Eine Frau sitzt an einem Laptop, auf dessen Monitor der Schriftzug «Passwort akzeptiert» eingeblendet ist.
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Welt-Passwort-Tag am 2. Mai Sicherheit im Internet - mit guten Passwörtern

Wie können wir im Netz sicher unterwegs sein? Matthias Ungethüm gibt Tipps für den richtigen Umgang mit Passwörtern. Der Computerexperte aus dem sächischen Gehringswalde hatte unter anderem auf der Onlineseite der NSA Sicherheitslücken entdeckt.

Eine Frau sitzt an einem Laptop, auf dessen Monitor der Schriftzug «Passwort akzeptiert» eingeblendet ist.
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Auf die Frage, ob unser Gesprächsgast, Matthias Ungethüm, selbst noch Online-Banking nutzt, antwortet er mit einem klaren ja. Der Computerexperte hat keine grundsätzlich Bedenken online unterwegs zu sein, wenn man einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet. Ganz wichtig sind sichere Passwörter. Sie bestehen aus Zahlen, Groß- und Kleinschreibung und Sonderzeichen. Das Passwort sollte keinen Sinn ergeben und keine Zahlenfolge sein. Vom scheinbar beliebtesten deutschen Passwort "12345" ist absolut abzuraten. Es ist leicht zu durchschauen und viel zu kurz.

Das richtige Passwort - so sieht es aus: - das Wort sollte keinen Sinn ergeben
- keine Zahlenfolge sein
- Zahlen und Buchstaben sollten sich abwechseln
- Groß- und Kleinschreibung
- gern auch Sonderzeichen
- es sollte zehn, besser noch 15 Zeichen haben
- verschiedene Passwörter verwenden

Vorsicht vor dubiosen Webseiten!

Man sollte sich nicht auf jeder dubiosen Webseite mit Nutzername, Passwort und Kreditkarte anmelden. Achten Sie genau darauf, welche Datei Sie runterladen und ausführen.

Computerexperte Matthias Ungethüm

Passwörter-Vielfalt

Für jede Onlineseite sollte man sich ein anderes Passwort ausdenken, empfiehlt der Experte. Da sich viele "starke" Passwörter schwer zu merken sind, sollte man Onlineseiten in Kategorien einteilen. Bei Webseiten, auf denen die Accounts, die man sich anlegt, nicht wichtig sind und die auch nichts mit dem zu tun haben, was man sonst so im Internet tut, müssen die Passwörter nicht so "stark" sein. "Dann ist es nicht so schlimm, wenn sie entwendet werden", spricht Matthias Ungethüm aus Erfahrung. Der Hacker wird es schwer haben, mich persönlich wiederzuerkennen.

Was bringen IT-Sicherheitssiegel?

Symbolbild zum Thema Datensicherheit auf Facebook
Der beste Schutz vor Datenhackern: Ein sicheres Passwort Bildrechte: IMAGO

Deutschlands Justizministerin Katarina Barley hat ein europaweites IT-Sicherheitssiegel angekündigt. Für den Laien klingt das reichlich naiv und das bestätigt auch Matthias Ungethüm. Der Grund: Ein Sicherheitssiegel wird nach Normen erstellt, die entwickelt wurden. Das Problem aber ist, dass sich Datenhacker ganz und gar nicht an Normen und Regeln halten. "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung", so der Computerexperte, "und es werden Regeln eingeführt, die auch sinnvoll sind, aber man sollte davon nicht zu viel erwarten".

Hat man überhaupt eine Chance, sich vor Hackern zu schützen?

Ein Hacker schafft es nicht, alle Systeme zu knacken. Er kann auch nicht unendlich viel Aufwand betreiben. Allgemein sind tatsächlich viele Systeme so abgesichert, dass Hacker, die keine Voll-Profis sind, da nicht reinkommen, egal wie sehr sie sich anstrengen.

Stellenweise ist erhebliches Fachwissen nötig, um in ein halbwegs gut gesichertes System reinzukommen.

Computerexperte Matthias Ungethüm

Der allgemeine Standard ist nach Meinung von Matthias Ungethüm gar nicht so schlecht. Schwierig wird es, wenn in einem System einmal eine Schwachstelle bekannt ist. Dann kann der Rest vom System noch so gut abgesichert sein, diese eine Schwachstelle wird von Hackern extrem und in großem Maße ausgenutzt. Und dann trifft es leider wieder alle.

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Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.05.2019

Zuletzt aktualisiert: 02. Mai 2019, 08:44 Uhr