30 Jahre Selbstbestimmt - #inklusion Raul Krauthausen: "Betrachten Sie die Behinderung wie eine Haarfarbe"

Raul Krauthausen ist der wohl bekannteste Aktivist Deutschlands rund um Inklusion und Barrierefreiheit. Er ist Blogger und Podcaster, Moderator und Autor - ein kluger Kopf und Tausendsassa der Behinderten-Community. Nun kommt er als Kolumnist auch zu unserer MDR-Sendung "Selbstbestimmt". Wir sind stolz und freuen uns auf ihn und "Die Neue Norm".

Raul Krauthausen ist als Menschenrechts- und Inklusionsaktivist deutschlandweit bekannt und geschätzt - und das längst nicht nur unter Menschen mit Behinderung. Ab Mai 2021 teilt er sich nun in der MDR-Sendung "Selbstbestimmt" einen Sendeplatz mit Jennifer Sonntag. Die Hallenserin Sonntag ist ebenfalls eine engagierte Inklusionsbotschafterin und schon seit längerem als "Selbstbestimmt"-Kolumnistin tätig. "Mit anderen Augen" berichtet die blinde Journalistin und Autorin über ihre Sicht auf die Welt, teilt ihre Meinung zu Vorurteilen, Freiheit oder Schönheit. Raul Krauthausen erweitert das Format nun um "Die neue Norm". Darin setzt er sich mit unterschiedlichen Themen auseinander - spricht kritisch über Arbeit, Gesellschaft oder Politik. "Die neue Norm" steht dabei im Rahmen eines größeren Projekts - so gibt es auch ein gleichnamiges Online-Magazin sowie einen Podcast. Ins Leben gerufen wurde dies vom Verein Sozialhelden e.V., den Raul Krauthausen mitgründete.

Raul Aguayo-Krauthausen mit Handy
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Steckbrief Raul Aguayo-Krauthausen wird 1980 in Lima, Peru geboren. In Berlin studiert er an der Universität der Künste Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation sowie Design Thinking in Potsdam. Schon in jungen Jahren verknüpft er seine Kommunikations- und Medienkompetenz mit Projekten für Barrierefreiheit und Teilhabe. Er arbeitet für den Berliner Radiosender Fritz, für eine Web-TV-Firma und ist ausgebildeter Telefonseelsorger.

2004 gründet Krauthausen gemeinsam mit seinem Cousin den gemeinnützigen Verein "Sozialhelden" - ein Netzwerk ehrenamtlich engagierter Menschen, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Durch die Sozialhelden wurde beispielsweise das Internetportal Leidmedien ins Leben gerufen, das Journalistinnen und Journalisten für die Berichterstattung über Behinderung sensibilisiert. 2013 wird Raul Krauthausen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Ein Jahr später veröffentlicht er seine Biographie "Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive". 2018 erhält er für seine vielfältigen Digitalprojekte den Grimme Online Award Spezial.

Krauthausen hat Osteogenesis imperfecta (umgangssprachlich "Glasknochen"), ist kleinwüchsig, auf einen Rollstuhl angewiesen und lebt in Berlin.

Wer sich seinen Berührungsängsten gegenüber Menschen mit Behinderung stellt, wird am Ende feststellen, dass die genauso liebenswerte, liebende oder auch arschige Wesen sind. Man wird feststellen, dass die Behinderung nur eine Eigenschaft von vielen ist und nicht die prägende, beherrschende.

Raul Krauthausen betterprojects.org

Oder anders: "Betrachten Sie Behinderung einfach als eine Eigenschaft wie die Haarfarbe" - das ist Raul Krauthausens Botschaft in vielen Interviews.