Eine junge blonde Frau schläft
Bildrechte: imago/Science Photo Library

Fit durch Turboschlaf Powernapping - ein kurzes Nickerchen, das stark macht

Eine junge blonde Frau schläft
Bildrechte: imago/Science Photo Library

Am 11. März feierten wir den Tag des Nickerchens oder Powernapping, wie man auf neudeutsch sagt. Was ist so gut an einem kurzen Schläfchen? Wie lange sollte es maximal dauern? Und wie schafft man es, auf den Punkt kurz einzuschlafen? MDR SACHSEN hat mit einem Schlafmediziner gesprochen. Lesen Sie hier unsere Tipps.

Ist ein kurzes Schläfchen wirklich so gesund, wie alle sagen?

Ein kleiner Mittagsschlaf ist erfrischend und kann uns richtig viel Energie für die zweite Tageshälfte geben. Schlafexperte Hans-Günter Weeß ist davon überzeugt, dass so ein Powernapping Wunder bewirkt: Wir machen weniger Fehler, die Stimmung soll stabiler sein. Wer regelmäßig so ein Schläfchen am Nachmittag hält, bei dem steigt sogar die Lebenserwartung. Es gibt nur positive Gesundheitseffekte.

Wie lange sollte so ein Powernapping sein?

Das Motto beim Nickerchen heißt: kurz und knackig. Man sollte darauf achten, nicht zu lange zu schlafen - laut den Schlafmedizinern maximal 30 Minuten. Wenn man länger schläft, kann das nach hinten losgehen, so dass man sich richtig antriebslos und zerschlagen fühlt.

Powernapping heißt kurzes Nickerchen - und sollte nicht länger als zehn bis dreißig Minuten dauern.

Wenn man kurz vor dem Nickerchen noch einen Kaffee oder grünen Tee trinkt, ist man nach der Ruhephase umso fitter - stimmt das wirklich?

Eine Frau schläft auf ihrem Schreibtisch.
Mittagstief auf Arbeit? Da hilft kurzfristig etwas Bewegung. Bildrechte: imago/blickwinkel

Ja, das ist tatsächlich so. Eine Kollegin hat das selbst ausprobiert und sie war danach richtig fit und wach. Aber es muss jetzt auch nicht unbedingt der Kaffee oder Tee vor dem Nickerchen sein. Der Chefarzt der Medizinischen Klinik in Bautzen, Frank Weder, empfiehlt nach dem Mittagsschlaf kurzzeitiges Treppensteigen oder ein paar Dehn- und Streckübungen. Danach ist man wieder voller Elan. Wer das ausprobieren möchte, der sollte sich bei den ersten "Powernäppchen" einen Wecker stellen, damit man nicht zu lange schläft. Die gute Nachricht: Powernapping lässt sich trainieren.

Was tun, wenn man auf Arbeit ist? Da wird es schwierig mit dem kurzen Nickerchen ...

Da hat Schlafmediziner Hans-Günter Weeß folgenden Tipp: "Als Alternative kann auch Bewegung helfen. Ungefähr zehn Minuten Sport treiben, aktiviert das Herz-Kreislaufsystem. Das vertreibt Müdigkeit und kann wach machen." Allerdings wirkt das nicht so nachhaltig wie ein kleines Schläfchen. Denn gegen Müdigkeit hilft am besten Schlaf.

Powernapping - so klappts: - Vor dem Nickerchen eine Tasse Kaffee oder grünen Tee trinken - danach ist man erstmal müde. Das Koffein wirkt erst nach 20 Minuten.
- Wenn möglich das Zimmer abdunkeln und eine Schlafmaske tragen.
- Ruhe, leise Musik oder Meeresrauschen - testen Sie selbst, was Ihnen beim Einschlafen hilft.
- Sitzen oder liegen Sie bequem.
- Frieren sollten Sie nicht - eine Decke macht es kuschelig.
- Handy aus - und Wecker stellen. Nach zehn bis 30 Minuten sollte das Nickerchen beendet sein.
- Wenn der Wecker klingelt - aufstehen, auch wenn man noch nicht geschlafen hat. Das trainiert den Powernapping-Rhythmus.
- Etwas kaltes Wasser ins Gesicht, dehnen, strecken oder Treppen steigen.
- Ab ins Helle.

Weiterlesen

Quelle: MDR/IN/Gesundheitsplattform gesund.at/W. Amann-Jennson

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.03.2019 | 05-09 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 10:02 Uhr