Kochbanane liegen in der Auslage eines Markstandes.
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Was für Feinschmecker Die Kochbanane - die Kartoffel Afrikas

Die Obst- und Gemüsestände locken gern mit exotischen Früchten aus aller Welt. Immer häufiger wird die Kochbanane angeboten, die auch "Kartoffel Afrikas" genannt wird. Im Gegensatz zu den klassischen Bananen sehen die Kochbananen nicht so malerisch gelb aus. Manche sind sogar recht dunkel. Doch das ist überhaupt kein schlechtes Zeichen, ganz im Gegenteil. Die Kochbanane ist wunderbar in der Küche zu verwenden. Sachsenradio-Reporterin Kathrin Große stellt die exotische Frucht vor.

Kochbanane liegen in der Auslage eines Markstandes.
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Die Kochbanane gehört in den tropischen und subtropischen Regionen der Welt zu den Grundnahrungsmitteln. Sie wird auch in Amerika oder Asien angebaut – und trotzdem als "Kartoffel Afrikas" bezeichnet. Der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens in Leipzig, Martin Freiberg, erklärt, warum: "Die eigentliche Kartoffel stammt aus dem Hochgebirge der Anden. Die gedeiht nicht im Tiefland. Wenn ich im Tiefland etwas anbauen möchte, was Stärke produziert, muss ich eben auf andere Pflanzen zurückgreifen, wie zum Beispiel Maniok (Anm. der Red.: das sind Wurzeln, ein exotisches Gemüse) oder eben die Kochbanane."

Die Kochbanane ist ein Gewächs der Tieflandregenwälder.

Martin Freiberg | wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens in Leipzig
Eine Kochbanane
Für alle Feinschmecker: Die Kochbanane ist eine abwechslungsreiche Zutat in der Küche. Bildrechte: Colourbox.de

Die große Stärke der Kochbanane ist im unreifen Zustand die Stärke, die sich aber im Laufe der Zeit in Zucker verwandelt. "Die Kochbanane wird unreif geerntet, geschält und gekocht. Dann ist sie wie eine Art Kartoffel. Wenn man die reifen lässt, dann wird die richtig gelb und die Stärke in Zucker verwandelt. Dann hat das mit einer geschmacklosen Kartoffel nicht mehr viel zu tun“, so Martin Freiberg vom Botanischen Garten in Leipzig.

Die grünliche Kochbanane ist besonders für Menschen interessant, die an Glutenunverträglichkeit leiden, betont Kai Schmidt, Restaurantleiter im Globus Wachau: "Sie können die Banane, wenn sie gekocht ist, wie Mehl verwenden und als Soßenbinder oder zum Backen. Da muss sie unter den Teig mit darunter gegeben werden."

Kochbananen ...

… heißen auch Gemüsebananen, Plante oder Pisang.
Man kann sie frittieren, kochen oder braten.

Sie enthalten viel Kalium, Vitamin C, D, B6 und Magnesium.

Restaurantleiter Kai Schmidt rät, die Kochbanane als Brei zu verarbeiten, ähnlich wie Kartoffelbrei. Man kann sie anbraten, wie Bratkartoffeln oder als Grundlage für Tandoori verwenden - einem Gericht der indischen Küche, dass im Ofen zubereitet wird. Dazu passt Hühnchen oder Fisch sehr gut.

Alternative zu Kartoffelchips

Kochbananen eignen sich klein geschnitten, zart angebraten und mit Chili gewürzt als leichtere Alternative zu kalorienreichen Kartoffelchips. Das Ganze funktioniert auch in der süßen Variante. Dafür muss die Kochbanane allerdings reif, gelb oder bräunlich sein. Man schneidet sie einfach in Scheiben und brät sie in Fett leicht an. Dann schmeckt sie richtig süß. "Dann braucht man gar nichts mehr weiter zu machen, keine Gewürze und nichts. Dann kann man die so direkt essen", schwärmt Kochbananen-Experte Martin Freiberg.

Hier gibt es einen leckeren Rezepttipp: Bananen-Karottensuppe mit Pinienkern-Sesam-Sprinkle.

Die Sendung im Audio

Eine Kochbanane
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Quelle: MDR/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.05.2018 | 10:00-12:00 Uhr