Ein junger Mann und eine junge Frau machen ein Selfie
Bildrechte: IMAGO

Ratgeber von MDR SACHSEN Soziale Netzwerke in der Schule

Unser Gast: Kristin Wrubel vom Projekt "Social Web macht Schule“

Zu Gast im Sachsenradio-Expertenrat bei Thomas Hehde war Kristin Wrubel. Sie arbeitet beim Projekt "Social Web macht Schule“, dass 2014 gegründet wurde und seitdem in sächsischen Schulen Lehrer, Eltern und Schüler auf dem Gebiet Soziale Medien berät.

Ein junger Mann und eine junge Frau machen ein Selfie
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Den meisten von uns fallen bei dem Stichwort Soziale Medien sofort die Online-Dienste WhatsApp, Instagram und Facebook ein. Aber die Social-Media-Expertin Kerstin Wrubel weiß: "Facebook nutzen junge Menschen fasst gar nicht mehr. Angefangen wird in der Grundschule meist mit Youtube. Dann geht es weiter mit musical.ly, dass sich jetzt Tik Tok nennt." Die Musikvideo-Plattform ist besonders bei Kindern bis 14 Jahren sehr beliebt. Alternativ zu WhatsApp wird jetzt auch Snapchat genutzt. Dieser neue Messenger-Dienst löscht Nachrichten nach einer bestimmten Zeit automatisch und "gaukelt somit den Nutzern eine gewisse Sicherheit vor", so Kerstin Wrubel.

Fernab der Realität: WhatsApp ab 16

Ein Mädchen telefoniert mit seinem Handy.
In der ersten Klasse mit Handy unterwegs? Die Social-Media-Expertin rät davon ab. Bildrechte: Colourbox.de

Im Mai gab es eine Gesetzesänderung: Soziale Medien dürfen demnach erst mit 16 Jahren genutzt werden oder mit der Erlaubnis der Eltern. Kristin Wrubel kann über das Gesetz nur schmunzeln: "In der Realität hat sich nichts geändert. Die gesetzliche Regelung ist bisher in den Wohn- und Kinderzimmern noch nicht angekommen."

Stellt sich die Frage, wie Eltern ihre Kinder ohne Angst auf die sozialen Medien vorbereiten können? Kristin Wrubel betont, dass ein Smartphone keinesfalls in die Zuckertüte gehört. Kinder müssen die Mechanismen, die hinter sozialen Netzwerken stecken, erst verstehen lernen.

Ganz wichtig: Es müssen nicht immer die sozialen Medien sein. "Man kann die Smartphones und Laptops auch auf ganz andere Weise nutzen, als nur um Bilder von sich zu posten und Likes abzufassen", betont Wrubel. Warum nicht gemeinsam mit dem Kind ein Handyvideo drehen oder ein Hörspiel aufnehmen?

Das Kind als Online-Experte

Eltern sollten immer wieder versuchen, mit den Kindern zu reden, mit ihnen zu spielen, auch am Handy und auf dem PC. Im Spiel kann man ein Gespräch aufbauen, auch nachfragen, sich etwas zeigen lassen. Das lieben die Kinder, wenn sie etwas erklären können und auf Interesse stoßen. Geben Sie zu, dass sie sich nicht auskennen und lassen Sie sich die Online-Welt Ihrer Kinder erklären.

Eltern sein war noch nie leicht.

Kristin Wrubel | Projekt "Social Web macht Schule“

Das Gespräch mit dem Nachwuchs über die Gefahren im Netz ist nicht ohne. Da gibt es In-App-Käufe, wo Kinder in einem Spiel Diamanten sammeln, die natürlich Geld kosten - und am Ende auf der Handy-Rechnung der Eltern auftauchen. Kinder werden gestalkt oder Pädophile stöbern auf Internetseiten. Sexting ist ein Problem unter den Jugendlichen. Das ist eine Kombination aus Sex und Texting (SMS), dabei tauschen sich Jugendliche über sexuelle Themen per Handy aus.

Die Social-Media-Expertin will ermutigen: Am wichtigsten ist es für Eltern, das Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen immer wieder zu suchen und zu vertrauen.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.06.2018 | 10:00-12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2018, 13:31 Uhr