Michael Rösch
Michael Rösch kümmert sich künftig als Trainer um den sächsischen Biathlon-Nachwuchs. Bildrechte: imago/Eibner Europa

Wintersport | Biathlon Michael Rösch wird Biathlon-Trainer

Michael Rösch - ein Skijäger mit Ecken und Kanten - bleibt dem Biathlon treu. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn schlägt der 35-jährige Dresdner ab Mai eine Trainerlaufbahn ein.

Michael Rösch
Michael Rösch kümmert sich künftig als Trainer um den sächsischen Biathlon-Nachwuchs. Bildrechte: imago/Eibner Europa

Michael Rösch soll künftig sächsische Biathlon-Talente an die Weltspitze heranführen. Er wird ab 1. Mai Nachwuchschef am Bundesstützpunkt in Altenberg. Das bestätigte der 35-Jährige "Sport im Osten". Zuvor hatte die "Sächsische Zeitung" darüber berichtet.

Rösch soll Talente formen

Rösch, der in Altenberg aufgewachsen ist, in Dresden wohnt und kürzlich zum ersten Mal Papa geworden ist, hatte seine Laufbahn im Februar beendet. Er hatte einige lukrative Angebote aus dem Ausland (Schweiz und Belgien), entschied sich aber für die Offerte aus der Heimat. "Hier ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht alles optimal gelaufen. Ich will versuchen, neue Strukturen reinzubringen und die Qualität zu steigern. Ob es gelingt, werden wir sehen. Ich gebe auf jeden Fall mein Bestes", sagte Rösch, der gerade auf einer Trainertagung in Ingolstadt weilt. Künftig wird der Olympiasieger von 2006 oft die Schulbank drücken müssen. Ab Oktober beginnt er berufsbegleitend ein Trainerstudium an der Akademie in Köln.

Der Spaß ist ganz wichtig

Als Sportler war Rösch ein Typ mit Ecken und Kanten, immer für einen Spaß zu haben und immer mit einer klaren Meinung. Wie muss man sich den Trainer Rösch vorstellen? "Das weiß ich selbst noch nicht", sagt er lachend. Der Spaß dürfe nicht zu kurz kommen, allerdings sei ein respektvolles Verhalten Grundvoraussetzung. "Ich werde mir nicht auf der Nase herumtanzen lassen", schmunzelt er.

Wunschkandidat des Skiverbandes Sachsen

Der Skiverband Sachsen hatte schon länger ein Auge auf Rösch geworfen. Der gebürtige Altenberger, der als Athlet viel Anerkennung genoss, soll mit seinem Namen als Zugpferd agieren und Talente aus Sachsen weiterentwickeln. "Wir wollen die Strukturen am Stützpunkt neu ausrichten, Trainingsmethoden modernisieren, aber auch nicht alles auf den Kopf stellen", erklärte SVS-Generalsekretär Derrick Schönfelder.

Bachmann muss Posten räumen

Rösch löst den bisherigen Trainer Peter Bachmann ab. Der 55-Jährige war seit 2012 verantwortlicher Trainer und muss seinen Posten jetzt trotz eines laufenden Vertrags abgeben. "Ein guter Sportler muss noch lange kein guter Trainer sein. Jetzt muss sich Michael Rösch mit seinem Team beweisen", sagte Bachmann, der von der Kündigung "kalt erwischt" wurde und die Entscheidung nicht nachvollziehen kann.

sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 09. April 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2019, 10:55 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

10.04.2019 21:11 Bernd Wollenberg 9

Was Herr Bachmann bloß hat? Gab es nicht erst kürzlich viel, sehr viel "Zoff" in Altenberg? Was sagen eigentlich die anderen Trainer dazu, das wäre doch wohl viel interessanter!
Dass MR die Materie beherrscht, hat er ja wohl bestens bewiesen, dass er motivieren kann, erst recht -plötzlich laufen Belgier gar nicht mehr so "schwach" über die Loipen und schiesstechnisch hat sich da einiges getan? Warum wohl?
Also Ebe, viel Erfolg - und es wird mal wieder Zeit, dass Ostsachsen national und international positiv auffällt...

