Dienstags direkt | MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.01.2020 | 20-23 Uhr "Ich bin süchtig" - Welche Antworten haben wir auf dieses Geständnis?

Eine Mann sitzt an einem Tisch mit Weinflasche und Glas 100 min
Bildrechte: IMAGO

"Ich vertraue euch etwas an, was ich eigentlich nicht sagen darf"

– diese Aussage eines Kindes zeigt, in welchem Spannungsverhältnis sich der Alltag abspielt. Über drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland leben mit einem suchtkranken Elternteil in einem Haushalt. Die Folgen sind Konflikte, Aggressivität und Gewalt in der Familie. Das Geld ist oftmals knapp, die Eltern nicht ansprechbar.

Hilfsangebote gibt es, aber damit werden längst nicht alle erreicht. Oft sind es Zufälle, aufmerksame Lehrer, Kindergärtnerinnen oder Ärzte, die feine Antennen haben. Doch wie gehen wir mit der Information um, wenn wir wissen, dass ein Kollege, die Partnerin, der Freund süchtig ist? Wie reagieren wir, wenn wir glauben, dass sich uns gerade das Kind eines vermeintlich Süchtigen anvertraut hat? Wie lässt sich eine solche Aussage prüfen? Trauen wir uns immer das offene Gespräch zu? Wie finden wir die passende Situation im konkreten Fall? Was sagen wir dann?

Darüber haben wir unter anderem mit einer Frau, deren Mutter suchtkrank war, gesprochen. Sie selbst musste sich vor einigen Jahren auch eingestehen, in eine Abhängigkeit gerutscht zu sein. Wie hat der Partner darauf reagiert? Beide werden uns Einblicke in ein bewegtes Leben gewähren und ganz frei über die Krankheit sprechen.

Unsere Gäste im Studio:

Kai und Jacqueline Klieme, Betroffene

Ein Mann und eine Frau stehen nebeneinander
Bildrechte: Kai und Jacqueline Klieme

Mein Lebenssinn bestand innerhalb der Familie darin, nach außen die heile Welt aufrecht zu erhalten. Egal was nachts passiert ist, ich bin ordentlich und pünktlich in die Schule. Ich hatte auch sehr gute Leistungen, war sehr ruhig, freundlich und unauffällig.

Dr. Kristin Ferse, Suchtbeauftragte der Stadt Dresden

Eine blonde Frau mit roter Brille und rotem Oberteil
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die größten Suchtprobleme gibt es im Zusammenhang mit Alkohol. Beispielsweise zeigen das auch die Zahlen der Patienten, die mit Suchtproblemen ins Krankenhaus kommen. Da stehen Alkoholpatienten an erster Stelle. Und das stellt uns vor große Herausforderungen. Wir müssen unbedingt auf die Familien schauen, da sind die Kinder oft auf sich allein gestellt.

Simone Külbel, Jugend- und Drogenberatungsstelle Dresden

Links zu weiteren Suchtberatungen:

Redaktionsassistenz: Stephan Wiegand, Leitung: Ines Meinhardt

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