MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 12.10.2021 | 20:00 - 23:00 Uhr Quo vadis Auto? - Mobil mit dem Auto in Zukunft – aber wie?

E-Auto, Gas-Antrieb, Hybrid- oder Wasserstoff-Antrieb, Benziner oder doch der Diesel? Welche Veränderungen durchläuft die sächsische Auto-Mobil und Zulieferer-Branche? Wo geht der Weg hin fürs Auto? Stadt und Land: Wo ist welches Verkehrsmittel sinnvoller?

Stau auf der B14 Richtung Stadtmitte Stuttgart Baden-Wuerttemberg Deutschland 115 min
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E-Auto, Gas-Antrieb, Hybrid- oder Wasserstoff-Antrieb, Benziner oder doch der Diesel? Welche Veränderungen durchläuft die sächsische Automobil- und Zulieferer-Branche? Wohin führt der Weg?

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Di 12.10.2021 20:00Uhr 115:21 min

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Die Automobil- und Zulieferer-Branche in Sachsen – Transformation jetzt!?

Sachsen ist ein Automobil-Land. Nicht nur weil DKW und Audi hier ihren Ursprung hatten und zu DDR-Zeiten von Zwickau aus der Trabi sich in die ganze Republik aufmachte. Sondern auch, weil aktuell fünf Fahrzeug- und Motorenwerke und dazu gut 780 Zulieferer-Firmen, Ausrüster und Dienstleistungs-Unternehmen der Branche Sachsen zu einem "Autoland" machen. Unternehmen, die rund 100.000 Menschen im Freistaat beschäftigen.

Aber wie stellt sich die sächsische Automobil- und Zulieferer-Industrie auf diese Transformation in der Branche hin zum Elektro-Auto ein? Müssen klassische sächsische Zulieferer, bisherige Geschäftsfelder, etwa für die Produktion von Teilen für Verbrennungsmotoren, aufgeben oder überdenken? Und kann Autofahren für Verbraucher wieder günstiger werden? 

Fragestellungen, die am 12. und 13. Oktober auf dem 25. Internationalen Kongress der Automobil-Industrie in Zwickau diskutiert werden.

Rekord: Etwas mehr als 48 Millionen Autos waren laut dem deutschen Online-Portal für Statistik "Statista" zu Beginn dieses Jahres in Deutschland gemeldet. Mehr als je zuvor. Die gemeldete Anzahl von Autos in Deutschland hat sich von 2008 bis 2021 stetig um insgesamt 15 Prozent erhöht. Seit den 1960er-Jahren hat sich der Autobestand mehr als verzehnfacht.

Auch wenn Berechnungen zur Folge etwa 79 Millionen Fahrräder in deutschen Haushalten zu finden sind, scheint das Auto immer noch des Deutschen liebstes Kind bzw. liebstes Fortbewegungsmittel zu sein.

Das E-Auto als saubere Lösung? – Oder sind alternative Kraftstoffe im Kommen?

Ist das Auto - wie wir es kennen - noch zeitgemäß? Ein Auto, mit dem man an die Tankstelle fährt, das statistisch gesehen 23 Stunden des Tages herumsteht, mit dem wir uns mühsam durch Staus quälen und das uns oft genug bei der Parkplatzsuche Nerven kostet.

Nach dem sogenannten Dieselskandal um manipulierte Abgaswerte sind Verbrennungsmotoren in Verruf gekommen. Und auf einmal hatte das E-Auto "freie Fahrt": in die Werbung, ins Bewusstsein, in die Ausstellungsräume der Autohersteller. Beim Blick auf die aktuellen Technologien und Produktionskapazitäten, lassen sich tatsächlich Autos mit Verbrennungsmotoren noch am einfachsten durch E-Autos zu ersetzen – auch wenn die Lade-Infrastruktur noch immer nicht zuverlässig flächendeckend zur Verfügung steht. Andere Antriebstechniken sind schlichtweg nicht marktreif. Aber vielleicht könnten synthetische Kraftstoffe, die nicht aus Rohöl produziert werden, das Problem lösen und vor allem zum Klima-Schutz beitragen.

EU will E-Auto-Nutzung erhöhen

Unter den über 48,25 Millionen zugelassenen PKW in Deutschland dominieren Benziner. Gas oder Hybrid-Antrieb kommen marginal in Autos vor. Dazu sind rund 440.000 E-Autos vorhanden - Weniger als ein Prozent aller zugelassenen PKW. Ist die Konzentration auf das E-Auto berechtigt? Oder geht der Trend am Kunden vorbei?

