Pfingstrose
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Gartensprechstunde So schützen Sie Ihre Pflanzen bei Unwetter

Hat das viele Wasser und der Hagel in den vergangenen Tagen den Pflanzen ernsthaft geschadet? Was kann man im Vorfeld tun, um den Garten bei Unwetter zu schützen? Und: Es gibt Tipps gegen Blattläuse. MDR SACHSEN-Gartenexpertin Helma Bartholomay berät.

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Hat der viele Regen und der Hagel in den vergangenen Tagen den Pflanzen ernsthaft geschadet? Wie kann man ihnen helfen?

Der Hagel hat in vielen Gegenden Blattschäden hervorgerufen und junge Gemüsepflanzen zerschlagen. Wenn eine Knickstelle bei den Blattstengeln zu sehen ist und man sieht, dass die Wasserversorgung unterbrochen ist, dann kann man die Blätter ablösen. Zerschlagene Blüten muss man leider bis zum nächsten Blattansatz abschneiden.

Das Unwetter hat auch auf den Obstplantagen im Raum Borthen und Pirna schwere Schäden angerichtet. In Dresden-Pillnitz gibt es Schäden bei Edbeeren, Zwiebeln und anderen Nutzpflanzen.

Was kann man im Vorfeld tun, damit die Pflanzen nicht zu sehr unter Starkregen leiden?

Staudenringe können große Pflanzen, wie Pfingstrosen, schützen. Wer kleinere Pflanzen an einen Stock bindet, stützt sie ebenfalls bei Unwetter. Gut ist es, wenn man das Beet leicht schräg anlegt, damit zu viel Wasser abfließen kann. Wer im Vorfeld unter die Erde seines Beetes eine Kiesschicht schüttet, macht alles richtig. Dadurch kann überschüssiges Wasser wunderbar ablaufen. Einfach anzulegen sind Wassergräben, dadurch kann das Wasser gut versickern.

Es gibt Pflanzenschutztunnel zu kaufen, die vor Regen schützen. Man kann aber auch einen großen Müllsack aufschneiden, im Boden verankern und damit die Pflanze sichern.

Die Kleingärtner haben seit Wochen mit Läusen zu kämpfen: Was kann man dagegen tun?

Blattläuse bevölkern einen Stängel.
Kein schöner Anblick: Blattläuse, die sich an einem Stängel vergnügen Bildrechte: Colourbox.de


Es hat lange Zeit an Gegenspielern, wie Marienkäfern und Co., die gegen die Läuse vorgehen, gefehlt. Diese Insekten legen jetzt aber los und vertilgen die Läuse zuhauf. Man kann befallene Pflanzen-Stellen abschneiden oder die Läuse abreiben oder mit einem scharfen Wasserstrahl absprühen. Was gut hilft, ist eine Kernseifenlösung, mit der die Schädlinge besprüht werden. Oft sind die Läuse dann schon am nächsten Tag verschwunden.

Zubereitung: Kernseifenlösung gegen Blattläuse - halbes Stück Kernseife in halben Liter heißem Wasser auflösen
- die sämige Mischung in eine Sprühflasche umfüllen
- die befallene Pflanze am Abend einsprühen

Was tun, wenn Pfingstrosen im Garten nicht blühen?

Pfingstrosen lieben die Sonne. Wichtig ist die Beimischung einer guten Erde. Die Pflanzen sollten gut ernährt, aber nicht überdüngt sein. Zuviel Dünger verursacht viel Blattmasse, und weniger Blüten. Wenn es zu trocken ist, hilft zusätzliche Bewässerung. Die Pflanzen sollten nicht zu tief sitzen, aber auch nicht ganz flach und von Unkraut freigehalten werden. Wenn sie zu schattig stehen, gibt es weniger Blüten. Staudenringe können Pfingstrosen vor Starkregen und Wind schützen. 

Wie kann man den Giersch bekämpfen?

Kräuterfans lieben den Giersch. Man kann ihm im Salat essen und als Heilpflanze nutzen. Aber der starke Wachstum der Pflanze verdrängt anderes im Garten. Der erste Schritt, um den Giersch in die Schranken zu weisen, wäre eine Wurzelsperre. Wenn man Giersch ausgräbt sollte man genau darauf achten alle Wurzelstücke zu erwischen. Sie treiben zu schnell wieder aus. Diese Wurzeln oder Samen sollten nicht sofort auf dem Kompost landen, sondern lieber getrocknet werden. Man kann auch mulchen und das Wachstum unterdrücken, z.B. unter Hecken. Unkrautmittel sollten dagegen wohl überlegt sein.

Quelle: MDR/in/kernseife.net

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.06.2019 | 10-13 Uhr