamt 400 Tonnen pro Tag kommen in die Tüte und von dort in den Handel. Bildrechte: MDR/Monika Werner
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Quelle: MDR SACHSEN/sz/in

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Der Tag | 20. Juli 2021 | 08:00 Uhr