Bob | Weltcup Olympia-Entscheidungen vor zweitem Bob-Showdown in Altenberg gefallen

Klappe, die Zweite in Altenberg: Bob-Dominator Francesco Friedrich ist der Gejagte. "Nebenbei" geht es für die Anschieber um Olympia-Plätze. Auf die Peking-Piloten hat sich der Bundestrainer dagegen schon festgelegt.

Bobpiloten steigen in ihren Bob 1 min
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Die deutschen Bob-Festspiele gehen am Wochenende weiter: Der Weltcup-Tross gastiert zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen in Altenberg. Am Samstag und Sonntag rasen die Piloten mit ihren Anschiebern erneut vor einer Geisterkulisse durch den Eiskanal. Die Corona-Notverordnung des Freistaates lässt weiter keine Zuschauer zu.

Somit wird es erneut ein leises Heimspiel für den Dominator und Lokalmatador Francesco Friedrich. "An Start und Ziel ist es phänomenal, wenn was los ist. Es macht tausend Mal mehr Spaß", sagte der "Eis-Kaiser" aus Pirna, der seit einem Jahr ungeschlagen ist und unlängst in Winterberg seinen 60. Weltcupsieg feierte, im Pressegespräch am Mittwoch (15.12.2021).

Lochner will Friedrich ärgern

Friedrichs größter Widersacher kommt aus dem eigenen Lager. Johannes Lochner ist gewillt, die Friedrich-Serie zu stoppen. "Ich will unbedingt vorbei, sonst wird es noch langweiliger und keiner schaut mehr zu", flachste Lochner mit einem spitzbübigen Lachen und legte nach: "Mein Onkel hat in Altenberg immer gewonnen, aber ihr wisst: Es ist nicht so einfach."

Beim ersten Weltcup in Altenberg war Lochner schon nah dran, auch am letzten Wochenende in Winterberg sah es zwischenzeitlich so aus, als könnte Lochner die Dominanz brechen. Friedrich baute ungewohnt viele Fehler ein, am Ende reichte es aber immer zum Sieg. "Im Zweier lief es in Altenberg nicht so geschmiert wie sonst. Wir müssen uns im Rennen wieder durchwursteln", glaubt er.

Entscheidung über Anschieber fällt

Beim Weltcup in Altenberg geht es nicht nur um den Sieg, sondern für einige Anschieber auch um die Nominierung für Olympia. Bis zum 23. Dezember, an dem Tag findet noch ein zentraler Anschubtest statt, will er das Olympia-Team größtenteils komplett haben. "Ich möchte, dass sie dann alle nach Hause zu ihren Familien fahren, in ihre Höhle kommen, um Kraft tanken zu können, denn Peking wird anstrengend", betonte Bundestrainer René Spies.

Im Team Friedrich fällt die Entscheidung zwischen Martin Grothkopp und Candy Bauer. Einer ist nur Zuschauer. Kommende Woche werde man sich zusammen setzen und mit einem "Handschlag wie unter Männern" alles klären. "Man sitzt ein bisschen auf heißen Kohlen und muss die Entscheidung sportlich nehmen. Es ist Sport, da zählt die Leistung", beschreibt Bauer die Situation.

Sprinterin Burghardt als Anschieberin nach Peking?

Mariama Jamanka und Alexandra Burghardt
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Auf ihre zweite Olympia-Teilnahme innerhalb von sechs Monaten hofft Alexandra Burghardt. Die Sprinterin schiebt neuerdings den Bob von Mariama Jamanka an und darf sich nach guten Leistungen große Hoffnungen auf Peking machen. Nach Innsbruck und Winterberg erlebt die Burghausenerin in Altenberg erst ihren dritten Weltcup. "Mariama hat mir drei angenehme Fahrten beschert", sagt der Bob-Rookie lachend.

In Altenberg gibt es zudem ein Comeback: Olympiasiegerin Lisa Buckwitz aus Berlin wird erstmals seit Olympia 2018 wieder am Start sein. Damals schob sie den Bob von Jamanka erfolgreich zu Gold. In Altenberg wird sie im Schlitten von Kim Kalicki sitzen.

Monobob: Kalicki nicht nominiert

Apropos Kalicki: Die Pilotin vom TuS Eintracht Wiesbaden wird in Peking nur ein Rennen fahren. Für den Monobob ist sie nicht vorgesehen. Jamanka bekam den Zuschlag und Spies begründete das auch mit dem engen Zeitplan bei Olympia: "Eine ausgeruhte Kim hilft uns im Zweierbob mehr."

Auch im Männerteam ist bereits eine Entscheidung gefallen. Richard Oelsner wird nicht nach Peking fliegen, stattdessen startet Christoph Hafer im Zweier- und Viererbob.

Olympia kostet Nerven

Das Thema Olympia ist knapp zwei Monate vorher omnipräsent. Die Vorfreude hält sich in Grenzen. Die Hürden sind hoch und der Corona-Fluch in allen Köpfen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, testen sich die Sportler momentan zwei Mal am Tag, schildert der sichtlich müde Spies das Prozedere. Selbst auf Weihnachtsrituale wird verzichtet.

Friedrich feiert "geschmeidig" allein mit seiner Frau und seinen Kindern. Wenn er vor Silvester Richtung Sigulda aufbricht, kommt die Familie zu Besuch. "Wir fürchten uns vor positiven Fällen", beschreibt es der Bundestrainer treffend. Irgendwie hat man das Gefühl, alle sind froh, wenn Olympia endlich hinter ihnen liegt und die Medaillen eingetütet sind.

Zeitplan

Samstag, 18. Dezember 2021

  • 10:00 Uhr: Monobob, Lauf 1
  • 11:30 Uhr: Monobob, Lauf 2
  • 14:30 Uhr: Zweier, Lauf 1
  • 16:00 Uhr: Zweier, Lauf 2

Sonntag, 19. Dezember 2021


  • 10:00 Uhr: Frauen-Zweierbob, Lauf 1
  • 11:30 Uhr: Frauen-Zweierbob, Lauf 2
  • 14:30 Uhr: Vierer, Lauf 1

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 18. Dezember 2021 | 16:00 Uhr

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