Gefahr auf der Landstraße Rettet die Kröten!

Frösche, Lurche, Kröten & Co suchen jetzt wieder ihre Laichplätze auf. Und sie haben ein klares Ziel: den Teich. Das Problem: Die Kröten müssen bei ihrer Wanderung befahrene Straßen überqueren. Naturschützer helfen ihnen dabei. MDR SACHSEN-Reporterin Anna-Sophie Aßmann war in der Nähe von Riesa beim Kröten einsammeln oder besser retten dabei.

eine Kröte auf einer Strasse 2 min
Bildrechte: Jonathan Fieber/Nabu

Krötenretter arbeiten ehrenamtlich

Naturschützerin Doris Hanke hat ein Herz für Amphibien. Ihr Einsatzgebiet ist die Landstraße. In der einen Hand trägt sie einen Plastikeimer und in der anderen einen Frosch. Ihre Mission: Dafür sorgen, dass die Tierchen sicher von der einen auf die andere Straßenseite gelangen. Damit die Kröten nicht allein die Straße überqueren, wurden Zäune aus feinmaschigem Gewebe aufgestellt, die die Kröten am Straßenrand aufhalten. Freiwillige Helfer sammeln die Kröten dann ein und bringen sie sicher auf die andere Straßenseite. "Wir sind eine Gemeinschaft, die hier in der Gegend wohnt und wir machen das ehrenamtlich", sagt Anwohnerin Doris Hanke.

Ich habe hier schon 150 oder 180 Frösche rüber getragen. In den anderen Jahren wurden die immer platt gefahren und die ganze Straße war voller Frösche. Das geht einfach nicht.

Doris Hanke | Krötenretterin
Krötenpaar
Es ist Paarungszeit bei den Kröten. Wenn ein Männchen auf dem Weg zum Teich auf ein Weibchen trifft, lässt sich der Herr von ihr bis zum Teich tragen. Bildrechte: colourbox

Am Morgen und am Abend rettet sie gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfer aus Jahnishausen bei Riesa die Hüpfer vor dem sicheren Tod. Organisator der Rettungsaktion ist Uwe Stolzenburg. Der Naturschutzbeauftragte im Landkreis Meißen sucht händeringend Helfer, die Amphibienzäune betreuen und die auch auflisten, wie viele Tiere auf die andere Straßenseite getragen wurden.

Viele Kröten sterben, obwohl sie nicht direkt überfahren werden. "Wenn man zu schnell fährt, entsteht ein Unterdruck und auch daran können die Amphibien sterben", sagt Uwe Stolzenburg. Aber auch die Trockenheit im vergangenen Sommer hat den Tieren zu schaffen gemacht. Einige Frösche sind einfach vertrocknet oder sie konnten sich nicht reproduzieren, weil die Gewässer ausgetrocknet sind, sagt der Naturschutzbeauftragter.

Quelle: MDR/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.04.2019 | 13-18 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. April 2019, 14:31 Uhr