Bob- und Rodelbahn Eisbahn am Königssee zerstört - Rodel-Weltmeisterin Taubitz geschockt

Nach schweren Regenfällen in der Nacht ist die traditionsreiche Bob- und Rodelbahn am Königssee stark beschädigt worden. Rodel-Weltmeisterin Julia Taubitz äußerte sich beim MDR bestürzt über die Zerstörung auf einer ihrer Lieblingsbahnen. Der Schaden geht in die Millionen, an Wettkämpfe ist in diesem Jahr nicht mehr zu denken.

Königssee Kunsteisbahn, 2018
Bildrechte: IMAGO / Shotshop

Die heftigen Unwetter im Berchtesgadener Land haben auch die Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt. Wie auf Bildern und Videos zu sehen ist, wurden Teile der Weltcup-Bahnen von den Wassermassen weggerissen und zerstört.

Schaden in Millionenhöhe

Thomas Schwab, Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), schätzt, dass der Schaden mindestens 20 Millionen Euro betrage. "An einen Bahnbetrieb in diesem Winter ist nicht zu denken. Wir hoffen, dass wir die Bahn bis Oktober 2022 wieder hinbekommen", sagte Schwab am Sonntag (18. Juli). Der Zugang sei derzeit beschwerlich, für die Aufräumungsarbeiten schweres Gerät vonnöten.

Rodel-Weltmeisterin Taubitz: "Ich hatte Tränen in den Augen"

Auch die Sportler sind schwer getroffen. "Sport im Osten" sprach mit Rodel-Weltmeisterin Julia Taubitz vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal. "Als ich die Bilder auf Facebook gesehen habe, ist es mir erst einmal kalt dem Rücken runtergelaufen. Ich habe sofort Gänsehaut bekommen und hatte auch Tränen in den Augen", bekannte die 25-jährige Sächsin und ergänzte: "Es ist kein Geheimnis, dass Königssee eine meiner Lieblingsbahnen ist. Das Ganze als Trümmerfeld zu sehen, war ein richtiger Schock."

Julia Taubitz am Start, bei der Rennrodel Weltmeisterschaft in  Königssee am 31.01.2021.
Julia Taubitz am Start bei der Rennrodel-Weltmeisterschaft am Königssee (31. Januar 2021). Hier holte die Sächsin zwei WM-Titel. Bildrechte: imago images/CEPix

Sascha Benecken: "Surreale" Bilder

Der Ilsenburger Sascha Benecken, Weltmeister bei den Doppelsitzer, sprach bei "Sport im Osten" von einer "Katastrophe", die Bilder seien geradezu "surreal". Er traut aber nur wenigen mehr als den Berchtesgadenern zu, aus dieser Situation gestärkt hervorzugehen. Zuletzt seien eine Quali und ein Startlehrgang auf der Bahn geplant gewesen.

Sascha Benecken 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Sascha Benecken 5 min
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Rodel-Olympiasieger Felix Loch: "Es tut unendlich weh"

Auch andere Akteure meldeten sich in den Sozialen Netzwerken zu Wort. Rodel-Olympiasieger Felix Loch schrieb in den Sozialen Netzwerken neben einem Foto der schwer demolierten Kunsteisbahn: "Es tut unendlich weh." Sein Herz sei gebrochen, ergänzte der Berchtesgadener und äußerte die Hoffnung, dass sich niemand verletzt habe.

Die frühere Rodlerin und Bobfahrerin Susi Erdmann schrieb bei Facebook mit einem weinenden Smiley: "Unfassbar. Meine ehemalige Heimbahn am Königssee wird einfach weggespült."

jmd/cke/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 18. Juli 2021 | 19:30 Uhr

4 Kommentare

Zwickauer1 vor 10 Wochen

Hallo Maza.
Bin voll Deiner Meinung.
Das Leid dieser Menschen zu sehen ist nahezu unerträglich.
Aber Hauptsache der Spitzenkandidat der CDU ist gut gelaunt und macht Späßchen.
Eine Schande in diesen Stunden.

Maza vor 10 Wochen

Mal ganz ehrlich, ist so eine zerstörte Bob-Bahn lebensnotwendig?? Hunderte Familien haben ihre Häuser und Wohnungen verloren!!! Hunderte Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind elend ertrunken!!!!!!! Eine Rodelbahn oder auch andere Sportstätten können wieder aufgebaut werden..........

Maza vor 10 Wochen

Ist meine persönliche Meinung. Nicht mehr und nicht weniger. Hat nichts mit " Moralpolizei" zu tun.