7. April 1990 Lebenshilfevereine werden in der DDR gegründet

Eltern behinderter Kinder gründen überall in der DDR Lebenshilfe- und andere Vereinigungen, um Förderung, Schule und qualitative Beschäftigung für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu organisieren.

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin versammelten sich am Montag (07.11.16) unter dem Motto Teilhabe statt Ausgrenzung etwa 2.500 Menschen zu einer Kundgebung der Bundesvereinigung Lebenshilfe.
Kundgebung der Bundesvereinigung Lebenshilfe mit der Bundesvorsitzenden Ulla Schmidt 2016 in Berlin unter dem Motto "Teilhabe statt Ausgrenzung". Bildrechte: imago/epd

Nach einem Vorbereitungstreffen in Leipzig findet die Gründungsversammlung der Lebenshilfe DDR am 7. April 1990 in Ostberlin statt: "Gründungsmitglieder waren 70 Lebenshilfe-Initiativen (300 Eltern und Fachleute), die in nur drei Monaten seit Anfang 1990 in der DDR entstanden waren. Unter den Gästen waren nahezu alle Parteien der gerade neu gewählten Volkskammer vertreten", erinnert sich Bernhard Conrads, bis 2009 Bundesgeschäftsführer, aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums in einem Aufsatz.

Nach der Wiedervereinigung fusioniert der Dachverband mit der Lebenshilfe der BRD. Die damals gegründeten Vereine leisten seither Betreuung und Förderung und bieten in vielfältigen Werkstätten Arbeitsmöglichkeiten. 2020 haben viele virtuell - corona-konform - gefeiert.

1991 werden zudem erste Förderschulen für Kinder mit geistigen, kognitiven Behinderungen eröffnet. Solche Schulen gab es in der DDR nicht. Zudem waren Selbsthilfegruppen nicht gewollt. Es gab sie inoffiziell, meist unter dem Dach kirchlicher Einrichtungen.

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