MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 26.01.2021 | 20:00 - 23:00 Uhr Hacker, Spitzbuben und Betrüger mit Maske - Hat Corona die Kriminalität verändert?

Blaulicht 78 min
Bildrechte: imago/Jochen Tack

Wohnungseinbrüche, Datenklau, Enkeltrick. Während viele zu Hause sitzen und zwischen Homeoffice und Teilzeitlehrer-"Job" verzweifeln oder darauf warten, dass sie endlich wieder arbeiten können, haben Kriminelle ihre Betrugsmaschen längst angepasst.

Teure Telefonate

Können Sie sich vorstellen, dass Ihnen ein Corona-Impfstoff für viel Geld am Telefon angeboten wird? Klingt erst einmal nicht vertrauenerweckend. Aber in ihrer Angst lassen sich immer wieder Menschen überrumpeln. Denn die Betrüger überraschen ihre Opfer oft und nutzen genau diesen Überraschungsmoment aus. Vorauskasse sollte gerade in diesen Tagen nicht das Zahlungsmittel der Wahl sein.

Häusliche Gewalt

Die Vermutung liegt nahe, dass mit jeder Woche Lockdown der Stresspegel in den heimischen vier Wänden steigt – und bei einigen auch das Gewaltpotenzial. Aber die Statistik der Polizei lässt erkennen, dass die Anzeigen eher rückläufig sind. Lässt das auf eine hohe Dunkelziffer schließen? Wenn die Opfer keine Chance haben, das Haus zu verlassen - wie sehen dann Hilfsangebote aus?

Illuistration: Die Arme eines Mannes halten mit Gewalt die Arme einer Frau fest.
Kommt es im Lockdown verstärkt zu Gewalt in den eigenen vier Wänden? Bildrechte: dpa

Sicher auf öffentlichen Plätzen?

Ist es tatsächlich auch sicherer geworden auf den Straßen? Zumindest während die Ausgangssperren greifen und kontrolliert werden, liegt der Verdacht nahe. Allerdings steigen die Straftaten gleich im Anschluss wieder an (das ergaben die Beobachtungen im Frühling und Sommer), so dass es außer einer Berg- und Talfahrt wohl keine Veränderungen geben wird.

Weniger Einbrüche und Autodiebstähle

Erst Gelegenheit macht Diebe. Da aber das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen gekommen ist, Gaststätten geschlossen sind, Konzerte abgesagt wurden, haben sich  die alltäglichen Wege verkürzt. Viele arbeiten am Küchentisch. Tatsachen, die einen schnellen und unauffälligen Einbruch nahezu unmöglich werden lassen.

Wo sich derzeit aber kaum jemand aufhält, sind die Büros. Das heißt verkürzt: weniger Wohnungsdiebstähle, mehr Delikte in Büroräumen, oder?

Symbolbild: Einbruch
Wird jetzt vermehrt in Büros eingebrochen? Bildrechte: Colourbox.de

Und wer sein Auto nicht vorm Büro stehen hat, sondern in der sicheren Garage, der muss keinen Diebstahl befürchten. Das dürfte sich auch in der Statistik niederschlagen. Ist das Leben während der Corona-Krise sicherer geworden? Und welche Betrugsmaschen machen gerade die Runde?

Unsere Gesprächspartner:

Detlef Kaminsky | Polizeioberkommissar

  • Nach vielen Jahren Streifendienst wechselte er in die Präventionsabteilung der Polizei.

Mandy Hennig | Stellvertretende Landesvorsitzende Weißer Ring Sachsen

Frau Mandy Hennig schaut in die Kamera
Bildrechte: Josephine Leonhardt Photografie

  • Neben der Opferhilfe ist die Prävention eines der wichtigsten Satzungsziele für den Verein.

Dr. Michael Littger | Experte für Online-Sicherheit und Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz e.V.

Elisabeth Hofmann | Projektleiterin DigiBitS - Digitale Bildung trifft Schule

Dr. Jan Starcke | TU Dresden, Institut für Politikwissenschaft, Zentrum für Verfassungs- und Demokratieforschung

Redaktionelle Mitarbeit: Stephan Wiegand
Leitung: Ines Meinhardt

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Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.01.2021 | 20:00 - 23:00 Uhr