Selbstbestimmt – Das Magazin | 08.09.2019 Am Sonntag will Martin Fromme in der Lausitz segeln gehen

Martin Fromme geht segeln in der Lausitz, feuert Triathleten in Sachsen-Anhalt an. Näher beleuchtet wird die Debatte um die Pränataldiagnostik. Jennifer Sonntag denkt über Trauer nach. Inklusive Fundstücke gibt es auch.

Martin Fromme 30 min
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Selbstbestimmt So 08.09.2019 08:00Uhr 29:42 min

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Inklusive Segel-Regatta am Geierswalder See


Moderator Martin Fromme besucht den 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland am Geierswalder See und trifft Segler und Wassersportbegeisterte aller Couleur, die sich mit Herz und Seele der Inklusion verschrieben haben.


Erster Triathlon für Menschen mit geistiger Behinderung: "Hölle von Q Spezial"


Schirmherr Waldemar Cierpinski, Marathonläufer und Olympiasieger, hat ihn Ende August eröffnet, den ersten Triathlon für Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland, den "Hölle von Q Spezial". Die Strecken führte vom Ditfurter See über Neinstedt bis nach Quedlinburg. "Selbstbestimmt" war mit Jessica Beer unterwegs.

"Weil ich 'ne Sportskanone bin"

Premiere für den ersten Spezialtriathlon für Menschen mit geistigen Einschränkungen: Hölle von Q Special
Jessica Beer freut sich auf den ersten Triathlon ihres Lebens, den "Hölle von Q Special", sozusagen ein Ableger der "Hölle von Q" – der Mitteldeutschen Meisterschaft, die einen Tag später ausgetragen wird. Zwei Monate hat Jessica dafür trainiert. Sie weiß um die Herausforderung, nimmt sie aber gerne an: "Weil ich 'ne Sportskanone bin, weil es um Ehrgeiz und Durchhaltevermögen geht." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Premiere für den ersten Spezialtriathlon für Menschen mit geistigen Einschränkungen: Hölle von Q Special
Jessica Beer freut sich auf den ersten Triathlon ihres Lebens, den "Hölle von Q Special", sozusagen ein Ableger der "Hölle von Q" – der Mitteldeutschen Meisterschaft, die einen Tag später ausgetragen wird. Zwei Monate hat Jessica dafür trainiert. Sie weiß um die Herausforderung, nimmt sie aber gerne an: "Weil ich 'ne Sportskanone bin, weil es um Ehrgeiz und Durchhaltevermögen geht." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Premiere für den ersten Spezialtriathlon für Menschen mit geistigen Einschränkungen: Hölle von Q Special
Auch für Norman Knopf ist es sein erster Triathlon. Er ist mit seinen Vater aus Bernburg angereist. Klaus Knopf, selbst Triathlet, musste seinen Sohn nicht lange überreden. Der 38- jährige hat hohe Ziele, will sogar gewinnen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Premiere für den ersten Spezialtriathlon für Menschen mit geistigen Einschränkungen: Hölle von Q Special
Startvorbereitungen am Ditfurter See. Etwa 76 Teilnehmer werden in Staffeln oder als Einzelkämpfer schwimmen, radfahren und rennen. Schirmherr Waldemar Cierpinski, Marathonläufer und Olympiasieger, eröffnet den Wettbewerb. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Premiere für den ersten Spezialtriathlon für Menschen mit geistigen Einschränkungen: Hölle von Q Special
150 Meter Schwimmen heißt es jetzt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Premiere für den ersten Spezialtriathlon für Menschen mit geistigen Einschränkungen: Hölle von Q Special
Winfried Knorr vom Freizeitwerk Neinstedter Stiftungen hatte die Idee für den Triathlon. Er kennt Jessica schon seit zehn Jahren und hat sie motiviert mitzumachen. Er weiß, dass sie großes Durchhaltevermögen besitzt. Zusammen waren sie schon auf dem Brocken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Premiere für den ersten Spezialtriathlon für Menschen mit geistigen Einschränkungen: Hölle von Q Special
Rund fünf Kilometer geht es nach dem Schwimmen durch die Hitze nach Quedlinburg. Wieder starten alle nacheinander. Viele Streckenposten werden sie lotsen und anfeuern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Premiere für den ersten Spezialtriathlon für Menschen mit geistigen Einschränkungen: Hölle von Q Special
Auch den für sie schwierigsten Teil hat Jessica geschafft: Zwei Kilometer laufen, in 16 Minuten! Sie freut sich gemeinsam mit ihrem Freund Lars, den sie mit ihrem Elan angesteckt hat. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Premiere für den ersten Spezialtriathlon für Menschen mit geistigen Einschränkungen: Hölle von Q Special
Endlich am Ziel in Quedlinburg! Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Für und Wider: Pränataldiagnostik

