Von Hexen und Monstern Albträume von Kindern ernst nehmen

Albträume können ziemlich belastend sein. Für Erwachsene und erst recht für Kinder. Sie können noch nicht zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden und brauchen unsere Hilfe. Lesen Sie hier, wie die aussehen kann.

Haben Sie gut geschlafen? Oder plagen Sie sich mit dem Rest eines Albtraumes herum? Obwohl wir wissen, dass es eben nur ein Traum war, können solche Träume ziemlich belastend sein. Bei Kindern ist das ein bisschen anders. Sie können bei Albträumen noch nicht zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden - "und brauchen unsere Hilfe, wenn sie nachts ängstlich aufwachen, weil sie von Monstern unterm Bett geträumt haben", hat sich Heike Endig von einer Psychologin sagen lassen. Unsere MDR SACHSEN-Reporterin hat Leon getroffen, der immer wieder von Albträumen wach wird.

Die kindliche Welt verstehen

Ein Elternpaar schläft, in der mitte liegt ein blondes Kleinkind und schläft ebenfalls.
Wenn Kinder schlecht träumen, brauchen sie Trost - am besten von Mama und Papa. Bildrechte: Colourbox.de

Leon kann sich noch gut an seinen letzten Albtraum erinnern, da hatte er gedacht, seine Schwester ist tot. Ein schrecklicher Traum. Der einen neunjährigen Jungen natürlich nachts aus dem Bett treibt. "Manchmal gehe ich dann ins Bad und mache mich nass", sagt Leon, "manchmal gehe ich auch zu meiner Schwester oder zu meiner Mutti und gucke, ob alles in Ordnung ist." Bei Mama findet er dann das, was ein Kind bei so einer nächtlichen Gruselsituation braucht: Trost. "Dann kuscheln wir oder trinken Tee oder es gibt ein Kirschkernsäckchen oder wir lassen ein Licht im Treppenhaus an", sagt die Mutter von Leon. - "Alles richtig gemacht", lobt die Kinder- und Jugendpsychologin Christiana Böttcher aus Leipzig.

Kinder im Grund- oder Vorschul-Alter können bei Albträumen noch nicht oder schwer zwischen Wirklichkeit und Traum unterscheiden. Eltern sollten die kindliche Welt verstehen und die nächtliche Angst akzeptieren und nicht weg reden.

Eltern sollten nicht sagen: Du hast doch gar keinen Grund. Es ist nichts. Sondern sagen, ich glaube dir, dass das jetzt ganz schrecklich war, aber es ist ein Traum. Lass uns mal gucken, damit wir sicher sind, dass jetzt hier wirklich nichts ist. Ich bin bei dir und ich passe auf dich auf.“  

Christiana Böttcher | Kinder- und Jugendpsychologin

Der Tag spiegelt sich in den Träumen wider

Gut ist es, mit den Kindern gemeinsam unter das Bett oder den Schrank zu schauen, um sich davon zu überzeugen, dass zum Beispiel Monster nicht real existieren. Trennungs- und Verlustängste oder die Angst vor Dunkelheit seien bei kleinen Kindern in einer bestimmten Entwicklungsstufe normal. Normal ist auch, dass Ereignisse des Tages oder auch eine vorgelesene Geschichte oder ein gruseliger Kinderfilm in den Kinderträumen ihr Unwesen treiben können.

Kann man Albträumen vorbeugen?

Um Albträumen vorzubeugen, empfiehlt die Psychologin gewisse Abendrituale durchzuführen und mit dem Sohn oder der Tochter über Dinge, die im Leben des Kindes gerade eine Rolle spielen, zu reden. Beenden sollte man dieses Ritual immer mit einem Erlebnis, über das sich das Kind im Laufe des vergangenen Tages gefreut hat. Hilfreich sind auch genügend plüschige Beschützer, die mit dem Kind einschlafen.

Quelle: MDR/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.04.2019 | 10-13 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2019, 13:55 Uhr