Selbstbestimmt - Die Reportage | 30.08.2020 | jetzt in der Mediathek Parkinson mit 41 – Letzter Ausweg Operation

Dominik Key ist erst 41 Jahre und leidet an Parkinson, die Krankheit mit dem typischen Zittern. Über Jahre hatte er Medikamente genommen, doch die verträgt er nicht mehr. Kann eine Operation Abhilfe schaffen?

Dominik Key ist an Parkinson erkrankt.
Dominik Key ist an Parkinson erkrankt. Bildrechte: HR/Monika Birk

Dominik Key ist an Parkinson erkrankt. Es fällt ihm schwer, seine Beine zu kontrollieren. Selbst bei kürzeren Spaziergängen fangen sie immer wieder an zu krampfen. Seine Hände sind taub, greifen kann er nur noch kraftlos, arbeiten gar nicht mehr.

Fünf Jahre hat Dominik Medikamente genommen, doch die Nebenwirkungen sind zu stark. Er bekam Ausschläge, Depressionen und Angstzustände. Jetzt machen ihm die Ärzte Hoffnungen, eventuell könnte ihm ein Tiefenhirnstimulator helfen. Doch die Entscheidung ist schwer: die Operation am Gehirn birgt große Gefahren.

Die Ärzteteams der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel und der Uniklinik Göttingen haben mit solchen Eingriffen schon große Erfolge bei Parkinsonpatienten erzielt. Selbstbestimmt begleitet Dominik Key auf seinem Weg zur Operation.

Was ist Parkinson? Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der eine kleine Gruppe von Zellen im Gehirn (in der Substantia nigra) beschädigt wird und abstirbt. Diese Zellen sind für die Produktion des chemischen Stoffes Dopamin zuständig und können demzufolge nur noch in verringertem Maß oder gar kein Dopamin mehr produzieren. Dopamin ist ein sogenannter Botenstoff und notwendig für die Steuerung von Körperbewegungen. Zu wenig Dopamin hat äußerst unangenehme Symptome zur Folge: darunter Zittern, Sprachstörungen und Muskelsteifheit in Armen und Beinen – dabei dauert es oft Jahre, bis die Symptome zu Tage treten und die Krankheit diagnostiziert wird. Die Ursachen, weshalb beim Morbus Parkinson Zellen absterben, sind bisher nicht bekannt und eine Heilung ist noch nicht möglich.

Niemand ist immun vor Parkinson. Überwiegend erkranken Männer und Frauen im Alter von über 50 Jahren. Grund dürfte das Älterwerden der Gesellschaft und eine verbesserte Diagnostik sein. Mehr als 300.000 Deutsche haben Parkinson und es wird ein Anstieg unter den 30- bis 40-Jährigen beobachtet. www.parkinsonfonds.de

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