MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 09.11.2021 | 20:00 Uhr Kuhkaff oder Landidylle: Wie geht es Dörfern und Kleinstädten in Sachsen?

Aussterbende Dörfer und Kleinstädte oder blühende Landlust? Wie steht es um das Leben abseits der Großstädte in Sachsen? Wie ergeht es den Menschen, was sagen Bürgermeister und Bürgermeisterinnen? Was sagt die Wissenschaft? "Dienstags direkt" fragt nach.

Eisenbahnschienen teilen sich nach einer Weiche. 115 min
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Aussterbende Dörfer und Kleinstädte – dieses Thema machte  in den vergangenen Jahren Schlagzeilen. Kommt jetzt die Trendwende oder ist sie gar noch schon da? Viele Menschen überlegten, überfüllte Großstädte zu verlassen und ihre Kinder im Grünen großzuziehen. Einige kehrten zurück in ihre Heimat nach Ostdeutschland, die sie einst verlassen hatten. Die Corona-Pandemie verstärkte das Phänomen. Mobiles Arbeiten und bequeme Home-Office-Möglichkeiten schienen plötzlich, lukrative Arbeit in der Stadt mit komfortablen Leben auf dem Land vereinbar zu machen.

Wie steht es um das Leben abseits der Großstädte in Sachsen? Was schätzen die Menschen, womit kämpfen sie? Was sagen die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen? Und: Hat der demographische Wandel wirklich verheerende Auswirkungen?

Ein Fahrrad steht an einer Abstellanlage am Bahnhof Dresden-Mitte.
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Bei "Dienstags direkt" diskutieren:

Anita Maaß, Bürgermeisterin von Lommatzsch
Als 28 Jährige gewann die FDP-Politikerin die Bürgermeisterwahl in Lommatzsch. Der kleine Ort zwischen Riesa und Meißen kämpfte damals mit schrumpfenden Betrieben und einem riesigen Schuldenberg. Heute ist Anita Maaß 16 Jahre im Amt und hat Lomatzsch mit harten Entscheidungen, sortierten Finanzen und einem sanierten Marktplatz wieder auf die Beine geholfen. Ihr Rathaus ist komplett in weiblicher Hand – deswegen wird Lommatzsch heute oft als „die Stadt der Frauen“ bezeichnet.

Nico Dittmann, Bürgermeister von Thalheim
Ohne Parteibindung und ohne politische Erfahrung ließ sich Nico Dittmann 2013 für das Amt des Bürgermeisters aufstellen und wurde gewählt. Als er die politische Bühne betrat, war der gelernte Informatiker 27 Jahre jung. Damit war er damals der jüngste Bürgermeister Sachsens. Seither krempelt Nico Dittmann mit seinem Team aus der Stadtverwaltung die Kommune um. Ihr Motto: "Machen statt Meckern!".

Jens Haustein, Bürgermeister Drebach
Seit 2001 leitet der Kommunalpolitiker mit CDU-Mandat die kleine Gemeinde Drebach zwischen Chemnitz und Annaberg-Buchholz. Die Gemeinde zählt acht Ortsteile, in denen leben mehr als 5.300 Menschen leben. Neben einem Zeiss-Planetarium lockt die Burg Scharfenstein Touristen aus der Region. Hausstein gilt als pragmatischer Bürgermeister, der optimistisch anpackt und kein Blatt vor den Mund nimmt. Seine Gemeinde kämpft mit dem demographischen Wandel und Bevölkerungsverlusten. Doch es gibt auch Hoffnung: Eine lokale Energiegenossenschaft hat ein Ökostromnetz geschaffen.

Tim Leibert, Institut für Länderkunde in Leipzig
Der Wissenschaftler Tim Leibert beschäftigt sich seit Jahren mit den Entwicklungen der ländlichen Räume in Sachsen, in Deutschland aber auch in Europa. Er kennt die demographische Entwicklung und forscht gerade zu abgehängten Regionen sowie zur Bedeutung von Kleinstädten und deren Infrastrukturen für die Entwicklung der großstadtfernen Räume.

Im Interview:

Torsten Pötzsch
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Torsten Pötzsch, Bürgermeister Weisswasser in der Oberlausitz

Franziska Stölzl, Projektmitarbeiterin "F wie Kraft" für Frauen in der Lausitz

Moderation: Sina Peschke
Redaktion: Katrin Tominski
Redaktionsleitung: Ines Meinhardt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 09. November 2021 | 20:00 Uhr