Vorsicht bei Haustürgeschäften! Preiswucher bei Teppichreinigungsfirmen

Immer wieder warnen Verbraucherschützer vor dubiosen Haustürgeschäften. Trotzdem gehen Menschen, auch in Sachsen, unseriösen Firmen auf den Leim. Im Vogtland wirbt seit einiger Zeit eine Teppichreinigungsfirma mit Flyern für schnelle und fachgerechte Reinigung und zieht gutgläubige Kundschaft gewaltig über den Tisch. MDR-SACHSEN-Reporter Roland Bromnitz weiß mehr darüber und berichtet.

Ein Anruf genügt und die ominöse Firma rückt mit Reinigungsgeräten direkt in der Wohnung an. Auf ihrem Flyer wirbt sie mit einem Sonderangebot von 50 Euro. Aber die Preise, die wirklich verlangt werden, sind jenseits von Gut und Böse, bestätigt die Chefin der Verbraucherzentrale in Auerbach, Heike Teubner.

Wir hatten mehrere Fälle bei uns in Klingenthal. Da haben zwei Teppiche 1.700 Euro gekostet. Es gab auch Fälle in Reichenbach und in Netzschkau. Da lag der Preis bei 1.300 Euro.

Heike Teubner | Chefin der Verbraucherzentrale in Auerbach
Ein Mann in Latzhose kniet neben einem zusammengerollten Teppich. während er zur Kamera schaut, lächelt und mit seiner linken Hand den ''Daumen hoch'' zeigt.
Wer auf ein Sonderangebot für Teppichreinigung hereinfällt, kann schnell 1.000 Euro los sein. Bildrechte: Colourbox.de

Ungewöhnlich sei die Dreistigkeit, mit der die drei Reinigungsmänner, die offenbar aus Osteuropa stammen, vorgehen. Eine betroffene Rentnerin, die für die Reinigung eines Teppichs und eines Sofas sehr tief in die Tasche greifen musste, hat die Erfahrung in der eigenen Wohnung machen müssen. In einer Viertelstunde waren die Männer bei ihr fertig und verlangten am Ende 800 Euro, in bar und ohne Quittung. Die Verbraucherzentrale recherchierte den Fall nach. Diese Dienstleistung hätte nicht mehr als 350 Euro kosten dürfen.

Tür zu!

Die Verbraucherzentrale rät dringend von Haustürgeschäften ab. Sie bittet Firmen aufzusuchen, die vor Ort niedergelassen und schon länger bekannt sind. Im Vorfeld sollte man immer ein Preisangebot machen lassen, um objektiv vergleichen zu können.

Ich bin erstmal gestraft genug. Jetzt lasse ich keinen mehr rein.

Barbara Penner | Rentnerin, die einem Haustürgeschäft auf den Leim ging

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.10.2018 | 10:00-13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2018, 13:58 Uhr