Dienstags direkt | MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.02.2020 | 20:00 - 23:00 Uhr Ohne Macht und ohne Lobby? - Die Hoffnung auf soziale Gerechtigkeit

Zwei Hände halten mehrere Euro-Banknoten. 123 min
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Etwa jeder sechste Mensch in Sachsen ist von Armut betroffen. Zugleich gehen Schätzungen von etwa 175 Millionären im Freistaat aus. Die Unterschiede zwischen diesen Gruppen könnten größer nicht sein. Ist das sozial gerecht? Was ist überhaupt soziale Gerechtigkeit? Darüber reden wir im Podcast.

Immer mehr Menschen können trotz Erwerbstätigkeit ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten. Dafür verdienen Menschen, die ohnehin schon zu den Besserverdienenden zählen, immer mehr Geld. Ein größer werdender Teil des Gesamtvermögens liegt bei einer kleinen Gruppe von Personen.

Die Unterschiede sind groß

Laut dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes sind in Sachsen 16,6% der Menschen von Armut betroffen. Als arm gilt, wer allein weniger als 1.035 Euro im Monat zur Verfügung hat. Ein Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahre mit weniger als 2.174 Euro im Monat gilt ebenfalls als arm. Als einkommensreich gelten in Sachsen dagegen 5,6% der Bevölkerung. Das sind 226.000 Personen mit einem Einkommen von rund 3.000 Euro oder mehr – und die Schere geht immer weiter auseinander. Aber meint soziale Gerechtigkeit, dass alle Menschen das Gleiche verdienen sollten? Oder bedeutet dieser Begriff nicht auch, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben sollten?

Was ist soziale Gerechtigkeit?

Rund 2,7 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten derzeit in der Pflege. Sei es in Krankenhäusern, in Heimen oder bei mobilen Pflegediensten. Sicher würden die meisten zustimmen, dass dies ein wichtiger und unverzichtbarer Beitrag für die Gesellschaft ist. Dennoch verdienten im Jahr 2017 Altenpflegerinnen und -pfleger (in Sachsen) rund 2.200 Euro brutto – knapp 900 Euro weniger als der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst im Freistaat.

Wir sprechen in unserer Sendung mit Menschen, die in ganz unterschiedlichen Bereichen mit sozialer Gerechtigkeit (oder Ungerechtigkeit) zutun haben oder in sozialen Berufen arbeiten. Mit Gästen, die im Alltag mit sozialen Problemen konfrontiert werden, mit jemandem, der sich für gerechtere Bezahlung und Würdigung von Arbeit einsetzt. Dabei versuchen wir der Antwort auf die Frage näher zu kommen, was überhaupt "soziale Gerechtigkeit" bedeutet. Das alles kurz vor dem "Tag der sozialen Gerechtigkeit" am 20. Februar.

Unsere Gäste im Podcast:

Rotraud Kießling, Referentin Schuldnerberatung, Straffälligenhilfe, Wohnungsnotfallhilfe bei der Diakonie Sachsen

Eine lachende Frau mit langen dunklen Haaren.
Bildrechte: Cornelia Maume

Für die Diakonie Sachsen gründet sich soziale Gerechtigkeit auf dem Wissen, dass vor Gott alle Menschen gleich sind.

Robert Michel, Lehrer und Gewerkschafter

Ein Mann mit dunklen Locken und Brille.
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Soziale Gerechtigkeit ist der Kitt der Gesellschaft.

Jan Pratzka, Chef der Agentur für Arbeit Dresden

Eine lachende Frau mit langen dunklen Haaren.
Bildrechte: Agentur für Arbeit Dresden

Was als sozial und gerecht empfunden wird, was fair ist, entscheidet meist jeder selbst – aufgrund eigener Erfahrungen, Haltung und Werte.

Sindy Hartrampf, Leiterin der DRK Tagespflege Thiendorf

Eine Frau mit dunklen kurzen Haaren und Brille.
Bildrechte: privat

Es kommt sicher auf den Blickwinkel an. Solange übertriebene Gehälter in manchen Schichten fließen und die hart arbeitende Gesellschaft „gemolken“ wird, kann ich nicht von gerecht reden.

Redaktionsassistenz: Lucas Görlach
Leitung: Tobias Knauf

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 18.02.2020 | 20:00 - 23:00 Uhr