MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 12.05.2020 | Nachhören Aus Sachsen in die Welt – Ist Karriere nur woanders möglich?

Eine Sendung über Sachsen, die erfolgreich in anderen Bundesländern oder in anderen Ländern sind

Ein Mann im Anzug macht einen großen Sprung. 119 min
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MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 12.05.2020 Die Sendung hier nachhören

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Muss man aus Sachsen weggehen, um Karriere zu machen? Wie sehr trägt man die Heimat im Herzen, wenn man tausende Kilometer entfernt lebt? Wie verändert sich die Sicht auf Sachsen, wenn man anderswo länger tätig ist?

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Di 12.05.2020 20:00Uhr 119:08 min

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Richard Wagner, Heinrich Zille, Clara Zetkin, Erich Kästner, Gert Fröbe, Helmut Schön, Gerhard Richter, Jan Josef Liefers - diese berühmten Sachsen sind erst so richtig berühmt geworden, nachdem sie ihre Heimat verlassen hatten.

Von Sachsen in die Welt hinaus

2018 haben laut statistischem Landesamt knapp 4.000 in Sachsen lebende Deutsche ihren Wohnsitz in einen anderen Staat verlegt. Erfasst wurden dabei 127 Länder. Die meisten wanderten in die Schweiz (618) aus. Dahinter folgen Österreich (521) und die Vereinigten Staaten (228).

Fortzüge von Deutschen aus Sachsen in das Ausland 2018 - Weltkarte
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So wandern die Sachsen aus Zwei Drittel der 3.932 deutschen Auswanderer aus Sachsen zogen in ein anderes europäisches Land. Auf einen anderen Kontinent zog es 2018 also etwa ein Drittel. Über die Hälfte (53,4%) der deutschen Auswanderer aus Sachsen waren Männer. Das Durchschnittsalter der Personen, die 2018 von Sachsen aus in die Welt zogen, betrug 33 Jahre. Die Zahl der deutschen Auswanderer aus Sachsen hat sich seit 2011 kontinuierlich reduziert. So verlegten vor zwei Jahren 860 Deutsche weniger ihren Wohnsitz von Sachsen ins Ausland als noch im Jahr 2011 (4.792).

(aktueller Stand von 2018)

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen

Kann man nur woanders erfolgreich sein?

Aber muss man aus Sachsen weggehen, um richtig Karriere zu machen? Wie sehr trägt man die Heimat im Herzen, wenn man tausende Kilometer entfernt seiner Arbeit nachgeht? Und wie verändert sich die Sicht auf Sachsen, wenn man anderswo länger tätig ist?

Das haben wir gebürtige Sächsinnen und Sachsen sowie eine Frau, die in Wittenberg geboren ist, aber im Alter von einem Jahr nach Leipzig kam, gefragt: Katharina Pohl. Sie sagt von sich selbst: "Ich bin Sächsin durch und durch." Sie wohnt aber schon lange in Asien – aktuell in Singapur. Sie ist Managerin bei einem Modekonzern gewesen und im Moment beim Disney-Konzern für das Asien-Geschäft zuständig.

Katharina Pohl
Katharina Pohl Bildrechte: Katharina Pohl

Sachsen ist und bleibt Heimat, insbesondere durch unsere Familie und zahlreichen Freunde in Leipzig, die wir mindestens zweimal im Jahr besuchen. Am Schönsten für mich ist die Vorweihnachtszeit und wir versuchen, bereits Mitte Dezember nach Leipzig zu fliegen, um so oft wie möglich diese Zeit zu genießen und den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Im letzten Jahr waren wir fast zehnmal auf dem Weihnachtsmarkt und damit vielleicht öfter als viele Leipziger.

Katharina Pohl

Wie wird man Mitarbeiterin der UNO in New York? Das wollten wir von Susanne Skoruppa wissen. Die gebürtige Leipzigerin wuchs in der Messestadt und in Markkleeberg auf. Zurzeit ist sie wegen der Corona-Pandemie wieder in der Heimat. Aber was hat sie sich am Big Apple aus der Heimat erhalten?

