Wintersport Biathlon - Standort Altenberg kein Bundesstützpunkt mehr

Biathlon hat in Altenberg eine große Tradition. Die Enttäuschung über die Entscheidung des Bundesinnenministeriums, dem sächsischen Standort den Titel "Bundesstützpunkt" abzuerkennen, ist entsprechend groß. Der sächsische Innenminster Schuster kündigt Widerspruch an.

Das Ortseingangsschild Altenberg
Altenberg ist ab Januar 2023 kein Biathlons-Bundesstützpunkt mehr Bildrechte: dpa

Das Bundesinnenministerium hat beschlossen, dem Standort Biathlon in Altenberg den Status als Bundesstützpunkt zu entziehen. Das wurde den Sportverbänden am Freitag (30.09.) mitgeteilt und dem MDR vom Sächsischen Innenministerium bestätigt. Demnach werden folgende Standorte in Sachsen ab 1. Januar 2023 als Bundesstützpunkte der Wintersportarten anerkannt: Eisschnelllauf in Chemnitz, Shorttrack in Dresden, Bob, Rodeln, Skeleton als Doppelstützpunkt in Altenberg gemeinsam mit Oberwiesenthal und Ski Nordisch in Klingenthal/Oberwiesenthal.

Bob- und Rodelbahn Altenberg von oben.
Für Bob, Rodeln und Skeleton bleibt Altenberg ein Bundesstützpunkt. (Archiv) Bildrechte: imago/xcitepress

Große Unverständnis in Sachsen

Die Anerkennung der Standorte wurde vom Sächsischen Innenminister Armin Schuster positiv aufgenommen: "Ich freue mich, dass der Bund die Finanzierung unserer erfolgreichen sächsischen Wintersportstandorte als Bundesstützpunkte fortgeschrieben und damit Planungssicherheit für die nächsten vier Jahre geschaffen hat. Dies ermöglicht eine konzentrierte Vorbereitung hin auf die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo."

Die Nicht-Anerkennung von Altenberg löst hingegen großes Unverständnis aus und sei nach Angaben von Schuster "sehr bedauerlich". Es sei zudem "unerklärlich", dass man vom Bundesinnenministerium auf der Sportministerkonferenz am vergangenen Mittwoch (28.09.) nicht über den Schritt informiert worden sei.

Armin Schuster, Innenminister von Sachsen, spricht in der Sächsischen Staatskanzlei auf einer Pressekonferenz.
Sachsens Innenminster Armin Schuster reagierte mit Unverständnis auf die Entscheidung. (Archiv) Bildrechte: dpa

"Harte" Kriterien als Grund für Nicht-Anerkennung

"Altenberg ist ein Standort mit Tradition, besten Trainings- und Wettkampfvoraussetzungen und zahlreichen ambitionierten jungen Sportlerinnen und Sportlern. Diese brauchen als Ansporn den Bundesstützpunkt vor der Tür. Gemeinsam haben Bund, Land und Kommune viel in den Biathlonsport in Altenberg investiert. Dieses finanzielle Engagement darf jetzt nicht umsonst gewesen sein", so Schuster weiter.

Als Grund für die Ablehnung werden "harte" Kriterien aufgeführt. Dies betrifft vor allem die Anzahl von Bundes-Kadern an einem Standort. In Altenberg wird die erforderliche Anzahl demzufolge nicht erreicht.

Altenberg: Philipp Nawrath (l-r) und Erik Lesser beim Anschiessen zum Sprintrennen bei den offenen Deutschen Meisterschaften Biathlon des DSV in Altenberg.
In Altenberg gibt es nicht genügend Bundeskader. Das soll einer der Gründe für die Nicht-Anerkennung sein. Bildrechte: dpa

Sächsischer Innenminister kündigt Widerstand an

Wie geht es nun weiter? "Mit unserem Olympiastützpunkt, dem Deutschen Skiverband, dem Skiverband Sachsen und dem Landessportbund werden wir die Entscheidung des Bundes gemeinsam auswerten und das weitere Vorgehen abstimmen. Klar ist, dass wir diese Entscheidung nicht unwidersprochen hinnehmen werden", stellte Schuster klar.

Altenberg wackelte schon zuvor

Altenberg gilt als Wiege des deutschen Biathlonsports, bereits 1967 wurde eine Weltmeisterschaft im Erzgebirge ausgetragen. Allerdings waren Michael Rösch und Tina Bachmann die letzten Topsportler aus dem Standort. Bereits 2010 wackelte der Stützpunktstatus, 2014 wurde die Aberkennung erst nach einem Veto des DSV rückgängig gemacht.


ten/pm/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 05. Oktober 2022 | 19:30 Uhr

23 Kommentare

Bolle vor 8 Wochen

Wenn man die Diskussionen über den fehlenden Nachwuchs hier liest, geht einen die Hutschnur hoch. Hier sollten sich alle die im Bereich der der Trainer oder Präsidiums arbeiten doch mal an die eigene Nase fassen. Hier greift das Sprichwort, der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken. Denn es gibt genügend die sich auf ihren Arbeitsplatz festgetackert haben, um das Rentenalter mit einem Guten Arbeitsplatz zu sichern. Dabei sind soviele brennende Kinderherzen verbrannt worden, denn diese Herrschaften brauchen den Erfolg selbst, auf Kosten der Kinder. Denn der Erfolg hatte doch alles gerechtfertigt. Egal ist es doch ob der Sportler, Hans, Christian, oder Bärbel oder wie auch immer geheißen hatte. Wer Morgen einen schlechten Tag hatte, wurde nach hinten durch gereicht. Hauptsache o. g. Personen hatten weiterhin Erfolge zu verzeichnen. Eine konstruktive Nachwuchsarbeit sieht anders aus.

oldie68 vor 8 Wochen

Altenberger Bob und Rodelbahn sollte auch geschliffen werden . Nur weil die Bahn am Königssee durch Muren und Steinschlag beschädigt wurde, darf Altenberg seine Bob und Rodelbahn behalten !
Sonst würde dieser Stützpunkt mit geschlossen !
Man kann sich einbringen ,in dem man demokratische Mittel einsetzt und dagegen demonstriert !

oldie68 vor 8 Wochen

Ich bezog das abgehängt besonders im Sport !
Dies sind keine Phrasen das ist Realität auch in anderen Bereichen . Einbringen?
Der Oldie bin ich auch mit 71 ,was soll da unecht sein ? Ich ändere nicht jedes Jahr meinen NAMEN !