10.04.2019 15:06 Seikilos 8

@na so was: MR ist für weit mehr als nur 2006 bekannt. An seinem Olympiasieg damals misst ihn keiner mehr. Sehr wohl aber daran, wie er sich nach jahrelanger Talfahrt allein und gegen viele Widerstände (inkl. innerhalb des DSV) wieder in die Weltspitze zurückgekämpft hat. Die Art und Weise, wie er vom ersten Trainingskilometer bis zum letzten Zielsprint gefightet hat, zeigen nicht viele Athleten. Wenn er diese Selbstmotivation und diese Bereitschaft zur Aufopferung für den Sport an die Jugend weitergeben kann, ist schon viel erreicht. Vielleicht gibts dann auch wieder mehr sächsische Biathleten auf Topniveau...

09.04.2019 21:24 Manni 7

Persönlich freut es mich sehr, das Michael wieder zu Hause angekommen ist und er seinem Sport alles geben kann. Kritik von mir bekommt der Stützpunkt !!! Es kann doch nicht wahr sein den Herrn Bachmann zu kündigen .Ich dachte die letzten Jahre sind die Zeiten des steinzeitlichen
Frühkapitalismus vorbei .Leider habe ich falsch gedacht !!! Man lernt eben nie aus.

09.04.2019 17:18 Jutta Matzke 6

Was Besseres kann dem Biathlon nicht passieren! Ich freue mich riesig darüber, dass uns Ebs für diese tolle Wintersportart erhalten bleibt! Danke!

09.04.2019 16:52 No Branding 5

Eine ehrliche "Haut", so wie man sie heute kaum noch findet. Ich finde, dass hat er sich verdient nach seiner Odyssee.

Ich glaube übrigens er wird ein guter Trainer werden, da er auch als Mensch ein Vorbild ohne Star-Allüren ist. Und fachlich sollte er als Olympiasieger auch dazu in der Lage sein.

09.04.2019 13:53 Gundula Willms 4

Also,ich weiß das M.Rösch ein guter Trainer wird,er hat doch alle Höhen und Tiefen in diesen schönen Sport mitgemacht und wir haben mitgelitten und mitgefreut !Er hat eine Menge Empathie und wer mit ihm nicht zurechtkommt sollte sich selbst hinterfragen,ich freue mich für den Nachwuchs

09.04.2019 12:08 na so was 3

Sorry, kleine Ergänzung, Herr Rösch war 2006 Olympiasieger.

09.04.2019 12:06 na so was 2

Was soll man dazu sagen, Michael Rösch wird deshalb Trainer in Altenberg für den deutschen Biathlonverband, weil er einmal einen guten Namen hat ( 2006)), weil sein Vater jahrelang in Altenberg gearbeitet hat, weil er immer noch eine Lobby bei den Biathlon-Verantwortlichen hat. Man kennt sich halt. Ob er nun ein guter Trainer, ein sehr guter Trainer oder ein Flop als Trainer sein wird, wird die Zukunft bringen. Das der seit 2012 verantwortliche Trainer Bachmann "angefressen" ist, wenn er ohne Vorwarnung gehen muss, ist mehr als verständlich. Da zählen sieben Jahre gute Arbeit nichts mehr. "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen." Wie in der freien Wirtschaft eben. Und wenn der Herr Rösch "lukrative Angebote aus Belgien und der Schweiz" abgelehnt hat, kriegt er hier in Altenberg auf jeden Fall ein bisschen mehr, als "einen Appel und ein Ei"

09.04.2019 12:00 Bodo 1

Sehr schön, ich freu mich das Michi wieder in der Region ist. Er war ein guter und sehr sympathischer Biathlet.