MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 22.09.2020 Geliebt, gebraucht, verlassen – Wie steht es um unsere Innenstädte?

Viele Läden dicht, zahlreiche Büros leergefegt und die Gaststätten verlassen. Die Probleme in den sächsischen Innenstädten haben sich in der Corona-Krise noch einmal verschärft. Egal, ob Groß- oder Kleinstadt: Welche Rezepte gibt es gegen das Innenstadt-Sterben? Darüber sprechen wir im Podcast.

Schicke kleine Geschäfte in liebevoll renovierten Häusern, Kopfsteinpflaster-Straßen mit ausreichend Sitzmöglichkeiten, kulturelle Angebote und hier und da eine gute Gaststätte. So kann man sich die ideale Innenstadt vorstellen, die für alle einen angenehmen Lebens-, Arbeits- und Wohnraum bietet. Doch die Realität sieht meist anders aus.

Gigantische Einkaufszentren, Läden großer Ketten, überfüllte Straße und zu wenige Grünflächen sowie das Sterben ganzer Straßenzüge, die ehemals inhabergeführte Geschäfte beherbergten. Nicht nur in Großstädten gibt es Probleme. Vor allem in kleineren Kommunen spitzt sich die Lage zu. Viele sächsische Gemeinden stehen vor enormen Herausforderungen, was die (Um-)Gestaltung ihrer Innenstädte angeht.

Generationswechsel, Denkmalschutz, Wohnansprüche, Verkehrsbelastung, Handel und Dienstleistungen fordern uns heraus, wollen wir Innenstädte erhalten!

Anita Maaß, Bürgermeisterin von Lommatzsch

Und die aktuelle Situation, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, verschärft die Lage in den Innenstädten noch einmal deutlich.

Die Krise als Katalysator für Probleme in Innenstädten

Vor allem in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen fielen für viele kleinere Geschäfte dringend benötigte Einnahmen weg. Aber auch große Kaufhausketten leiden unter den verschärften Bedingungen. Sogar einstmals international sehr erfolgreiche Modeketten haben bereits die Schließung einiger Filialen angekündigt. Sollten solche Läden tatsächlich in Größenordnungen schließen müssen, droht der Leerstand von gigantischen Geschäftsflächen in vielen Städten.

Krisensituationen fordern auch in der Stadtplanung dazu auf, Bewährtes in Frage zu stellen und Experimente zu wagen.

Angela Mensing-de Jong, Professorin für Städtebau an der TU Dresden

Wie müssen Innenstädte angelegt werden, damit sie künftigen Krisen besser standhalten können? Welche Einflussmöglichkeiten haben Kommunen auf die Gestaltung der Innenstädte? Welche Schritte sind jetzt die richtigen, um ein Sterben unserer Innstädte zu verhindern? Darüber sprechen wir im Podcast mit unseren Gästen:

Anita Maaß, Bürgermeisterin von Lommatzsch

Eine Frau mit kurzen blonden Haaren sitzt auf einer Bank vor einem Brunnen.
Bildrechte: Privat

Generationswechsel, Denkmalschutz, Wohnansprüche, Verkehrsbelastung, Handel und Dienstleistungen fordern uns heraus, wollen wir Innenstädte erhalten!

Thomas Bleier, Geschäftsführer "die STEG Stadtentwicklung GmbH"

Ein Mann mit kurzen Haaren und Bart steht in einer Stadt
Bildrechte: die STEG

Gemeinsam Innenstadt neu denken: mit Stadt-(T)Räumen lebenswerte Orte für die Zukunft schaffen – aktive Bürgerschaft belebt.

Angela Mensing-de Jong, Professorin für Städtebau an der TU Dresden

Eine Frau mit blonden Haaren steht auf einer Brücke. Im Hintergrund stehen verschiedene Gebäude.
Bildrechte: Privat

Krisensituationen fordern auch in der Stadtplanung dazu auf, Bewährtes in Frage zu stellen und Experimente zu wagen.

Eddy Donat, Projektleiter "Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen"

Ein Mann mit kurzen Haaren und Anzug
Bildrechte: Privat

Innenstädte bieten auch weiterhin die Plattform zu Treffpunkten, den geeigneten Raum für das besondere Erlebnis. Sie vereinen Menschen, die sich dort austauschen.

Redaktion: Lucas Görlach
Leitung: Ines Meinhardt

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN Dienstags Direkt | 22.09.2020 | 20:00 Uhr

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