Leichtathletik | Anhalt-Meeting Dessau Vetter glänzt mit Rekord-Würfen - Mihambo schafft Titel-Hattrick

Wenige Wochen vor den Olympischen Spielen hat sich die deutsche Leichtathletik-Elite mit starken Ergebnissen beim Anhalt-Meeting in Dessau präsentiert. Vor allem Speerwerfer Johannes Vetter überzeugte erneut. Weitsprung-Ass Malaika Mihambo triumphierte zum dritten Mal in Serie.

Johannes Vetter 15 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vetter glänzt und glänzt

Johannes Vetter hat seine Form rund zwei Monate vor den Olympischen Spielen einmal mehr eindrucksvoll bestätigt. Der Weltmeister von 2017 sorgte beim Anhalt-Meeting in Dessau vor 300 Zuschauern mit einem Wurf über 93,20 Meter für einen neuen Meeting-Rekord. Bereits im zweiten Versuch hatte der gebürtige Dresdner mit 91,86 Meter die alte Bestmarke (90,86) pulverisiert, ehe er im dritten Durchgang noch einmal nachlegte. Zweiter wurde der Mainzer Julian Weber mit 84,51 Meter.

Johannes Vetter 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fr 21.05.2021 22:41Uhr 01:08 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-speerwurf-johannes-vetter-meeting-rekord100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

"Olympiagold ist das große Ziel"

"Ich hätte es nicht erwartet, dass es heute so weiter geht. 93,20 Meter ist ein ganz schönes Brett, vor allem weil der letzte Wettkampf nur zwei Tage her ist. Ich bin sehr glücklich, dass es so läuft", sagte Vetter, der die letzten beide Würfe ausließ, um kein unnötiges Risiko einzugehen. "Olympiagold ist das große Ziel. Dass der Weg dahin so läuft, hätten wir auch nicht gedacht. Jetzt gilt es weiter fit und konzentriert zu bleiben." Erst vor wenigen Tagen hatte Vetter im tschechischen Ostrava mit 94,20 Metern für eine Jahresweltbestleistung und damit die siebtbeste Weite der Geschichte gesorgt.

Mihambo siegt vor Kienast

Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo konnte zwar nicht an ihre starken Leistungen der letzten beiden Jahre anknüpfen, triumphierte aber dennoch zum dritten Mal in Serie. Mit 6,68 Metern holte sich die 27-Jährige von der LG Kurpfalz bei ihrem ersten Freiluft-Wettkampf im Olympiajahr den Sieg vor Lucie Kienast vom SV Halle (6,51 Meter) und der Weißrussin Nastassia Mironchik-Iwanow (6,48 Meter). "Es war ein guter Einstieg. Ich habe mich gut in den langen Anlauf reingefühlt. 6,68 Meter sind solide, es ist aber auch mehr drin", sagte Mihambo und blickte voraus: "Ich versuche offen in die Olympische Spiele zu gehen, weiß aber, woran ich noch arbeiten muss."

Roleder gibt Comeback nach Babypause

Cindy Roleder
Cindy Roleder ist nach ihrer Babypause zurück auf der Bahn. Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

Weniger als fünf Monate nach der Geburt ihrer Tochter feierte die ehemalige Indoor- und Outdoor-Europameisterin Cindy Roleder ihr Comeback. Bei viel Gegenwind schied die Hürdenläuferin vom SV Halle im Vorlauf aus und landete im "kleinen Finale" auf dem 4. Platz (14,02 Sekunden). "Körperlich fühle ich mich gut. Der Wind hat es aber nicht einfach gemacht. So sind die Zeiten für die Tonne", meinte Roleder, die 15 Monate lang keinen Wettkampf bestritten hatte. Die Olympia-Norm über die 100-Meter-Hürden (12,84 Sekunden) hatte sie bereits bei der WM in Doha 2019 erfüllt.

Herashchenko und Kendricks springen am höchsten

Im Hochsprung verpasste die favorisierte fünffache Weltmeister Maria Lasitskene den Sieg. Die Russin musste sich dem ukrainischen Duo Yaroslava Mahuchikh und Iryna Herashchenko geschlagen geben. Letztere triumphierte mit einem Sprung über 1,92 Meter. Stabhochspringer Sam Kendricks kratzte an der Bestmarke von 5,91 Meter, scheiterte im dritten und letzten Versuch aber denkbar knapp. Den Sieg sicherte sich der US-Amerikaner mit einem Sprung über 5,80 Meter dennoch souverän vor Oleg Zernikel (5,50 Meter). Der deutsche Vizemeister Torben Blech schaffte fünf Zentimeter weniger und Platz drei.

Stabhochsprung, Sam Kendricks fbeim Anlauf
Sam Kendricks ließ der Konkurrenz keine Chance. Bildrechte: imago images/CTK Photo

Deutscher Doppelsieg über 100 Meter - Meeting-Rekord über 400 Meter

Über die Strecke von 100 Metern gab es für die Zuschauer einen deutschen Doppelsieg zu bejubeln. Jennifer Montag siegte mit 11,29 Sekunden hauchdünn vor Sina Mayer (11,30). Bei den Männern dominierte Yupun Abeykoon Mudiyanselage aus Sri Lanka das Feld und schnappte sich mit 10,09 Sekunden überlegen den ersten Platz. Bester Deutscher war der Münchner Yannick Wolf in 10,31 Sekunden.

Über die 400-Meter-Strecke der Frauen stellte Cynthia Bolingo zudem einen neuen Meeting-Rekord auf. Die Belgierin triumphierte in 51,75 Sekunden vor Laura Müller und Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß. Über 800 Meter erreichte die deutsche Meisterin Christina Hering aus München in 2:01,66 Minuten hinter der Französin Renelle Lamote (2:01,66) den zweiten Platz. Hindernis-Europameisterin Gesa Kraus, für die es ein Tempohärtetest war, wurde in 2:05,76 Minuten Achte.

---
jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. Mai 2021 | 21:45 Uhr

0 Kommentare