Susanna Skoruppa
Susanna Skoruppa Bildrechte: Susanna Skoruppa

Ich schätze sehr die typisch sächsische Mischung aus Direktheit und Herzlichkeit - etwas, das ich mir in vielen Jahren des Lebens auf drei Kontinenten bewusst bewahrt habe und was ich oft vermisse.

Susanne Skoruppa

Von Schauspieler Stephan Grossmann wollten wir erfahren, wie viel Moritzburg er zu Hause in Berlin hat. Träumt er davon, mal in einem Märchenfilm mitzuspielen, der in Moritzburg gedreht wird? Und warum er – typisch für uns Sachsen – gerne Urlaub an der Ostsee macht?

Stephan Grossmann
Stephan Grossmann Bildrechte: imago images / Future Image

Für mich war es vor allem immer wieder eine große Herausforderung, dem Dialekt in Sachsen zu widerstehen. Außerdem lebt es sich ganz gut als Sachse in der Weite. Hier schlägt er sich tapfer, mit seiner offenen Art reißt er manchmal Mauern nieder und überwindet schneller Hürden. Ist ein Sachse da, ist meistens gute Stimmung. Sind viele da, wird's schwierig. Und so hat mich das 'ruppige' Berlin in seinen Bann genommen.

Stephan Grossmann
Außerdem im Interview:

  • Prof. Hans-Christoph Rademann | Der Dirigent und Leiter der Bachakademie Stuttgart ist in Dresden geboren, in Schwarzenberg aufgewachsen, lebt und arbeitet jetzt in Stuttgart, arbeitet aber zum Teil auch in Sachsen.

Ein Mann mit kurzem Haar und Brille schaut in de Kamera
Bildrechte: Roberto Bulgrin

Es zieht mich aus verschiedenen Gründen immer wieder zurück nach Sachsen. Zum einen lebt ein Teil meiner Familie im Erzgebirge, ich bin Intendant des Musikfest Erzgebirge und auch Botschafter des Erzgebirges. Zum anderen lebt die Familie meiner Frau in Dresden. Seit 1975, meiner Zeit im Dresdner Kreuzchor, ist die Stadt auch meine zweite Heimat. In Dresden leite ich auch noch den Dresdner Kammerchor und unterrichte als Professor an der Musikhochschule Carl Maria von Weber Dresden. Viele private und berufliche Verbindungen halten das Interesse an der Region wach und ich fühle mich da nach wie vor heimisch. Neben Stuttgart habe ich auch lange Jahre in Hamburg und Berlin gearbeitet, mittlerweile sehe ich Sachsen zwangsläufig etwas von außen. Die Haltung vieler Menschen in Stuttgart und ihr außergewöhnliches Engagement für die Kultur könnten langfristig auch ein gutes Vorbild für Sachsen sein, wenn die vielfältige Kulturlandschaft erhalten werden soll.

Prof. Hans-Christoph Rademann

  • Dr. Johannes Staemmler | Der Wissenschaftler wohnt in Berlin und arbeitet am IASS Potsdam. Er ist in Dresden aufgewachsen.

Johannes Staemmler, Forschungsgruppenleiter am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam (IASS Potsdam)
Johannes Staemmler Bildrechte: MDR/Lotte Ostermann

Dresden hat mich geprägt, wie keine andere Stadt. Wenn ich Schönheit, Entspannung und Vertrautheit empfinde, ist das zutiefst verwoben mit meinem Aufwachsen da. Selbst beruflich lässt mich Sachsen nicht los, wofür sich Potsdam und Berlin sehr gut eigenen.

Dr. Johannes Staemmler

Andreas Ruby
Andreas Ruby Bildrechte: Wilma Leskowitsch

Als Kind habe ich mich immer nach der großen, weiten Welt gesehnt; zu Hause fand ich es langweilig. Erst als ich später in Paris und New York studierte, wurde mir bewusst, wie viel mich mit meiner Heimat verbindet. Seitdem höre ich nicht auf, sie zu entdecken.

Andreas Ruby

  • Philipp Pentke ist Bundesliga-Torhüter bei TSG 1899 Hoffenheim und stammt aus Freiberg.

Philipp Pentke, TSG 1899 Hoffenheim
Bildrechte: imago images/Sportfoto Rudel

Redaktion: Alexander Schubert
Leitung: Ines Meinhardt

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Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.05.2020 | 20:00 - 23:00 Uhr