Sportklettern | Tokio 2020 Alma Bestvater: Stück für Stück zum Gipfel

Alma Bestvater ist eine der besten deutschen Boulderinnen und hat ein großes Ziel vor Augen. Die 23-jährige Weimarerin will im Sommer 2020 unbedingt nach Tokio. Dann finden in der japanischen Millionenmetropole und Hauptstadt die nächsten olympischen Sommerspiele statt - und das Sportklettern wird erstmals im Programm dabei sein. Aber ihr Weg dorthin ist noch weit und die Teilnahmeplätze sind rar gesät. MDR-Sportreporter Raimo Hinsdorf hat sich mit Bestvater getroffen.

Kletterin Alma Bestvater
Die Thüringerin Alma Bestvater hofft auf ihre Olympiateilnahme. Bildrechte: imago/Eibner Europa

Eine von 20 sein

Ganze 20 Teilnehmerinnen werden es sein, die in über einem Jahr erstmals in der Geschichte um olympische Medaillen klettern werden. Es ist eine enorme Herausforderung - und die Konkurrenz umso größer. Aber Alma Bestvater hat ihren kompletten Alltag danach ausgerichtet, einen der so begehrten Plätze zu ergattern.

Seit 2009 klettert die heute 23-Jährige. Im letzten Sommer erst ist sie nach München gezogen, kann dort die besseren Trainingsbedingungen nutzen, hat nun ihr Sportmanagementstudium unterbrochen und ein Urlaubssemester genommen, um den Reiseaufwand im Weltcupstress zu meistern.

Formkurve zeigt wieder nach oben

Allerdings lief die gegenwärtige Saison im Vergleich zum erfolgreichen Vorjahr stockend an. 2018 wurde sie Deutsche Meisterin im Bouldern und erreichte Finalteilnahmen bei den Weltcups in Tokio und Vail/Colorado. Dieses Jahr reichte es noch nicht für Endrundenteilnahmen. "Generell ist es diese Saison natürlich noch nicht so gut gelaufen, wie ich mir das erhofft hätte", gesteht sie im Interview mit dem MDR.

Dennoch zeigte die Formkurve jüngst wieder nach oben: "Beim Heimweltcup in München habe ich mich auf jeden Fall schon besser gefühlt als bei den ersten Wettkämpfen. Von daher ist das für mich schon ein Grund, optimistisch nach vorn zu schauen."

Alma Bestvater während einer Trainingseinheit an der steilen Wand. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Olympische Kombination aus drei Disziplinen

Die höhere öffentliche Aufmerksamkeit und der Niveauanstieg des Sportkletterns durch die Aufnahme ins Olympiaprogramm sind unübersehbar. Die Einführung habe "einen Schub gebracht", weiß die Thüringerin und "für mich persönlich die Motivation, die beiden anderen Disziplinen, die ich vorher nicht zielgerichtet trainiert habe, jetzt mehr zu trainieren."

Neben ihrer Vorliebe - dem Bouldern - wird sich die sogenannte Olympische Kombination noch aus dem "Lead" (Schwierigkeitsklettern mit Seil) und "Speedklettern" an einer 15 Meter hohen, einheitlich genormten Wand zusammensetzen. Gerade bei den zwei Letztgenannten muss Alma Bestvater im internationalen Vergleich nachlegen. "Als Boulderspezialistin fand ich das erstmal nicht so cool, als klar war, dass in Tokio dieser Dreikampf stattfinden wird, aber mittlerweile habe ich mich mit allen drei Disziplinen ganz gut angefreundet", sagt die 23-Jährige.

WM in China - Quali-Event in Toulose

Immerhin: Im April brach sie beim Speed als erste Deutsche die 10-Sekunden-Marke (9,96 in Chongqing/China), ehe sie vor knapp einem Monat von Franziska Ritter (9,52 s) unterboten wurde.

Noch bleibt genug Vorbereitungszeit auf die vorentscheidenden Anlässe in Richtung Tokio. Ende August warten die Weltmeisterschaften in China, im Herbst das wichtige Qualifikationsturnier im französischen Toulouse.

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mhe

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell | 21. Juni 2019 | 13:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2019, 15:54 Uhr

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