Nachgefragt Wie funktioniert der Führerscheinumtausch?

43 Millionen Führerscheine müssen ab 2022 in neue, fälschungssichere Führerscheine umgetauscht werden. 2033 soll der Tausch abgeschlossen sein. Welche Fristen gelten? Und wer tauscht den Führerschein um? MDR SACHSEN hat bei Katharina Lucá vom ADAC nachgefragt.

Verschiedene Führerscheine
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Wer muss seinen Führerschein umtauschen?

Im Endeffekt müssen alle, deren Führerschein vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt worden ist, den Führerschein umtauschen. 15 Millionen Papierführerscheine und 28 Millionen Scheckkarten-Scheine müssen folglich in den kommenden Jahren umgetauscht werden.

Der Umtausch erfolgt in einer bestimmten Reihenfolge. Woher weiß der Nutzer, wann er dran ist?

Der Umtausch erfolgt gestaffelt. Das kann man in verschiedenen Tabellen nachlesen. Wir haben unter anderem auch auf adac.de eine solche Tabelle, in der man mit dem Geburtsdatum und dem Ausstellungsjahr genau ersehen kann, bis wann man den Führerschein umtauschen muss

Kann man seinen Führerschein auch außerhalb dieser Fristen umtauschen?

Ein freiwilliger Umtausch ist eigentlich jederzeit möglich und geht auch schon vor dem in diesen Umtausch-Tabellen festgeschriebenem Datum. Durch die festgelegte Regelung und durch diesen Stufenplan soll eine Überlastung der Behörden und lange Wartezeiten vermieden werden.

Es geht darum, dass die Führerscheine fälschungssicher werden. Gibt es noch andere Gründe?

Der Hintergrund der Umtauschaktion ist tatsächlich, dass Führerscheine künftig EU-weit fälschungssicher und einheitlich sein sollen.

Muss man beim Umtausch des Führerscheins noch Fahrtests oder ähnliches machen?

Im Endeffekt ist der Umtausch ganz einfach: Man geht zur Führerscheinstelle und stellt dort einen Antrag auf Umtausch für die Motorrad- oder Pkw-Klasse. Es bedarf keiner Prüfung oder Gesundheitsuntersuchung.

Was, wenn Nutzer ihren Führerschein nicht umtauschen?

Der Umtausch ist tatsächlich verpflichtend. Wer weiter mit seinem alten Führerschein fährt und die Fristen verstreichen lässt, der riskiert ein Verwarnungsgeld. Auch im Ausland kann man Probleme bekommen, wenn man nach Ablauf dieser Umtauschfristen mit den alten Führerscheinen unterwegs ist.

Wie lange gilt der neue Führerschein?

Die Fahrerlaubnis, die man mal gemacht hat, ist auch weiterhin gültig - unbefristet. Das neue Dokument selber, also das Führerscheindokument, wird auf 15 Jahre befristet. Dann bekommt man eine neue Scheckkarte (d.h. Führerschein aus Plaste) - auch wieder ohne Prüfung oder Gesundheitscheck.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 18. Oktober 2021 | 11:24 Uhr