Gespräch Falsche Zinsberechnung bei "Prämiensparverträgen" der Sparkassen

Die Prämiensparverträge der Sparkassen sorgten bereits im vergangenen Jahr für reichlich Schlagzeilen. Um das Jahr 2000 herum hatten viele Sparkassen "Prämiensparverträge" angeboten. Der vermeintliche Vorteil damals: tolle Grundverzinsung und Bonus-Endprämien. Zahlreiche Sparer schlossen diesen Vertrag ab.

Dann kam die jahrelange Zinsflaute,
woraufhin die Sparkasse diese Sparverträge kündigte. Verunsicherte Kunden meldeten sich daraufhin bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Die fand bei Prüfung der Sparverträge heraus, dass nicht nur so manche Kündigungen unrechtmäßig waren, sondern auch, dass viele Langzeit-Sparer nicht die Zinsen bekommen haben, die ihnen zugestanden hätten.

Darüber hat Maik Teschner mit der Finanzexpertin Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen gesprochen.

Um was für Beträge handelt es sich im Einzelfall?

Es geht nicht um kleine Beträge. Im Regelfall handelt es sich um drei- bis vierstellige Beträge. Aber wir haben auch einen Fall, bei dem es um 12.000 Euro geht. Sicher eine Ausnahme. Da wurde viel Geld in den Sparvertrag eingezahlt.

Besteht denn die Chance, dass die Sparer den Differenzbetrag bekommen?

Wir sehen gute Chancen. Vermutlich werden die Institute den Betroffenen nicht gleich den gesamten Betrag anbieten, sondern mit einem Vergleich kommen. Dann muss jeder Sparer selbst entscheiden, ob dieser für ihn akzeptabel ist oder nicht.

Ist er das nicht, kann der Sparer sich im weiteren Verlauf an einen Ombudsmann wenden, um den Streit außergerichtlich zu schlichten. Zuallerletzt kommt immer noch die Klage in Betracht. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass wir als Verbraucherzentrale Sachsen eine Musterfeststellungsklage führen.

Was wäre jetzt der erste Schritt für betroffene Sparkassen-Kunden?

Wir empfehlen, die langfristigen Sparverträge daraufhin zu überprüfen oder prüfen zu lassen, ob die Zinsanpassung ordnungsgemäß war oder nicht, und deshalb eine Nachforderung eingereicht werden kann. Das gilt für laufende als auch für die in Sachsen 2017 gekündigten Verträge. Sparer können sich daher auch an die Verbraucherzentrale Sachsen wenden. Man bekommt eine Berechnung mit einer rechtlichen Bewertung. Damit kann man dann seine Ansprüche geltend machen.

Weiterlesen

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.02.2019 | 13:00-18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2018, 17:21 Uhr