American Football | European League of Football Dresdner Kritik an europäischer Football-League: "Sollte man verhindern"

Am kommenden Sonntag startet mit den Leipzig Kings ein zweites sächsisches American-Football-Team in einer Spitzenliga. Von den etablierten Dresden Monarchs wird der Start der European League of Football scharf kritisiert.

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Sören Glöckner 3 min
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Hat die European League of Football eine Chance? Sören Glöckner, Präsident des GFL-Klubs Dresden Monarchs, bezweifelt das. Zudem kritisiert er die neu entstandene Liga.

Fr 02.07.2021 12:58Uhr 03:27 min

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Die Dresden Monarchs haben ihre Kritik an der neu entstandenen europäischen Super League im American Football erneuert. Monarchs-Präsident Sören Glöckner sagte im Sport-im-Osten-Talk am Freitag (02.07.2021): "Wir finden, dass man solche Entwicklungen verhindern sollte."

Droht das Ausbluten der GFL-Teams?

Hauptkritikpunkte Glöckners sind die Abwertung der Nachwuchsarbeit im bisher organisierten Football-Sports durch eine Franchise- und Show-Liga sowie die sportliche Schwächung der in der German Football League (GFL) organisierten Vereine. "Wir im organisierten Sport gleiten mehr und mehr in den Breitensport ab und bilden die Spitzensportler aus, die dann ins Franchise-System gehen", sagt Glöckner, der das Abwerben von Spielern durch Teams der European League of Football (ELF) befürchtet. "Das Problem, das wir sehen, ist, dass die Sportler aus etablierten Ligen kommen müssen und, dass das zu unseren Lasten geht."

"Die Liga ist sehr betroffen"

Bereits jetzt hat die ELF-Neugründung Spuren in der höchsten deutschen Spielklasse, der GFL, hinterlassen. "Die Liga ist sehr betroffen", bedauert Glöckner. "Einige Teams sind abgewandert. In Stuttgart und Köln laufen die Strukturen parallel, die Spieler finden sich nicht nur in der GFL sondern auch in der neuen Liga. Sicher werden auch Spieler aus Dresden abgeworben werden. Das senkt das Leistungsniveau in der GFL."

Glöckner: "Zweifeln an den Zahlen"

In der European League sollen innerhalb der kommenden fünf Jahre 24 Teams aus rund zehn Ländern spielen. Laut dem Berliner Medienunternehmer Zeljko Karajica, der ein Investor der neuen Liga ist, sollen dann rund eine halbe Milliarde Menschen erreicht werden. Zahlen, die Glöckner anzweifelt: "Wir kommen zu einer anderen Bewertung. Daher haben wir uns entschieden, dass wir bei unserem Weg bleiben. An den Zahlen zweifeln wir sehr", sagt der Monarch-Präsident und ergänzt: "Ein reines Unterhaltungsformat ist für uns nicht denkbar. Wir glauben auch nicht, dass sich das in Europa etablieren lässt."

Leipzig Kings starten am Sonntag

In der European League of Football ist trotz Ablehnung der Dresdner auch ein sächsisches Team dabei. Die Leipzig Kings wurden in großer Eile gegründet – am Sonntag haben die Leipziger im Alfred-Kunze-Sportpark das erste Heimspiel der Vereinsgeschichte.

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Head Coach Fred Armstrong leitet das Training. 7 min
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Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 02. Juli 2021 | 17:45 Uhr

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