Wintersport | Biathlon Denise Herrmann mit "Standardequipment" in Finnland

Der Saisonstart in Kontiolahti war für Biathletin Denise Herrmann gleich ganz schön aufregend. Gut, dass sie mit Heimatfeeling zwischen den Weltcups entspannen kann, wie sie uns im "SpiO-Talk" verriet.

Denise Herrmann
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"Schön für die Fans so ein Wimpernschlagfinale, aber ich hätte die 0,8 Sekunden lieber auf meiner Seite gehabt", sagt Denise Hermann im "SpiO-Talk" am Montag (30.11.2020). Die Oberwiesenthalerin hätte zum Saisonauftakt des Biathlon-Weltcups fast sofort gewonnen. Aber die Italienerin Dorothea Wierer war in Kontiolahti genau diese 0,8 Sekunden besser.

Das Schießen sei ihr da "richtig gut gelungen", erzählt die frühere Langläuferin. Einen Tag später, beim Sprint haperte es da dann gewaltig: Nach drei Fehlern landete Herrmann nur auf Rang 38. Und dennoch: "Grundsätzlich stimmt die Form." Nun gelte es das Mentale beim Schießen zu verbessern. Nicht mit zuviel Druck an die Sache herangehen, Schuss für Schuss nehmen. Um all dies zu verbessern, hat sich die 31-Jährige einen neuen Schießtrainer an die Seite genommen, Engelbert Sklorz: "Er ist vom Typ her sehr ruhig und fokussiert. Selbst, wenn ich alles treffe, schaut er ganz genau hin. Das finde ich richtig gut. Vom Know-how her haben wir da sicherlich viel dazu gewonnen." Zumal er auch in Ruhpolding vor Ort ist.

Denise Herrmann beim Weltcup in Kontiolahti
Denise Herrmann beim Weltcup in Kontiolahti Bildrechte: imago images/Lehtikuva

Jetzt in Finnland, wo am Wochenende an gleicher Stelle auch der zweiten Weltcup der Saison steigt, hat die gebürtige Sächsin aus Bad Schlema aber auch ihre alte Heimat mit dabei: "Ich finde es in der Weihnachtszeit hier auch ganz schön, mit Sauna und so. Ein paar Mitbringsel aus dem Erzgebirge habe ich aber schon dabei." "Standardequipment" nennt sie es, also Räucherkerzen und Co. Zur Freude von Teamkollegen, die sie da auch schon einmal anpumpten. Ansonsten tut ihr in Corona-Zeiten das Alleinsein im Zimmer auch ganz gut, inklusive weihnachtlichen Räucher-Ritualen.

Spio-Talk mit Denise Herrmann 19 min
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Oberhof fiebert sie entgegen

Freude kommt bei Herrmann selbst auch auf, wenn sie an den Doppel-Weltcup Anfang Januar in Oberhof denkt: "Die Strecke liegt mir dort sehr. Auf Oberhof freue ich mich besonders." Dann wird ihr, so ohne Zuschauer, wohl auch der Unterschied zu anderen Jahren noch bewusster werden. So ganz leise soll es aber auch in Oberhof nicht werden: "Ich hoffe, dass sie die Schlager-Playlisten dort noch nutzen", sagt Herrmann lächelnd.

Ihr Ziel für den Weltcup ist ambitioniert: "Es wäre schön, wenn ich ein Wörtchen um den Gesamtweltcup mitreden kann. So eine Geschichte wie gestern mit drei Fehlern stehend, darf mir da nicht passieren."

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cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 30. November 2020 | 17:45 Uhr

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