Elektroautos stehen neben einer Ladesäule
Elektroautos stehen neben einer Ladesäule Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Vor knapp drei Monaten hat die EU-Kommission Pläne zum Klima-Schutz vorgestellt. Hauptbestandteil ist dabei ein Verkaufsverbot für Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035. Die EU-Kommission hat in dem Zusammenhang Investitionen in die Lade-Infrastruktur angekündigt. Ziel soll es sein, innerhalb der EU an den wichtigsten Straßen Ladestationen alle 60 Kilometer zu schaffen. Bislang stehen den Elektro-Autofahrern EU-weit etwa 260.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung.

Wie bleiben wir mobil - auf dem Land wie in der Stadt?

Die Verkehrswende wird in Städten mehr und mehr sichtbar. Auto-Fahrstreifen verschwinden - zugunsten von Fahrradwegen. Die Corona-Pandemie erhöhte zudem den Absatz von Fahrrädern, insbesondere den von E-Bikes. In den sächsischen Großstädten gehören Lastenfahrräder sowie Lasten-E-Bikes bereits zum Stadtbild.

Auf dem Land sind E-Bikes wegen der größeren Strecken, die zurückgelegt werden müssen, eher Freizeitspaß als nutzbares Verkehrsobjekt. Wenn kein Bus mehr fährt und der nächste Bahnhof Kilometer entfernt ist, dann heißt mobil sein: Auto fahren. Oder können Ruf-Busse wie im Vogtland bzw. Autosharing-Angebote helfen, die Mobilität auf dem Lande zu verbessern und zum Klimaschutz beitragen, wenn diese Angebote mit klimafreundlichen Antrieben ausgestattet sind?

Darüber sprechen wir bei "Dienstags direkt" mit diesen Gästen:

Prof. Thomas Koch
Bildrechte: IFKM (Institut für Kolbenmaschinen, er ist Leiter des Instituts für Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologien

Dirk Vogel | Netzwerkmanager des AMZ Sachsen

Netzwerkmanager bei AMZ - Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen Dirk Vogel
Dirk Vogel Bildrechte: AMZ/Vogel

...Die Anforderungen an die Mobilität in der Stadt und im ländlichen Raum driften immer weiter auseinander. Lösungen für die Mobilität von morgen werden individuell und nachhaltig sein müssen. [...] Wenn wir die Automobilindustrie kaputt machen, womit werden die Menschen künftig ihr Geld verdienen? Was wollen wir exportieren?

Dirk Vogel | Netzwerkmanager des AMZ Sachsen

Oliver Heldt | Geschäftsführer des Automobil-Zulieferers MFT in Cunewald

Oliver Heldt
Oliver Heldt Bildrechte: Anke Krsanowski

Ganz klar erfordert die Mobilitätswende neue Konzepte für Technik und Infrastruktur. Aber sie ist kein rein technisches Problem, sondern fordert alle daran beteiligten Unternehmen fundamental. [...] Im Privaten hat der Besitz eines Autos als Statussymbol heutzutage an Bedeutung verloren. Andere Themen wie das Gut Zeit zu haben werden zunehmend wichtiger...

Katja Diehl | Mobilitätsexpertin aus Hamburg

Katja Diehl
Katja Diehl Bildrechte: Charlotte Schreiber

Wir brauchen ein Grundrecht auf wahlfreie Mobilität. Wer mit dem Auto fahren will, sollte das tun können. Aber all Jene, die davon ausgeschlossen sind oder gegen ihren Willen im Auto sitzen, brauchen endlich gute Alternativen. Von Stadt bis Land. Verkehrswende ist menschlich, nicht technisch.

Katja Diehl | Mobilitätsexpertin aus Hamburg

Im Interview:

Jenny Menzel | Bloggerin aus Dresden

  • Lebt seit einiger Zeit mit ihrer Familie ohne Auto. Betreibt einen Blog, in dem sie praktische Tipps rund ums Mieten von Autos (vor allem im Urlaub) gibt.

Dr. Tilmann Werner | Geschäftsführer der Sächsischen Energie-Angetur SAENA

  • Er wird Einblicke geben in die Weiterentwicklung der Lade-Infrastruktur für E-Autos in Sachsen.

Max Jankowsky | Geschäftsführer Gießerei Lößnitz (Zulieferer, der Maschinen für das Pressen von Karosserieteilen herstellt)

Max Jankowsky
Max Jankowsky Bildrechte: Thomas Plettenberg

Moderation:

Redaktionelle Mitarbeit: Alexander Schubert
Leitung: Ines Meinhardt

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 12. Oktober 2021 | 20:00 Uhr