Diskussion um Pränataltests
Prof. Holger Stepan, Leiter Geburtsmedizin Uniklinik Leipzig beim Ultraschall Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seit 2012 können Schwangere in Deutschland mit einem einfachen Bluttest ihr ungeborenes Kind auf Chromosomenanomalien - wie Trisomie 21 - untersuchen lassen. Der Test kostet zwischen 150 und 300 Euro und muss privat gezahlt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will den Test zur Kassenleistung machen. Ethische Fragen werden laut, ob beispielsweise Menschen mit Down-Syndrom damit zukünftig vor der Geburt "aussortiert" werden. Wie gehen Familien mit der Diagnose um? Politiker, Ärzte, psychosoziale Beratungsstellen und Kirchen positionieren sich. Der Test, der seit sieben Jahren in Deutschlands Arztpraxen Usus ist, birgt eine Menge Sprengstoff.

Mit anderen Augen - Jennifer Sonntag spricht über Trauer und Behinderung


Inklusionsbotschafterin Jennifer Sonntag spricht über Trauer und Behinderung. Sie selbst hat mit Anfang 20 ihr Augenlicht verloren und dadurch verschiedene Phasen der Trauer kennen gelernt: "Man ist wütend, man versteckt sich (...) Ich brauchte meine Grenzmomente", erinnert sie sich, etwa um den Langstock als Hilfsmittel anzunehmen. "Vieles wurde leichter, ganz viel ist von mir abgefallen und ich hab' gemerkt, ich kann eine souveräne Person sein", stellte sie fest.


Über Trauer, Endlichkeit und Trost spricht Jennifer Sonntag übrigens auch am 19. September beim Endlichkeitsfestival "Stadt der Sterblichen" in Leipzig.

Frommes Fundstücke

In Malaysia können Menschen mit Behinderung abtauchen und dabei den eigenen Körper ganz neu kennenlernen. Die Organisation People Support People veranstaltet jährlich einen inklusiven Tauchtrip, bei dem Menschen mit körperlichen Behinderung die Möglichkeit haben, tauchen zu lernen.

David Miti lebt in Sambia und arbeitet als Schreiner. Der 53-jährige baut für eine Hilfsorganisation Krücken, Steh- und Sitzhilfen für Kinder. Miti weiß was es heißt eine Behinderung zu haben. Mit 34 verlor er durch eine Krankheit beide Beine. Seine neue Aufgabe als Schreiner brachte ihn zurück ins Leben

Ein Rollstuhl für Babies? Das ist die Erfindung Detlef Jackels'. Nachdem seine Enkelin Lina 2016 mit Spina Bifida zur Welt kam, entwickelte der rüstige Rentner in seiner Kellerwerkstatt den "Lina-Rolli". Da die Nachfrage nach Rollstühlen für Kleinkinder so groß war, gründete Detlef Jackels den Verein "Linas Rollis e.V." Über den Verein können Interessierte einen Rolli bestellen, die Materialkosten übernimmt der Verein.

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2019, 11:07 Uhr