Tom spielt Sitzvolleyball
Tom trainiert Sitzvolleyball und möchte ins Nationalteam. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dank Omas Engagement Mit moderner Beinprothese durchs Leben

Seit seine Mutter vor zehn Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, wohnt Tom bei seiner Oma Gabriele. Bei dem Unfall wurde auch er so schwer verletzt, dass ein Bein zum Teil amputiert werden musste. Halt gibt ihm der Sport - und Oma Gabriele, die für Tom eine moderne Prothese erkämpft hat, mit der er auch Treppen steigen kann.

Tom spielt Sitzvolleyball
Tom trainiert Sitzvolleyball und möchte ins Nationalteam. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tom gehört zum Team einer Leipziger Sitzvolleyball-Mannschaft im Behindertensportverein Leipzig. Eine schnelle und körperlich anspruchsvolle Sportart, die sich gut für Menschen mit Bein-Behinderungen eignet. Unter seinen Mitspielern ist Tom der jüngste. Für seinen Sport begeistert sich der 14-Jährige leidenschaftlich, denn hier kann er sich richtig auspowern. Sein Ziel: Bald zum Team der Sitzvolleyball-Nationalmannschaft gehören und mit ihr zu den Paralympics fahren.

Zu Hause bei Oma Gabriele

Tom wächst bei seiner Oma Gabriele auf.
Tom wächst bei seiner Oma Gabriele auf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tom wohnt bei seiner Oma, denn seine Mutter ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er war damals 4 Jahre alt und saß mit im Auto. Bei dem Unfall wurde sein linkes Bein so schwer verletzt, dass es zu einem großen Teil amputiert werden musste.

Oma Gabriele übernahm nach dem Unfall das Sorgerecht für Tom und seinen zwei Jahre älteren Bruder. Dabei hatte auch sie den Verlust ihrer Tochter zu bewältigen und selbst noch zwei minderjährige Töchter. "Nicht den Kopf in den Sand stecken", so ist ihr Motto.

Ich habe es gemacht, ohne darüber nachzudenken. Ich wollte ja für sie da sein. Und ich denke, es hat auch mich ein Stückchen mit am Leben gehalten.

Gabriele, Toms Oma

Mit Pragmatismus zum Ziel

Oma Gabriele ist für ihn da, wenn er Hilfe in der Schule braucht. Sie war es auch, die für Tom eine moderne Prothese erkämpfte. Mit der kann er nun Treppen steigen. Über den Verlust der Mutter redet er nicht, den Verlust des Beines versucht er pragmatisch zu nehmen.

Zwar sage ich immer "behindert", aber so fühle ich mich nicht. Es spielt für mich keine Rolle mehr, denn mit dem Behindertsein habe ich schon ziemlich viel erreicht. Und ich kann mir das nicht anders vorstellen.

Tom
Tom übt mit der neuen Prothese das Treppensteigen.
Tom übt mit der neuen Prothese das Treppensteigen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tom kennt sein Leben im Grunde nicht anders. Er lebt es einfach. Die Schule findet er nicht so spannend. Trotzdem will er nach dem Hauptschul- auch den Realschulabschluss machen, damit er seinem Wunsch näherkommt, Autoverkäufer zu werden. Und mit dem Sport hat er dazu noch ein weiteres klares Ziel gefunden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Selbstbestimmt – Das Magazin | 10. März 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 13:20 Uhr