22.05.2020 | 14:57 Uhr Mehrere Polizei-Großeinsätze gegen Rechtsextremisten am Vatertag in Sachsen

Die Polizei ist am Himmelfahrtstag bei mehreren Einsätze gegen Rechtsextremisten in Dresden, der Sächsischen Schweiz und in der Lausitz vorgegangen. Dabei gibg es nicht nur darum, dass rechte Parolen gebrüllt wurden, sondern auch um Sachbeschädigungen, Nötigung und Angriffe auf die Polizei. In der Sächsischen Schweiz griffen etwa 25 Männer die Polizisten mit Rohren und Stangen an. Ein Großaufgebot fuhr vor und nahm die Männer fest. Bei Durchsuchungen wurden zudem Granaten und Messer gefunden.

Polizisten n Iniform und Schutzkleidung stehen vor eonem Polizeiauto. Zwischen ihnen steht ein jugner Mann in gauem T-Shirt. er wurde am Himmelfahrtstag 21.5.220 n Pfaffendiórf festgenommen, ebnsoa wie 29 andere Männer, die dort laut und mit Nazi-Rufen gefeirt ahtten. Als die Polizei ankam, attackierten sie die Beamten.
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Sächsische Schweiz - Königstein: Rechtsextreme attackieren Polizei

Die Polizei ist am Donnerstagabend wegen Ruhestörung nach Pfaffendorf gerufen worden. Als die Beamten eintrafen, wurden sie von 20 bis 25 Personen attackiert. "Sie warfen Gläser, Stahlrohre und weitere Gegenstände und bedrohten die Beamten unter 'Sieg Heil'-Rufen", sagte Polizeisprecher Stefan Grohme MDR SACHSEN. Ein Polizeiauto wurde bei dem Angriff beschädigt. Daraufhin wurden 30 deutsche Staatsangehörige in Gewahrsam genommen.

In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Dresden wurden im Anschluss die beiden Grundstücke in Pfaffendorf durchsucht. "Dabei fanden sich unter anderem eine Übungshandgranate, eine Panzergranaten-Attrappe, Einhandmesser, Drogen und diverses Propagandamaterial, welches auf eine rechtsextreme Gesinnung schließen lässt", teilte die Polizei mit.

Nach ersten Ermittlungen sind mehrere Festgenommene bereits in der Vergangenheit mit rechtsmotivierten Straftaten polizeilich in Erscheinung getreten.

Polizeidirektion Dresden

Den Beschuldigten werden Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Sachbeschädigung, Bedrohung sowie Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen.

Am Einsatz waren etwa 120 Polizeibeamte beteiligt, neben Beamten der Polizeidirektion Dresden waren auch die sächsische Bereitschaftspolizei, die Bundespolizei und des Landeskriminalamt Sachsen dabei. Außerdem kamen ein Polizeihubschrauber, ein Lichtkraftwagen sowie Hundeführer zum Einsatz.

Sächsische Schweiz - Bastei/Rathen: Nazi-Parolen in der Öffentlichkeit

An der Bastei wurde am Donnerstagnachmittag ein jüdisches Ehepaar durch eine Gruppe von fünf Männern mit "Sieg Heil"-Rufen belästigt. Einsatzkräfte stellten die Männer wenig später in Rathen. Die Beamten nahmen die Personalien auf und leiteten Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein. "Die Rufe an der Bastei fanden in aller Öffentlichkeit statt. Das müssen auch noch mehr Menschen gehört haben als nur das Ehepaar, das Anzeige erstattet hatte", sagte Polizeisprecher Stefan Grohme.

Dresden/Königsufer: Rechtsextreme randalieren auf Radweg

Auch in Dresden ging die Polizei einem Hinweis nach, den sie via Twitter bekam. Darin hieß es, eine Gruppe würde mit lauter Musik und "Sieg Heil" Rufen in Richtung Alaunpark laufen. Polizisten stellten die zehn Männer im Alter zwischen 17 und 20 Jahren am Nachmittag am Königsufer fest. Dort hatten sie auf dem Radweg Bierflaschen zerschlagen und mit einem Einweggrill Fußball gespielt, so die Polizeidirektion Dresden. Die Beamten stellten die Identitäten aller Personen fest und sprachen ihnen Platzverweise aus. Gegen die zehn Männer wird wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Bautzen/Strandpromenade Burk: Übergriffe auf Afghanen und Teenager

An der Strandpromenade im Bautzener Ortsteil Burk ist es am Donnerstagnachmittag zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gekommen. Die Polizei stellte 13 Tatverdächtige im Alter zwischen 17 bis 31 Jahren. Die Deutschen stehen im Verdacht, drei Afghanen im Alter zwischen 18 und 19 Jahren angegriffen zu haben. Auch ein 15 Jahre alter Deutscher geriet mit diesen 13 deutschen Beschuldigten in einen handgreiflichen Streit. Die Gruppe nötigte laut Polizei auch einen weiteren Teenager, sein Handy herauszugeben. Ein 15-jähriges Mädchen verletzte sich leicht, als es sich vor den Angreifern versteckte. Alle angegriffenen jungen Leute erlitten leichte Verletzungen.

Anzeigen aufgrund des Verdachts des Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Körperverletzung, Beleidigung sowie Nötigung wurden erstattet. Die Polizei prüft einen politisch-motivierten Hintergrund der Taten und sucht Zeugen: Wer hat einen der drei genannten Übergriffe der 13 Tatverdächtigen beobachtet? Zeugenhinweise können unter Telefon: 03581-468-100 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle gegeben werden.

Zittau: Erst Nazi-Parolen, dann Flucht vor der Polizei

Nachdem verfassungsfeindliche Parolen aus einem Hinterhof in der Äußeren Oybiner Straße schallten, griffen Polizisten ein. Ihnen kamen am Hauseingang zwei Männer entgegen, die fliehen wollten. Dabei stieß ein 32 Jahre alter Zittauer eine Polizistin beiseite. Sein 57 Jahre alter Begleiter schubste ebenfalls einen Polizisten. Das Duo wurde kurz darauf gestellt. "Dabei kam Pfefferspray zum Einsatz. Bei der Fixierung zogen sich die Tatverdächtigen leichte Verletzungen zu", teilte die Polizei mit.

Ein Staatsanwalt ordnete die Durchsuchung des Hauses an, in dem sich noch fünf weitere Menschen aufhielten. Dabei fanden die Beamten sechs verdächtige CDs, die eingezogen wurden. Der Staatsschutz ermittelt wegen Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie des Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung gegen insgesamt sieben deutsche Tatverdächtige.

Am abend des Himmelfahrtstages 21.5.2020 hörten Anwohner Sieg-Heil-gebrüll aus einem Hinterhof. Doe Polizei fuhr hin und wurde von zwei Männern umgestoßen, die beim Anblcik der Beamten flehen wollten. die Männer wurden verhaftet. In ihrer Wohnung fanden sich weieter fünf Personen unerlaubt (Verstoß gegen Coronaschutzverordnung) und verdächtige CDs. Nun ermittelt der Staatsschutz.
Der Polizeeinsatz am Donnerstagabend in Zittau. Bildrechte: Christian Essler

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 22.05.2020 | 19:00 Uhr

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