Krankenschwester Stefanie Keßler
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

SELBSTBESTIMMT - Die Reportage | 07.04.2019 Schutzengel Stefanie - Krankenschwester zwischen Leben und Tod

Stefanie Keßler ist Krankenschwester auf einer Kinderintensivstation in Mannheim. Ein schwieriger Beruf für die 28-Jährige, die viel Leid miterleben muss. Deshalb achtet sie auch darauf, sich einen mentalen Ausgleich zu schaffen. Wie sie das meistert, erzählt der Film von Sigrid Abel.

Krankenschwester Stefanie Keßler
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Sie ist jung und hat einen sehr harten Job: Stefanie Keßler rettet das Leben von Babys. Die Krankenschwester arbeitet auf der Kinderintensivstation des Universitätsklinikums Mannheim. Hier betreut ein Team aus Spezialisten Frühgeborene und schwerstkranke Kinder bis ins Jugendalter. Jeder Tag ist eine Herausforderung - medizinisch wie menschlich. Freud und Leid liegen eng beieinander.

Jeder Tag eine Herausforderung

Ein Mann hält sein neugeborenes Baby im Arm während eine Ärztin das Baby untersucht.
Stefanie untersucht ein Neugeborenes. Bildrechte: SWR

Vor allem Frühchen sind gefährdet. Da ist zum Beispiel Frühchen Emil, er wurde in der 24. Schwangerschaftswoche geboren. Nun kämpft er um jeden Atemzug. Keiner weiß, ob er es schaffen und mit welchen Einschränkungen er belastet sein wird.

Oder der kleine Lias, er kam mit dem Rettungshubschrauber aus dem Kreißsaal in die Klinik. Er kann nicht allein atmen, nun beginnt sein Leben an einer Herz-Lungen-Maschine. Die Ärzte stehen vor einem Rätsel, denn die Schwangerschaft verlief problemlos. Liegt eventuell ein Gendefekt vor? Das Team wartet nun auf die Ergebnisse.

Ultraschallbild eines Kindes im Mutterleib auf einem Bildschirm.
Modernste Technik im Einsatz, doch nicht immer gelingt die Rettung. Bildrechte: SWR

Rund um die Uhr werden die kleinen Patienten überwacht. Und jede kleine Infektion bedeutet Gefahr, denn das Immunsystem ist noch schwach. Trotz modernster Medizin und der Fürsorge von Ärzten und Pflegern wie Schwester Stefanie schafft es aber nicht jedes Kind. Stefanie lassen solche Fälle nicht richtig los, den Job und damit das Schicksal von Familien nimmt sie mit nach Hause. 

Mir persönlich geht es unter die Haut, wenn man zu den Kindern eine Beziehung aufgebaut hat. Dass dann Tränen fließen, wenn es kritische Situationen gibt - die es leider oft bei uns gibt. Dann die eigenen Emotionen im Griff zu halten, das schafft man auch nicht immer.

Stefanie Keßler

Ausgleich für die mentale Belastung

Der Job verlangt Stefanie viel ab, vor allem der Schichtdienst. Seit zwei Jahren studiert sie nebenher Präventions- und Gesundheitspsychologie im Fernstudium. Manchmal ist bei ihr die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Wenn es allzu heftig wird, geht sie raus in die Natur oder powert sich beim Sport aus.

Eine junge Frau sitzt auf einer Wiese neben einem Baum, im Hintergrund ist ein Gewässer zu sehen.
Stressbewältigung in der Natur. Bildrechte: SWR

Natur ist für mich ganz wichtig im Leben. Ich merke, wenn ich eine Woche krank war oder aus beruflichen oder privaten Gründen eingeschränkt bin, dass ich unruhiger werde. Ich brauche den Ausgleich, um diesen Druck loszuwerden. Egal, ob es schneit, kalt oder warm ist. Stressreduktion ist für mich sehr wichtig.

Stefanie Keßler

Der Film begleitet Schwester Stefanie in ihrem fordernden Alltag auf Station und ist dabei, wenn sie sich einen persönlichen Traum erfüllt: Einmal richtig fallen lassen, natürlich mit Fallschirm.   

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2019, 09:56 Uhr