Eine Schülerin hält bei einer "Fridays for Future" Kundgebung ein Schild hoch auf dem steht: "Rettet Olaf".
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Dienstags direkt | MDR SACHSEN – Das Sachsenradio | 02.04.2019 | 20:00-23:00 Uhr Generationen in der Zwickmühle – Wer muss und kann die Zukunft gestalten?

Junge Menschen gehen wieder für ihre Überzeugungen auf die Straße. Sie wollen politischen Einfluss nehmen und Druck ausüben, um ihre Zukunft zu gestalten. Das haben die Umwelt-Proteste der "Fridays-for-Future"-Bewegung gezeigt, aber auch die Demonstrationen um die EU-Urheberrechts-Reform. Wer sagt wo's langgeht? Was können die Generationen voneinander lernen? Wie versöhnen wir uns? Darüber reden wir am Dienstagabend.

Eine Schülerin hält bei einer "Fridays for Future" Kundgebung ein Schild hoch auf dem steht: "Rettet Olaf".
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In den vergangenen Jahren ließ sich leicht der Eindruck gewinnen, "die jungen Leute interessieren sich nicht mehr für Politik und Gesellschaft". Schaut man sich dagegen die letzten Wochen und Monate an, wird immer klarer, dass diese Feststellung zu kurz gegriffen wäre. Die Proteste haben gezeigt, dass es Reibungspunkte zwischen den Generationen gibt. Die Älteren können häufig auf einen größeren Erfahrungsschatz zurückgreifen und die Jüngeren wollen sich die Kompetenz, ihre Zukunft mit neuen Sichtweisen zu gestalten, nicht absprechen lassen.

Dabei sind die Gründe, sich zu engagieren oder auf die Straße zu gehen ganz und gar nicht schwarz-weiß.

Toni Krahl von City beim Fototermin zur Vorstellung des neuen Albums "Das Blut so laut" im Maschinenhaus in der Kulturbrauerei.
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Damals war es vielleicht ein bisschen homogener. [...] Also Leute, die dafür oder dagegen sind. Jetzt gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten, den Zeitgeist auszuleben. Ich glaube, bei den "Fridays-for-Future"-Demos wäre ich dabei gewesen.

Toni Krahl Sänger der Band City

Die Unentschlossenen?

Auch diese Seite kennen einige: der Sohn, der nach dem Abitur gern ein Jahr in der Welt herumreisen würde, oder die Enkelin, die ihr erstes Studium abgebrochen hat, weil sie den Anforderungen nicht gerecht wurde oder das Interesse für das Studienfach doch nicht so groß war, wie anfangs gedacht. Sind die Jugendlichen orientierungslos? Ziellos? Planlos? Gibt es vielleicht sogar ein Überangebot an Möglichkeiten, das es schwer macht, sich für einen Weg zu entscheiden?

Die große Orientierungslosigkeit nach der Schule ist ein Massenphänomen: Junge Erwachsene sind nach der Schule blockiert. Sie tauchen nicht ein ins Leben, sondern fühlen sich unfähig zur Entscheidung für den richtigen Beruf, die richtige Ausbildung, das richtige Studium [...] und letztlich wissen sie nicht, wer sie sind.

Ulrike Bartholomäus in: Wozu nach den Sternen greifen?

Wie kann man junge Menschen bei ihren Entscheidungen unterstützen – auch als Eltern oder Großeltern? Oder liegt das am Ende allein bei der jungen Generation selbst?

Unterschiedliche Erwartungen

Schon im Kleinen zeigen sich Konflikte zwischen Generationen. Beispielsweise prallen in vielen Unternehmen unterschiedliche Erwartungen aufeinander. Die junge Chefin und der erfahrene Mitarbeiter bekommen sich in die Haare und wissen oft nicht, wie sie mit solchen Situationen umgehen sollen, um weiterhin gut miteinander zu arbeiten. Es gibt aber auch andere Beispiele.

Meine Erfahrung ist, dass alle Beteiligten von der Zusammenarbeit in Mehr-Generationen-Teams profitieren können. Die Einstellung ist wichtiger als das Alter.

Nancy Nielsen Unternehmerin

Junge Menschen sollten sich darauf verlassen können, dass die Älteren für sie an einer lebenswerten Zukunft arbeiten. Dagegen verlässt sich die ältere Generation darauf, dass sie im Alter abgesichert sein wird und die heute Jungen dann für sie sorgen. Funktioniert dieser Generationenvertrag noch in den nächsten Jahrzehnten?

Fest steht: wir haben eine Menge zutun. Wer gestaltet die Zukunft? Und welche Erwartungen haben wir aneinander? Darüber sprechen wir am Dienstagabend mit unseren Gästen.

Sachsen

Ulrike Bartholomäus - Wirtschaftsjournalistin und Buchautorin - Dienstags direkt - 02.04.19
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Dienstags direkt Ulrike Bartholomäus, Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin

Ulrike Bartholomäus, Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin

"Nach der Schule landen viele Heranwachsende erst einmal in einem Loch. Sie wissen nicht was sie wollen, wohin es gehen soll und wer sie sind."

Sachsen

Milosz Matuschek - Unternehmer und Buchautor - Dienstags direkt 02.04.19
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Dienstags direkt Milosz Matuschek, Unternehmer und Buchautor

Milosz Matuschek, Unternehmer und Buchautor

"Junge Menschen werden heute zu Gehorsam, Risikovermeidung und Alternativlosigkeit erzogen. Das ist eine Form von Kindesmissbrauch. Statt mutig zu träumen und die Flügel auszubreiten, hoffen sie, mal Beamte zu werden."

Sachsen

Tabea Hörnlein, Dramaturgin für Partizipationsprojekte am tjg. theater junge generation  - Dienstagd direkt 02.04.19
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Dienstags direkt Tabea Hörnlein, Dramaturgin für Partizipationsprojekte am tjg. theater junge generation

Tabea Hörnlein, Dramaturgin für Partizipationsprojekte am tjg. theater junge generation

"Jede Generation möchte gehört werden und Wirksamkeit erfahren. Auch Kindern und Jugendlichen sollten wir dies zugestehen."

Sachsen

Paula Preuss - Schülerin - Dienstags direkt 02.04.19
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Dienstags direkt Paula Preuß, Schülerin

Paula Preuß, Schülerin

"Wer nur die eigene Generation betrachtet, kommt nicht weit. Wer die Verantwortung nur bei der nächsten sieht, auch nicht. WIR sind gefragt!"

Sachsen

Nancy Nielsen - Unternehmerin - Dienstags direkt 02.04.19
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Dienstags direkt Nancy Nielsen, Unternehmerin

Nancy Nielsen, Unternehmerin

"Meine Erfahrung ist, dass alle Beteiligten von der Zusammenarbeit in Mehr-Generationen-Teams profitieren können. Die Einstellung ist wichtiger als das Alter."

Sachsen

Felix Kosanke
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Dienstags direkt Felix Kosanke, Schüler

Felix Kosanke, Schüler

"Wer den anthropogenen Klimawandel leugnet, der leugnet die Tatsache, dass wir JETZT handeln müssen, bevor es zu spät ist..."

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 02.04.2019 | 20:00 bis 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. April 2019, 15:51 Uhr