Mittwoch, 27.03.2019: Das Wesentliche

Eigentlich würde man oder auch die aufgeweckte Frau meinem Zimmer ansehen, dass es eine Singelbude ist - oder eventuell etwas stilvoller ausgedrückt, eine Klosterzelle. Warum? Weil genau mir gegenüber nicht etwa die Möglichkeit wäre, Platz zu nehmen.

Könnte man schon, wäre aber sinnlos! Denn davor ist der Bildschirm meines PC's. Und der verstellt den Blick auf eine möglicherweise mir gegenüber sitzende Person. Da steht also tatsächlich das Rechteckige, Praktische vor dem Persönlichen.

Okay, meine Zelle ist ja auch kein Besuchszimmer … aber nachdenklich machte mich das für eine Doppelsekunde schon …

Ich bin in meinem - quasi - Wohnzimmer nicht auf ein Gegenüber eingerichtet. Seltsam. Dabei gehört es doch wohl zu meinen vornehmsten Aufgaben, Andere anzusehen und mit ihnen zu reden. Nun ja, ich habe eine Lösung dafür gefunden, sogar so, dass ich nix großartig umbauen muss. Schließlich gibt es ja noch etwas hinter all dem Rechteckigem und Praktischem.

An der Wand mir gegenüber ist an der höchsten Stelle ein Kruzifix, darunter eine Marienikone, ein Relief vom heiligen Josef, meinem Heimatpfarrpatron. Und etwas tiefer gelegt, sind da Bilder meiner Familie, von Pater Gordian und Franz Peter Sonntag. Ich muss einfach mal öfter den Blick vom Bildschirm lösen und ihn erheben auf das Kreuz - und schon habe ich ganz viele göttliche, heilige und menschliche Gegenüberse. Der Hintergrund aller Praxis ist also das Göttliche, Heilige und Menschliche. So einfach ist das mit den Dingen, die uns den Blick auf das Wesentliche verstellen. Cool!

Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche:

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Christine Rösch

Christine Rösch

Geboren am 28.09.1958 in Gotha | 1977 Abitur | Studium an der Bauhaus-Universität Weimar mit Abschluss als Dipl. Ing. für Gebiets- und Stadtplanung 1983 | danach tätig in der Altstadtsanierung und im Kirchenbau der Stadt Gotha | ab 1992 theologische Ausbildung | 1. und 2. Examen und Ordination | zunächst Pfarrstelle in Seebergen (Kreis Gotha) | ab 2002 Pastorin für allgemeinkirchliche Aufgaben der Landeskirche in der 1. Pfarrstelle des Diakonischen Werkes Thüringen | ab 2014 theologische Referentin im Landesverband der Diakonie Sachsen | wohnhaft in Radebeul

Kurzbiografie Pater Bernhard Venzke

Pater Bernhard Venzke

geboren 1959 in Osterwieck/Harz | 1978–1982 Theologiestudium in Erfurt | Priesterweihe am 26. Juni 1988 in Sankt Albert, Leipzig | 1988–1991 Kaplan in Sankt Martin, Leipzig | 1991–1993 Studentenpfarrer in Sankt Thomas Morus, Berlin | 1993–1999 Teammitglied des Pfarrteams Sankt Paulus, Berlin | seit 2000 Subprior in Walberberg und Seelsorger an Sankt Albert, Walberberg | seit 2002 Direktor der Tagungsstätte Walberberg | ab 2005 Kreuzfahrtseelsorger in Hamburg | seit September 2007 Pfarrer an Sankt Albert, Leipzig

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag...

... sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.