Die Schauspielerin über Schein und Sein SonntagsFragen an Elisabeth Lanz: "Einfach sein"

Ihr Vater war ein katholischer Priester, der aus Liebe zu ihrer Mutter sein Gelübde brach. Was die Schauspielerin Elisabeth Lanz von ihm lernte war Selbstbestimmtheit, erzählt sie Jennifer Sonntag.

Sonntagsfragen an Schauspielerin Elisabeth Lanz 15 min
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Selbstbestimmt! So 06.05.2018 08:00Uhr 14:34 min

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Viele kennen Sie als Tierärztin Dr. Mertens in der gleichnamigen ARD-Serie oder mögen ihre Stimme, die sie zuletzt im Hörbuch "Wenn Engel lachen" Luthers Frau Katharina von Bora lieh. Dass ein Mönch gegen alle Konventionen eine Nonne heiratet, dass findet Elisabeth Lanz per se eine spannende Geschichte. Zugleich berührt sie ihre eigene Familienhistorie. Schließlich war ihr Vater ein katholischer Priester, der aus Liebe zu ihrer Mutter sein Gelübde brach. "Diese Entscheidung entsprach nicht seiner Entziehung." Lanz, die inzwischen selber Mutter dreier Kinder ist, sieht es so: "Er musste sich einfach irgendwann bekennen, auch zu sich selber, das bedeutete Konfrontation und innere Auseinandersetzungen, die er wohl sein Leben lang durchgemacht hat." Was sie von ihm so gelernt hat, ist Selbstbestimmtheit.

Sich die Frage, wie man von außen gesehen wird, nicht mehr zu stellen, sondern einfach zu sein, was ich bin - wenn ich diese Hürde nehme, dann komme ich der Selbstbestimmung schon nah.

Elisabeth Lanz, Schauspielerin selbstbestimmt!

Aufgewachsen mit 100 anderen Geschwistern

Sonntagsfragen an Schauspielerin Elisabeth Lanz
Jennifer Sonntag fragt, was Selbstbestimmung für sie ist. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aufgewachsen ist Elisabeth Lanz in einem SOS-Kinderdorf bei Graz, das ihr Vater leitete. Rückblickend sagt sie, dass sie neben ihren drei leiblichen noch "100 andere Geschwister" hatte: "Und im Grunde - sag' ich mal bis zu meinem 14. Lebensjahr - bin ich fast mehr von Kindern erzogen als von Erwachsenen, weil ich eigentlich immer nur von Kindern umgeben war." Weniger zielstrebig war sie dadurch nicht, als Leichtathletin wurde sie mehrmals Jugendmeisterin in Österreich über 800 Meter und startete auch bei internationalen Wettkämpfen. Zugleich lernte sie in ihrer Kindheit und Jugend, empathisch zu sein.

Empathie trainieren

Sie bezeichnet sich selbst als Kämpferin für mehr Mitgefühl und plädiert für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Empathisch zu sein, das müsse man trainieren. Am Ende gehe es für sie ums eins: Immer auf der Suche nach dem Verbindenden zu bleiben. Das sei so etwas wie ihr Credo.

Menschen mit Behinderung aktiv an der Gesellschaft teilnehmen zu lassen, damit verbunden ist die Aufforderung, immer wieder die Empathie auch zu trainieren, es ist eine Bereicherung für jede Gesellschaft sich dafür zu öffnen.

Elisabeth Lanz, Schauspielerin selbstbestimmt!

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | selbstbestimmt! - Das Magazin | 06. Mai 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Mai 2018, 08:37 Uhr