Nachgefragt Heizkosten sparen - fünf nützliche Tipps

Die hohen Energiepreise sind derzeit ein großes Diskussionsthema. Eine Frage, die sich Mieter und Eigentümerstellen derzeit gleichermaßen stellen dürften ist, wie man im kommenden Winter Heizkosten sparen kann. MDR SACHSEN hat darüber mit Lorenz Böcklein, Energiereferent bei der Verbraucherzentrale gesprochen. Er hat fünf Tipps, um bares Geld zu sparen.

Tipp 1: Raumtemperatur regulieren

  • Nur die Räume beheizen, in denn man sich auch wirklich aufhält

Warum?

Lorenz Böcklein: "Jedes Grad weniger verringert den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent. Das sollte auch bei einer längeren Abwesenheit bedacht werden. Für Wohnräume, in denen man sich aufhält, empfehlen wir eine Temperatur von 20 bis 22 Grad. Wichtig ist es dabei sich selbst zu hinterfragen: Brauche ich gerade in dem Raum die Wärme oder bin ich vielleicht auch länger abwesend? Dann sollte man den Thermostat dort runterdrehen. Grundsätzlich gilt dafür 16 Grad."

Zum Regulieren empfielt der Experte digitale Thermostate, die programmierbar sind oder über Apps ferngesteuert werden können. So könne man die Heizung zum Beispiel anstellen, wenn man nach Hause komme oder im Vorfeld Uhrzeiten festlegen, wann die Heizung läuft oder wann die Temperatur abgesenkt wird.

Tipp 2: Richtig lüften

  • Fenster auch mal mehrere Minuten komplett öffnen - am besten auch mit einer Querlüftung durch Wohnung oder Haus

Warum?

Lorenz Böcklein: "Wir atmen, schlafen, duschen, kochen in unseren Wohnräumen. Dabei entsteht Wasser in der Luft, das im Raum verteilt wird. Und Schimmel fühlt sich dort wohl, wo es erstens feucht ist und zweitens dort, wo Brücken entstehen, zwischen Wärme und Kälte. Lüften verhindert die Entstehung von Schimmel. Sogenannte Hygrometer können dabei helfen."

Tipp 3: Heizung entlüften

  • Luft regelmäßig aus dem Heizkörper entlassen

Warum?

Lorenz Böcklein: "Luft, die im Heizkörpern ist, kann schwerer erhitzt werden bzw. der Heizkörper arbeitet dann nicht optimal. Sobald die Luft aus dem Heizkörper raus ist, ist im Heizkörper wieder mehr Warmwasser. Die Versorgung ist besser und der Raum wird wieder beheizt."

Tipp 4: Auf Warmwasserverbrauch achten

  • Der Warmwasserverbrauch kann sich auf die Heizkostenabrechnung auswirken, deshalb sollte man ihn im Auge behalten

Warum?

Lorenz Böcklein: "Ein hoher Warmwasserverbrauch treibt gegebenenfalls die Heizkosten in die Höhe. Eine Möglichkeit, den Warmwasserbrauch nicht unnötig in die Höhe zu treiben: duschen anstatt ein großes Bad zu nehmen."

Spezielle Vorrichtungen können zudem helfen:
"Für die Duschen gibt es spezielle Duschsparköpfe, die den Wasserverbrauch reduzieren indem ein bisschen Luft beigemischt wird und man trotzdem das Gefühl des Duschens nicht verliert, ohne zu viel Warmwasser zu verbrauchen", sagt der Experte. An Wasserhähne können sogenannte Perlatoren geschraubt werden. Diese Hilfsmittel können laut Böcklein den Wasserverbrauch ebenfalls verringern.

Tipp 5: Luftzirkulation ermöglichen

  • Genug Platz zwischen Heizung und Möbel lassen

Warum?

Lorenz Böcklein: "Die Luftzirkulation muss unbedingt ermöglicht werden. Wenn Möbel oder Vorhänge knapp davor stehen bzw. hängen, erwärmt sich der Raum zu wenig. Empfohlen ist ein Mindestabstand von 30 Zentimetern zwischen Heizkörpern und Dingen, die ihn verdecken könnten, wie Möbel, Vorhänge und so weiter."

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22. Oktober 2021 | 11:34 Uhr