Kostüme für die inklusive Oper "Marco Polo", inszeniert von Pier Giorgio Furlan an der Oper Chemnitz.
Kostüme für die inklusive Oper "Marco Polo", inszeniert von Pier Giorgio Furlan an der Oper Chemnitz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Inklusive Oper Als Laiendarsteller auf der Bühne

Menschen mit und ohne Behinderung bringen in Chemnitz eine inklusive Oper auf die Bühne. Sie alle sind Laiendarsteller in "Marco Polo". Einer von ihnen ist Daniel Behnisch. Inszeniert hat das Stück Regisseur Pier Giorgio Furlan, der seit 20 Jahren inklusives Theater macht.

Kostüme für die inklusive Oper "Marco Polo", inszeniert von Pier Giorgio Furlan an der Oper Chemnitz.
Kostüme für die inklusive Oper "Marco Polo", inszeniert von Pier Giorgio Furlan an der Oper Chemnitz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es ist eine besondere Inszenierung Ende Februar an der Oper Chemnitz. An einem barrierefreien Theaterprojekt wirken über Hundert Menschen mit und ohne Behinderung mit. Sie kommen aus Europa, Asien und Afrika. Gemeinsam bringen sie Tanz, Gesang, Pantomime, Masken- und Puppenspiel auf die Bühne und stellen so die Reise von Marco Polo szenisch dar.

Mehr aus dem Leben herausholen

Selbstbestimmt - Das Magazin im März inklusive Oper
Daniel ist einer der Laiendarsteller in "Marco Polo". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Einer der Schauspieler ist Daniel Behnisch. Für ihn ist eine Aufführung mehr als nur ein Spiel - es ist ein Stückchen Weg zurück ins Leben. Mit 17 Jahren hatte Daniel einen schweren Mopedunfall, den er nur knapp überlebte. Aber eine schwere Hirnverletzung hinterließ bleibende Schäden. Trotzdem kann Daniel einige Stunden arbeiten und seinen Hobbys nachgehen. Neben der Schauspielerei gehört auch die Fotografie dazu. So kann er zeigen, wie er die Welt sieht.

Ich will noch mehr rausholen aus mir, meinem Leben, meiner Sprache. Ich will auch etwas weitergeben an andere Leute, die manchmal in tiefen Löchern stecken und keinen Sinn in ihrem Leben finden.

Daniel
Künstler Pier Giorgio Furlan
Pier Giorgio Furlan ist Performance-Künstler. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ausgedacht hat sich das Projekt Pier Giorgio Furlan. Seit vielen Jahren setzt sich der aus Venedig stammende Künstler mit seinem Förderverein "Centro Arte Monte Onore" für Integration und Toleranz ein. Sein Weg dahin läuft über die Kunst.

Kunst ist Erfahrung, Schaffen, Machen. Theatermachen bedeutet, selber dabei zu sein, selber zu erzählen. Das war für mich der schönste Moment, dieses Theaterspiel als Spiel des Lebens zu begreifen. Ich will, dass dieses Wort "Mensch" ein Zusammensein der ganzen bunten Welt bedeutet. Alle sind dabei.

Pier Giorgio Furlan

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Selbstbestimmt – Das Magazin | 10. März 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 13:19 Uhr