23.07.2019 | 08:50 Uhr Grillen auf Balkon und Terrasse - was ist erlaubt?

Was wäre ein Sommer ohne Bratwurst, Steak oder Grillgemüse - wahrscheinlich nur halb so schön, oder? Und weil die meisten gern grillen, sind auch die Nachbarn sehr tolerant, wenn nebenan der Grill auf dem Balkon angefeuert wird. Aber ist das überhaupt erlaubt? MDR SACHSEN klärt auf.

Ein Mann grillt verschiedenes Fleisch und Gemüse auf dem Balkon. 2 min
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Ist Grillen auf Terrasse oder Balkon erlaubt?

Auch wenn darüber immer wieder gerätselt wird: Grillen gehört zum deutschen Kulturgut und ist grundsätzlich auch in Miethäusern erlaubt.

Welche Einschränkungen gibt es?

Steaks auf einem Elektrogrill
Grillen auf dem Balkon oder im Grundstücksgarten - viele Vermieter haben nichts dagegen. Bildrechte: IMAGO

Der Vermieter kann festlegen, ob in seinem Objekt gegrillt werden kann. "Ist im Mietvertrag zum Grillen nichts geregelt, dann darf ich als Mieter grundsätzlich grillen. Egal ob auf Balkon, Terrasse oder im Garten", sagt Anke Matejka vom Deutschen Mieterbund e.V.. Ist im Mietvertrag ein Verbot festgeschrieben, was das Grillen auf dem Balkon betrifft, muss ich mich auch daran halten. Ansonsten riskiert der Grillfreund sein Mietverhältnis. Steht also nichts zum Thema Grillen im Mietvertrag, dann darf fröhlich gebrutzelt werden.

Welcher Grill darf genutzt werden?

Elektro-, Gas- oder Holzkohle-Grill - welchen Grill darf man im Mietshaus benutzen? "Der Elektrogrill stellt auf dem Balkon kein Problem dar", so Anke Matejka. Bei einem Gas-Grill wäre die Miet-Fachfrau vorsichtig: "Eine Gasflasche in der Wohnung zu haben ist nicht gerade ohne." Der Holzkohlegrill bringt sicherlich das schönste Aroma, allerdings ist der auf dem Balkon aus brandschutztechnischen Gründen verboten.

Der Holzkohlegrill ist auf dem Balkon verboten.

Anke Matejka | Deutscher Mieterbund e.V.

Wie oft muss man den Grillgeruch des Nachbarn ertragen?

Auf der Terrasse oder im Hof darf der Holzkohlegrill zum Einsatz kommen, wenn kein anderer Mieter durch den Rauch oder Qualm belästigt wird. Und das kommt natürlich öfter vor und kann zum Streitpunkt werden, gerade wenn der Rauch immer wieder ins Wohnzimmer zieht oder die saubere Wäsche nach Grillparty duften lässt.

Landen Streitigkeiten um das Grillen oft vor Gericht?

Wie oft der Grillgeruch des Nachbarn zumutbar ist, kommt immer wieder zum Streit und der landet tatsächlich auch vor Gericht. "Die zulässige Häufigkeit von Grillabenden wird von den Gerichten unterschiedlich gesehen. Man sollte es nicht übertreiben und jeden Tag grillen", so Anke Matejka vom Deutschen Mieterbund e.V., "aber zweimal grillen im Monat wird von den Gerichten für zulässig erachtet."

Wie sieht es mit der Uhrzeit beim Grillen aus?

Meist grillt man in Gesellschaft und sollte natürlich nicht vergessen die Nachtruhe einzuhalten. 22 Uhr ist Zapfenstreich.

Die Grillwurst als Streitschlichter …

Um Streit im Vorfeld zu vermeiden, ist es ratsam den geplanten Grillabend in der Hausgemeinschaft rechtzeitig anzukündigen. Grillgegnern kann als Streitschlichter einfach eine Grillwurst oder ein Steak frei Haus geliefert werden.

Quelle: MDR/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22. und 23.07.2019 | 10-13 Uhr