Dienstags direkt | MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.01.2020 | 20-23 Uhr Dritte Generation Ost: Vermittler und Visionäre für Ostdeutschland?

VEB Polygraph 112 min
Bildrechte: MDR/Judith Burger

In ihnen steckt Europa, die weite Welt, das vereinigte Deutschland - doch auch die Kindheit in der DDR. Die dritte Generation Ostdeutschland ist vor dem Mauerfall geboren und hat hier die ersten Schritte gelernt. Ihre Jugend erlebte sie schon im vereinigten Deutschland und den wilden 90igern. Der Wandel gehört für sie zur Ur-Erfahrung. Können die Kinder Ostdeutschlands im polarisierten Osten vermitteln?

Darüber sprechen wir bei Dienstags direkt mit

Dr. Judith Enders, Politologin, Mit-Gründerin "Dritte Generation Ostdeutschland" & "Perspektive hoch 3", Mitglied der Kommission der Bundesregierung "30 Jahre Wiedervereinigung"

Eine Frau mit Brille lehnt an einer Mauer
Dr. Judith Enders Bildrechte: Judith Enders

Auch wenn es vielleicht mühsam erscheinen mag, ist es doch endlich Zeit genauer hinzuschauen und den östlichen Teil des wiedervereinigten Deutschlands so differenziert wahrzunehmen, wie er es verdient hat.

Michael Bittner, Freier Autor, Mit-Gründer der Lesebühne "Sax Royal“ und des Dresdner Festivals "Literatur Jetzt!"

Ein Mann mit Brille lehnt an einer Hausfassade
Bildrechte: Michael Bittner

"Das deutsche Problem ist nicht ein Mangel an Einheit, sondern die Unfähigkeit, mit Unterschieden zu leben."

Henriette Stapf, Mit-Gründerin des Vereins "weltbewusst" und Teil des Biografieteams "Dritte Generation Ost“

Eine blonde Frau mit Brille
Bildrechte: Henriette Stapf

Wir sollten Räume für innerostdeutschen Austausch schaffen, auch um das Erbe Ost gemeinsam zu entdecken und der Frage nachzugehen, wie wir damit umgehen wollen.

Henriette Stapf

Melanie Stein, Initiatorin #wirsindderosten

Eine junge Frau mit braunen Haaren
Bildrechte: Melanie Stein

Die Erfahrungen der gesellschaftlichen Transformation in Ostdeutschland bergen einen Schatz für die Digitalisierung und die aktuellen gesellschaftlichen Umbrüche, der endlich gehoben werden muss.

Wie ist Ihre Meinung?

Wir kommen gern mit Ihnen ins Gespräch. Bringen Sie sich ein und rufen Sie an unter der kostenlosen Rufnummer 0800 637 72 72, schreiben Sie per WhatsApp auf 0171 55 22 543 oder per Mail an DienstagsDirekt@mdr.de.

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Wie viel (Ost)perspektive brauchen wir für eine gute Zukunft?

Das Land verändert sich: viele ostdeutsche Kleinstädte, Gemeinden, Dörfer sind leer - wenige Frauen, wenige Kinder, wenige Hoffnungsträger und wenig Zuversicht. Jugendliche haben in den 90er-Jahren ihre Heimat verlassen und sind bis heute nicht wiedergekommen. Das betrifft glücklicherweise nicht alle. Doch in manchen Regionen fehlt eine ganze Generation, die jetzt in der Ferne und in Großstädten leben.

Für die dritte Generation Ost hat die Jugend nach der Wiedervereinigung begonnen. Sie ist groß geworden in den wilden 90ern – zwischen Nazis und Punks, Drogendealern und Karrierefokus, Techno und Spice Girls. Heute sind die damaligen Jugendlichen längst erwachsen. Welche Verantwortung haben sie für ihre Heimat? Welche Visionen für die Zukunft?

Der Osten ist mehr als Wut

Empörung und Wut haben das Bild des Ostens in den letzten Jahren mitgeprägt. Der Ruf, die ostdeutschen Sichtweisen wahrzunehmen, ist lauter geworden. Der Osten, das sind auch junge transnationale Menschen, die Europa ihr Zuhause nennen. Können sie die Probleme in einer  polarisierten Gesellschaft besser lösen oder zumindest als Vermittler auftreten – abseits von Schubladen-Denken.

Zum Probieren: Kein Empfang, Internet schlecht, Kneipe zu

Und wie lässt sich denen „woanders“ erklären, wie es ist in manchem Ort, wo sich das Gefühl einstellt, abgehängt zu sein: Teilweise ohne Handyempfang, mit schlechtem Internet, ohne Kneipen, Kino, Bahnhof und Busverbindungen. Ohne Bike-Sharing – und manchmal sogar ohne Tankstelle.

Zwischen Heimatdorf und Übersee

Die "Dritte Generation Ost" hat heute die Welt entdeckt, oft für einige Zeit im Ausland gelebt, sie kennt den Osten, den Westen, Dörfer und Großstädte, Europa und andere Kontinente. Sie hat viel und wenig Geld, kennt Reiche und Arme, lebt einfache und schrille Leben. Die Perspektiven der dritten Generation Ostdeutschland sind wunderbar verschieden. Welche Chancen bieten diese Erfahrungen für die Gegenwart? Wie wirken (Familien)-Biographien fort? Darüber sprechen wir bei Dienstags direkt.

Moderation: Sina Peschke, Redaktionsassistenz: Katrin Tominski, Leitung: Ines Meinhardt

Rufen Sie uns an unter der kostenlosen Rufnummer 0800 637 72 72 oder schreiben Sie uns per WhatsApp auf 0171 55 22 543

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 17.12.2019 | 20:00 bis 23:00 Uhr