Dienstags direkt | MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.02.2020 | 20:00 - 23:00 Uhr Zwischen lauten Protesten und stillem Gedenken - Wem gehört die Geschichte?

75 Jahre nach Kriegsende stehen wir vor der Herausforderung, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt. Menschen, die Geschichte lebendig halten können, die mahnen, erinnern und Mut geben, gibt es kaum noch. Wie gehen wir mit dieser Situation um, wenn plötzlich in Vergessenheit gerät, wie Krieg in Europa erlebt wurde? - Und das in einer Zeit, in der der Zusammenhalt in der Mitte der Gesellschaft immer mehr an Kraft verliert und Extreme Zulauf verzeichnen.

Erinnerung wachhalten

Der 13. Februar ist ein Tag des Erinnerns. Als Dresden am Ende des Krieges bombardiert wurde, starben zwischen 22.700 und 25.000 Menschen. Doch allein die Zahl der Opfer kann nicht beschreiben, mit welcher Brutalität Menschen während des Krieges ermordet wurden. In Hamburg, Würzburg, Frankfurt, Auschwitz, London, Warschau und Dresden waren es oft die Schwächsten, die den Preis des Krieges zahlen mussten.

Todesmarsch
Das Bild zeigt den Todesmarsch der Häftlinge des KZ Buchenwald und seiner Außenlager im April 1945. Bildrechte: MDR/Franziska Hentsch

Wir wollen uns erinnern, wie das kurz vor Kriegsende war, als 1945 noch einmal viele Menschen sterben mussten: In Konzentrationslagern begannen die Todesmärsche, Städte mit intakter Infrastruktur wurden bombardiert, der "Volkssturm" zog in den Tod und Alliierte opferten ihr Leben, um Deutschland vom Nationalsozialismus zu befreien.

Dass diese Schicksale, die Schmerzen und die Konsequenzen nicht in Vergessenheit geraten dürfen, zeigt die aktuelle Politik, die durchaus Parallelen zur Weimarer Republik erkennen lässt. Besteht heute tatsächlich die Gefahr, dass sich Geschichte wiederholt? Darüber wollen wir sprechen - am Dienstagabend.

Unsere Gäste im Studio:

Eckehard Möller, Pfarrer

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Bildrechte: MDR/Stephan Wiegand

Wir standen am 13. Februar 1981 vor der Annenkirche und hörten das Läuten der Hofkirche und der Kreuzkirche. Die anderen Glocken blieben stumm. Dagegen müssen wir etwas tun, haben wir uns gesagt.

Dr. Joachim Klose, Moderator der AG 13. Februar

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Bildrechte: MDR/Stephan Wiegand

Ich glaube, die Stadt, als Stadtoberhaupt und die Bevölkerung gedenkt dem 13. Februar seit 1945 immer auf verschiedene Weise. Die Bevölkerung wünscht eher ein ruhiges Gedenken, dass man abends um 21:45 Uhr die Glocken läuten hört zum Zeitpunkt der Zerstörung der Stadt – es war übrigens Faschingsdienstag –, und dann ruhig, stillschweigend den Abend begeht, eventuell noch einen Gottesdienst aufsucht.

Daniel Zwiener, Chorleiter an der EGE - Evangelische Schulgemeinschaft Erzgebirge

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Musik ist ein Stück Erinnerungskultur.

Emma Schröer, Schülerin an der EGE - Evangelische Schulgemeinschaft Erzgebirge

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Verdrängen, Vergessen Desinteresse, Ablehnung und sogar die Leugnung Holocaust fassen Fuß in der Gesellschaft. Mit diesem Projekt ist es meine Absicht, ein Zeichen gegen all die eben genannten aufstrebenden Gedanken und Handlungen zu setzen und den Umgekommenen und Opfern zu gedenken.

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Blick ins Studio während der Sendung Bildrechte: MDR/Stephan Wiegand

Co-Moderation: Dr. Ulrich Brümmer (Studioleiter Dresden und Dresdner Elbland)
Redaktionsassistenz: Stephan Wiegand
Leitung: Peter Neumann

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Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Dienstags direkt | 11.02.2020 | 20:00 - 23:00 Uhr