Verkündigungssendung Das Wort zum Tag bei MDR SACHSEN

Täglich hören Sie das Wort zum Tag. Montags bis freitags gegen 5:45 Uhr und 8:50 Uhr, am Sonnabend gegen 8:50 Uhr, sonntags 7:45 Uhr. Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche Mira Körlin.

Donnerstag, 16.09.2021: Kurzsichtig

Mira Körlin 2 min
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gesprochen von Mira Körlin

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Do 16.09.2021 05:44Uhr 02:26 min

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Im Jahr 2050 könnte die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein. Und das, obwohl dies nur nur bei wenigen Kindern angeboren ist. Im Gegensatz zu früher befasst sich unser Auge heute viel mit dem, was wir direkt vor der Nase haben: Bildschirme, Handydisplays. Bücher, Hefte, Diagramme. Es ist tatsächlich so, dass Schul- und Ausbildungsjahre mit dem Kurzsichtigkeitswert zusammenhängen. In Ländern wie China oder Südkorea gehen Kinder schon mit vier oder fünf Jahren in Vorschulen. Gute Schulbildung gilt dort als guter Start ins Leben. Doch 95 Prozent der Zwanzigjährigen der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sind kurzsichtig. Auch als nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland die Ausbildungsstandarts stiegen, nahm die Kurzsichtigkeit über viele Jahrzehnte zu.

Zum Glück gibt es Brillen. Aber bei zu starken Dioptrienwerten droht langfristig das Erblinden. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe, fragt der Psalmbeter in der Bibel. Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Ich hebe meine Augen auf - was für eine poetische Formulierung. Felix Mendelsohn hat sie in wunderbarer Weise vertont. Was vor uns liegt, verstellt den Blick manchmal. Oder engt ein. Ob mit oder ohne Brille - vielleicht sollten wir manchmal einfach darüber hinwegsehen. Ans Fenster treten. Den Blick in die Ferne richten.

Gott kann nicht von Kurzsichtigkeit befreien. Aber fürs Leben kann er Weite vermitteln: In der Perspektive und im Denken.

Was auffällt: Im Sommer schreitet Kurzsichtigkeit sehr viel langsamer voran als im Winter. Sonnenlicht und ins Weite schauen beugen vor. Lassen Sie uns die Sonnenstrahlen des Herbstes genießen. Hebe meine Augen auf …

Mittwoch, 15.09.2021: Ampelmann mit Stange

Mira Körlin 3 min
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gesprochen von Mira Körlin

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mi 15.09.2021 05:44Uhr 02:41 min

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"Bei Rot bleibe stehen, bei Grün kannst du gehen", manchmal windet sich das Kinderlied als Ohrwurm durch meinen Kopf. Ob Ost-Ampelmännchen, Ampelfrau oder Ampelpärchen, es gibt eine Reihe origineller Varianten. In einigen Orten auch mit Bezügen zur Stadt. So stehe ich bei einem Wochenendausflug in Fulda an einer Fußgängerampel und muss schmunzeln. Das rote Männlein steht quer und trägt ein Kreuz in der rechten Hand. Als es grün wird, scheint es, als laufe das gleiche Ampelmännchen mit wallenden Gewändern los. Dieses Mal in der Linken ein geschwungenes Etwas, das ausschaut wie eine Zuckerstange. Die Stange ist im Verhältnis zum Körper allerdings fast genauso groß. Was das Männlein trägt, ist ein Bischofsstab. Die Stadt Fulda ehrt damit Bonifatius.

Geboren vor fast 1.400 Jahren als Wynfreth im Südwesten von England, wird Bonifatius mit über 80 Jahren im Norden der heutigen Niederlande erschlagen. Zwischendurch ist er in Rom, vor allem aber in Mitteleuropa unterwegs: Hessen, Thüringen, Bayern und Sachsen. Wobei das Gebiet der Sachsen im 7. Jahrhundert eher dem heutigen Niedersachsen entspricht.

Bonifatius ist ein großer stattlicher Mann. Furchtlos, redegewandt, zupackend. Es ist überliefert, dass er dem germanischen Gott Donar gewidmete Bäume fällt, damals Kultstätten verschiedener lokaler vorchristlicher Bräuche. Das beeindruckt die Menschen und bringt viele zum christlichen Glauben. Bonifatius gründet Kirchen und Klöster. Ganze Bistümer gehen auf ihn zurück. Historiker sagen: Bischof Bonifatius schuf das Fundament für die gesamte deutsche Kirche.

Wenn ich den grünen Ampelmann so sehe, wie er schwungvoll losläuft, scheint mir das ein Wesenszug des historischen Bonifatius gewesen zu sein. Wie hätte er sonst bei all den Widrigkeiten der damaligen Zeit so viel reisen, organisieren und dabei von Gott erzählen können? Was hat ihn über Jahrzehnte angetrieben? Worauf hat er gehofft? Persönlich kann ich ihn das leider nicht fragen. Aber die Ampelmänner in Fulda erinnern mich daran, was Menschen im Vertrauen auf Gott vermögen.

Es ist grün. Los geht’s.

Das Wort zum Tag sprechen in dieser Woche:

Kurzvita Mira Körlin

Mira Körlin

Geboren am 01.10.1976 in Dresden | 1995 Abitur | 1995-1996 freiwilliges Soziales Jahr in Zwickau | 1996-2002 Studium der Germanistik, Literaturwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Ev. Theologie an der TU Dresden | 2002-2003 Pressereferentin in der Sächsischen Staatskanzlei | seit 2003 Referentin für Öffentlichkeitsarbeit für die beiden Dresdner Kirchenbezirke | verheiratet, zwei Kinder

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag...

... sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.